B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 2 (1923)
- Issue
- 9 (11.1923)
- Date
- 1923-11-01
- Page
- Seite 218 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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218 der in Deutschland hat sich um weitere hundert, der unserer ausländischen Freunde um eine größere Reihe von Persönlichkeiten in Holland vermehrt. Innerhalb Ihres Ordens war es die Großloge für Österreich, die, zweifellos durch die Ihrige angeregt, uns ebenfalls fördernd nahegetreten ist, sodaß wir uns heute der Mitwirkung aller drei mitteleuropäischen Großlogen erfreuen dürfen. In die Zahl unserer wissenschaftlichen Mitarbeiter hatten wir den durch seine Forschungen auf dem Gebiete der Midrasch-Litteratur als erste Autorität bekannten greisen Rab. Dr. Theodor aus Bojanowo in Polen nach Berlin berufen, um ihm die Vollendung seines Lebenswerkes zu ermöglichen; leider hatten wir jedoch den Schmerz, ihn bereits wenige Wochen nach seiner Übersiedlung durch den Tod zu verlieren. Der wissenschaftlichen Bibliothek unserer Akademie, die bisher aus der durch uns erworbenen Bibliothek des verstorbenen Prof. Bloch-Posen bestanden hatte, ist als zweiter bedeutender Bestandteil die Bücherei des eben erwähnten verschiedenen Dr. Theodor zugesprochen worden, und wir gehen in den nächsten Tagen daran, die Bestände in den uns vom hiesigen Logenhause zur Verfügung gestellten Raum zu überführen. An wissenschaftlichen Werken sind vier aus den Gebieten der talmudischen Literatur und der Geschichte in der Reihe der Publikationen unserer Akademie erschienen. Zwei umfangreiche Urkundenwerke liegen fertig vor und harren des Druckes, für den wir die heute außerordentlichen Kosten herbeizuschaffen im Begriffe sind. Unsere ansehnlichste Leistung war jedoch die Schaffung einer Herrmann-Cohen-Stiftung an unserer Akademie, mit der Aufgabe, den jüdischen Teil des Lebenswerkes dieses unseres seit Jahrhunderten größten Philosophen unserer Gemeinschaft nahezubringen. In den nächsten Wochen erscheint als erste Publikation der Stiftung das dreibändige, mit Einführungen von Dr. Franz Rosenzweig und Prof. Ernst Kassirer versehene Sammelwerk „Judentum und Menschheit, Hermann Cohens jüdische Schriften", von dem wir zuversichtlich eine außerordentliche Wirkung im edelstmenschlichen Sinne erwarten dürfen. Gerade dieses Werk dürfte Ihnen beweisen, wie nahe, ihrem ethischen Kerne nach, unsere Bestrebungen denen Ihres der Humanität völlig gewidmete Ordens stehen. Sobald die Publikation vorliegt, gehen wir daran, ihr durch analoge Ausgaben in hebräischer, jiddischer, englischer und russischer Sprache die universelle Verbreitung zu geben, die uns vorschwebt- Dieses Unternehmen wird zugleich dokumentieren, daß unsere Akademie nicht ein deutsches Institut, sondern eines für die Judenheiten aller Länder sein will. Der unter Patronanz der w. „Bohe mia" und der w. „Praga" stehende Verein: „Asyl für mittellose kranke Israeliten in Meran" eröffnet sein Genesungsheim wieder am 8. Jänner 1924. Aufnahmesuchende wollen sich bezüglich der Aufnahmebedingungen an die Verwaltung des Vereines nach Meran (Italien), Greutendamm, oder an das Vorstandsmitglied Bruder Sigmund Knina, Prag lt., Rüzovä 15 wenden. Sommerversammlungen in Karlsbad. Trotz der Ungunst der Zeit hat die Loge Karlsbad es sich zur Aufgabe gemacht, die Einrichtung der regelmäßigen Zusammenkünfte der Brüder aller Logen, welche Karlsbad im Sommer besuchen, aufrecht zu erhalten. Diese fanden im Hotel Glattauer jeden Mittwoch statt, ihre Zahl betrug 12, der Besuch war je nach dem Fortschreiten der Saison ein schwankender. Den Bemühungen des Präsidenten Br. Dr. Klemperer, der trotz beruflicher Inanspruchnahme nahezu alle Versammlungen geleitet hat, ist es auch gelungen,die meisten Abende zu Diskussionsabenden zu gestalten, welchen nachfolgende Themen zu Grunde lagen. Br. D r. Paul Lang Diskussion eines Vortrages: Historisches aus der jüdischen Gegenwart mit BezuPi auf Spenglers Buch. Br. D r. Klemperer: der deutsche Distrikt des Ordens B'nai B'rith. B r. Fritz R o s n e r: Briefwechsel zwischen Prof. Tyssen und Dr. Julius Goldstein: die Juden im Weltkrieg. — Diskussion hierüber eingeleitet durch Br. Max Markus (Wien) und Expr. Maxm i 1 i a n Stein (Berlin). B r. D r. R o b. Neubauer (Karlsbad): Schule und jüdische Fragen. Dr. Walter Kohner (Karlsbad): die wichtigsten Beratungsgegenstände des diesjährigen Zionisten-Kongresses. B r. Dr. L ö w i Freund (Lemberg): Ukrainische Zustände. Br. Dr. Schachtel (Breslau): Breslauer Logengeschäfte und Logenleben. B r. P r. Julius W o I fsohn (Wien): Jüdische Volksmusik. B r. S i g m. Kornfeld (Wien): Die Religion als Achtungsgefühl. Was den Besuch der Abende anbelangt, verteilte er sich auf folgende Logen: