Mannheim
Compact Memory

B'nai B'rith · 1924-01-01 · 1 (1.1924) · p. Seite 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
3 (1924)
Issue
1 (1.1924)
Date
1924-01-01
Page
Seite 9 (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
99% known words query
IRI
…/9582244-9582244-9597803-9597804--0303-9597817
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

IV. „Uber Angelegenheiten, die geeignet sind, der Loge zur Kenntnis zu gelangen, hat das Komitee bei Punkt 8 der Tagesordnung zu berichten." Es soll dadurch das allgemeine Interesse für alles, was Brüder betrifft, geweckt werden. Das sind die Bestimmungen, nach welchen die Arbeiten des Komitees für brüderliche Fürsorge erfolgen sollen. Brüderliche Fürsorge ist aber nicht allein Aufgabe des Komitees, sie ist Aufgabe der ganzen Loge. Das Komitee ist, wie alle andern Komitees, nur ein Arbeitsausschuß, der dem Präsidenten zur Seite gestellt ist, ein Zentralorgan, in welchem alle Fäden zusammenlaufen. Kein Komitee ist so sehr auf die Mitarbeit aller Brüder angewiesen, als gerade das Komitee für brüderliche Fürsorge. So sehr auch die brüderliche Fürsorge einer Loge im Argen sich befinden kann, wenn nicht ihre dahin gerichteten Bestrebungen organisiert und geregelt werden, so wenig kann auch ein solches Zentralorgan nützen, wenn nicht alle Brüder ihre Bruderpflicht erfüllen. Was nützt uns auch alle Erziehung zur Brüderlichkeit, was nützt alles brüderliche Fühlen, wenn es nicht in brüderlichen Handlungen zum Ausdruck kommt. Das brüderliche Fühlen muß in steter und umfassender Übung brüderlicher Fürsorge sichtbar werden; denn nur so wird der wahrhaft brüderlich Fühlende selbst seine Befriedigung finden und nur so kann unsere gemeinsame Sache eine Förderung erfahren. Denn letzten Endes ist es ja doch nur unsere ideale Sache, der wir damit einen Dienst erweisen. Als geordneter Zug gehen wir als Angehörige unseres Ordens unserem Ziele entgegen, jeder auf dem seinen Fähigkeiten entsprechendem Platze, jeder froh der Arbeit, die er übernommen hat, jeder froh, sein Teil zum Gelingen des gemeinsamen Werkes beizutragen. Auf einem so schwierigen und langen Marsche, der uns bevorsteht, darf es nur frohe und aufrechte Mitstreiter geben. Gedrückte und Unzufriedene, Verstimmte und Verdrossene hemmen unseren Lauf. Freilich, wer grundlos, aus Mangel an Interesse, unserer Arbeit fernbleibt, den werfen wir schließlich als unnützen Ballast ab, wer aber, weil von Kummer und Sorgen gedrückt, abseits steht, dem reichen wir helfend die Hand, nicht nur, um ihm zu helfen, sondern in erster Linie, um ihn neu für unsere Arbeit wieder zu gewinnen. Und wo vielleicht infolge eines Mißverständnisses Verstimmung die Arbeitsfreude stört, da suchen wir Klarheit zu schaffen und damit dem Entstehen einer tieferen Kluft zwischen den Einzelnen und der Loge vorzubeugen. Wir müssen unsere Reihen vollzählig erhalten, so verlangt es das Interesse unseren gemeinsamen Sache. Und so erweist sich denn Brüderlichkeit und brüderliche Fürsorge als Mittel zu einem höheren Werke. So muß denn nicht allein aus rein menschlichem Fühlen, sondern auch von soziologischen Gesichtspunkten aus der Übung brüderlicher Fürsorge bei der Betätigung jeder Loge ein weites Feld eingeräumt werden. Durch die Schaffung eines Zentralorganes, wie es bei der Praga in Form des Komitees für brüderliche Fürsorge besteht, wird jede Loge ihren Pflichten und Aufgaben in erhöhtem Maße gerecht werden können. Allein — und darauf sei zum Schlüsse nochmals hingewiesen — diese Institution muß eine Form ohne Inhalt bleiben, wenn nicht alle Brüder in voller Würdigung der Bedeutung dieses Komitees und der ihm gestellten

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.