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B'nai B'rith · 1924-02-01 · 2 (2.1924) · p. Seite 37

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
3 (1924)
Issue
2 (2.1924)
Date
1924-02-01
Page
Seite 37 (sequence 5)
Language
German
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37 Zukunft erblickte, sondern er wußte bald auch ein neues Betätigungsgebiet zu finden, auf dem er für die Juden Troppaus arbeiten durfte, indem er ihr Vertreter im Gemeinderate wurde, wo er bis zu seinem Tode eines der angesehensten, tatkräftigsten und anerkannt wertvollsten Mitglieder war. — Als im Jahre 1898 unsere Loge errichtet wurde, war er selbstverständlich einer der Gründer. Und muß ich es in diesem Kreise erst sagen, was er als Logenbruder war und geleistet hat? Er war neunmal zur Würde des Präsidenten berufen und erst vor einem Monate hat er zum letzten Mal den Präsidentenstuhl verlassen. Aber der Präsident unserer Loge war er nicht nur in diesen 9 Jahren, sondern in den ganzen 25 Jahren unseres Bestandes. In ihm sahen wir alle unseren besten Freund, unsern verläßlichsten Führer, ihn entsandten wir als unseren Repräsentanten in die Großloge, durch ihn wurde unsere Loge zu einer angesehenen im Distrikte und über dessen Grenzen hinaus und überall ist der Gedanke an die Silesialoge untrennbar mit seinem Namen verknüpft. Br. Dr. Sonnenschein war in allem, was er tat, ein ganzer Mensch. Nirgends aber war er so ganz, so bechol lewowcho bechol nafschecho, so aus vollem Herzen und mit ganzer Seele, mit so liebevoller Hingebung, so mit inniger Uberzeugungstreue und so mit männlichem Ernste dabei, wie in der Loge. Es ist, als ob mit der Gründung unserer Loge ein neuer Zug in sein Wesen gekommen wäre; denn von da an war ihm die Loge das Höchste und was er tat und was er sann, beurteilte er vom Standpunkte des Logengedankens. Doch dies war nur natürlich. Denn durch seine persönlichen Eigenschaften war er ja der geborene Ben Berith, die ideale Verkörperung des Logengedankens. Sein Wesen war Güte und Wohlwollen, freudige Hilfsbereitschaft, freundschaftliches Verstehen und Verzeihen der Schwächen der anderen, seine Hand war stets offen und bei allen Wohltätigkeitsakten stand er wie selbstverständlich an der Spitze. Streng gegen sich selbst, war er milde gegen andere und niemand verstand es wie er, aufgeregte Gemüter zu besänftigen und zu begütigen und die Eintracht zu stützen und aufrecht zu erhalten. So war er der festeste Kitt in unserer Loge und ihr treibender Faktor, der zur Arbeit aneiferte und anspornte. Sein letztes Werk war, daß er uns seinen Sohn brachte, gleich als ob er uns zuletzt noch die Hoffnung schenken wollte, daß sein Werk durch sein Blut bei uns fortgesetzt werden wird. Wir wissen und fühlen es, sein Tod hat eine unausfüllbare Lücke in unserer Mitte geschaffen. Wir werden seinen weisen Rat, sein kluges und begütigendes Wort, sein tiefgründiges Wissen und seine reichen Erfahrungen auf allen Gebieten des Logenlebens schwer vermissen. Umso inniger werden wir sein verklärtes Bild in unseren Herzen bewahren. Wie zu seinen Lebzeiten wird auch jetzt sein edles Vorbild für uns ein Ansporn sein. Br. Dr. Sonnenschein weilt nicht mehr unter uns, nur sein Bild grüßt uns von der Wand dieses Tempels. Aber für Br. Dr. Sonnenschein bedarf es keines Bildes und keines Denkblattes, um sein Andenken in unseren Herzen dauernd wach zu erhalten.

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