B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 2 (1923)
- Issue
- 8 (10.1923)
- Date
- 1923-10-01
- Page
- Seite 195 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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195 traten Dr. Emil Margulies aus Leitmeritz, Stabskapitän Grün aus Brünn und der Berichterstatter. Die Tagung begann mit einer Beglückwünschung des Präsidenten, welcher vor kurzem sein siebzigstes Lebensjahr gefeiert hatte, und mit der Verlesung der zahlreich eingelaufenen Begrüßungsschreiben, von denen namentlich jene des Nansenkomitees und des Roten Kreuzes in Genf sowie des Waad Haleumi in Jerusalem mit großem Beifall aufgenommen wurden. Aus dem Geschäfts- und Finanzberichte Dr. Motzkins sei hervorgehoben : Die Entwicklung der Ausgestaltung der Welthilfsorganisation ist durch drei Momente gekennzeichnet: 1. Die Zunahme der finanziellen Mittel, 2. eine Ausbreitung der Verbindung mit anderen Organisationen und 3. die weitere Entwicklung der organisatorischen Tätigkeit. Während im ersten Bestandshalb jähr (1920) lediglich eine Einnahme von 1 Million Franken erzielt werden konnte, hat diese im Jahre 1922 bereits einen Betrag von 10 Millionen Franken erreicht. 19 Länder Europas, 6 Organisationen in Asien, 1 in Australien, 2 in Afrika und 4 in Nord- und Südamerika stehen mit der Welthilfsorganisation bereits in Verbindung. Einbezogen wurden in letzter Zeit insbesondere Indien, Brasilien, Argentinien und Südafrika. Mit besonders anerkennenden Worten gedachte der Vorsitzende des Verdienstes der Frau Dr. Buchmill, welche die Hilfsaktion für die hungernden ukrainischen Kinder m Holland, Belgien, Schweiz, der Tschechoslovakei, Jugoslavien, Bulgarien und Rumänien organisiert hatte. Hiebei wurde auf das glänzende Ergebnis der Sammlung in der Tschechoslovakei hingewiesen, welche hinter Südafrika, Argentinien und Frankreich an 4. Stelle steht. Die Tätigkeit der Welthilfsorganisation hatte auch im verflossenen Jahre ihren Schwerpunkt in Rußland u. zw. in vier Gruppen: 1. Die Aktion für die hungernden ukrainischen Kinder durch Schaffung von Kinderküchen. 2. Die Gesamthilfe für die Juden in Rußland. 3. Einzelhilfe (Versendung von Lebensmittelpaketen an Intellektuelle — Studenten, Rabbiner, Lehrer, Professoren, Beamte). 4. Sanitäre Hilfe. Hiebei leisteten der Organisation ihre 3 Delegierten Dr. Adler, Grinberg und Dr. Gran ausgezeichnete Dienste. Die Erzielung einer engeren Verbindung mit den großen jüdischen Organisationen (Joint, ICA, Alliance Israelite, Ukrainische Hilfsorganisation in London, War Victimes gleichfalls in London) ist im verflossenen Jahre nicht möglich gewesen, bildete jedoch den Gegenstand stetiger Verhandlungen. Gegenwärtig kommt der Joint für eine Kooperation nunmehr weniger in Betracht, da er bereits an die Liquidierung seiner Institutionen geht. Dagegen ist es in den letzten Wochen' gelungen, mit den beiden letztgenannten Organisationen eine enge Zusammenarbeit zu vereinbaren, die nur noch der endgültigen Formulierung bedarf.