B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 3 (1924)
- Issue
- 1 (1.1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 26 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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26 selbst — und darüber hinaus zum Ausdruck steter Verehrung für die Gründer des ganzen Ordens wollen Teile dieser Gemeinschaft ihren Brüdern lesbar verarbeitete Gedanken widmen, für die ihnen des Logenleben selbst Anregung und Nahrung schuf." — Von den 199 Seiten des stattlichen Bandes sind auf den letzten 36 Seiten bloß 2 Aufsätze „30 Jahre Bohemia" von Br. F. K. Pick und „Die Humanität der Prager Logen im Dienste öffentlicher Interessen" von Br. W. Schleißner der Geschichte der Loge und ihrer Tätigkeit gewidmet. Von den 10 Aufsätzen, welche die ersten 163 Seiten füllen, befasst sich nur der Aufsatz von Br. E. Wiesmeyer: „Der Logengedanke und die Frauen" mit einer die Loge unmittelbar berührenden Angelegenheit. Die Titel der übrigen Beiträge werden wohl bei manchem der 1. Brüder ein gewisses Befremden hervorgerufen haben und gar mancher dürfte das Buch enttäuscht bei Seite gelegt haben. Ja, ich wage die Behauptung, daß gar mancher, der den einen oder den anderen Aufsatz zu lesen begonnen haben mag, dieses Unternehmen bald resigniert aufgegeben haben wird, weil er sich die Mühe nicht genommen hat, die Schwierigkeiten zu überwinden, welche die Lektüre (was ich ohne Scheu zugebe) bietet. Ich will nun im Nachfolgenden versuchen, von meinem Standpunkt aus das Wesen und den Inhalt der einzelnen Aufsätze zu skizzieren, um dadurch die Besitzer des Buches auf die Schätze aufmerksam zu machen, die es enthält und deren Hebung ganz gewiß der Mühe lohnen wird, die sie auf das Lesen, ja auf das Studium des Buches aufwenden. Die Aufsätze sind in der alphabetischen Reihenfolge der Namen der Verfasser geordnet. — Ich empfehle aber, mit dem Aufsatz von Br. E. S p i e g e 1, s. A. „D ie Freude am Judentu m" zu beginnen. Die Prager Brüder, welche den diesem Aufsatz zu Grunde Hegenden Vortrag unseres unvergesslichen Dr. Spiegel gehört haben, werden den Aufsatz mit besonderem Genuße lesen, aber auch in jedem anderen Leser wird der Inhalt eine Stimmung, ja eine Begeisterung hervorrufen, wie sie wohl kaum ein ausgesprochener „Festartikel" jemals hervorgerufen hat. — Anschliessend an diese, den Geist umschmeichelnde, das Herz erhebende „Ouvertüre" werden die 1. Brüder zweifellos willig dem Rufe folgen, sich einer ernsten, mühevollen Arbeit zu unterziehen und den Aufsatz von Br. E. Starkenstein: „H emmungen" studieren; ich sage bewußt: studieren! Die beiden Diagramme mögen niemanden abschrecken, auch nicht die biologischen Auseinandersetzungen. — Wohl, es wird wahre Wissenschaft vorgetragen, ein dem Durchschnittsmenschen weit abgelegenes Feld wird bearbeitet, aber die Sprache ist klar, in kurzen, leicht fasslichen Sätzen gehalten. — Jeder terminus technicus ist durch ein deutsches Wort oder durch ein Beispiel erklärt, eine für den Fachmann, für den Gelehrten, ungeheuer beschwerliche, mühsame Arbeit. — Sie soll nicht vergeblich geleistet worden sein! Der Leser wird, wenn er der Arbeit nur einen Bruchteil der Mühe widmet, die der Verfasser darauf angewendet hat, reichlich auf seine Rechnung kommen. — Er wird das kör-