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B'nai B'rith · 1923-06-01 · 6 (6.1923) · p. Seite 137

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
2 (1923)
Issue
6 (6.1923)
Date
1923-06-01
Page
Seite 137 (sequence 11)
Language
German
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137 wirken. Sie bilden bis auf den heutigen Tag als sogenannte „Maftirim" den Grundstock von Tempelkonzerten, die z. B. in Adrianopel und anderswo vor dem Morgengottesdienste am Samstag abgehalten werden. Der Stand der jüdischen Literatur wird als nicht günstig bezeichnet. Abgesehen von einigen Romanen in jüdisch-spanischem Originale oder in Übersetzungen wird die Presse mit 14 Zeitungen bestritten, die in Konstantinopel, Smyrna und Adrianopel erscheinen. Die Verschiedenheiten der Sprachen dieser Zeitungen drängt zur Erörterung der Frage, ein Organ türkisch-französisch erscheinen zu lassen, das die Interessen der Juden zu vertreten habe. Bs soll eine solche Zeitung durch die Initiative der Loge in Smyrna ins Leben gerufen werden. Auch die Übersetzung der Bibel in die türkische Sprache ist beabsichtigt. Ist es doch geschichtlich erwiesen, daß unsere Weisen bestrebt waren, die Bibel in die Sprache jenes Landes zu übersetzen, das die Juden zu ihrem Vaterlande gemacht hatten. So erfolgte vor zwei Jahrtausenden die Übersetzung der Bibel ins Griechische, im 10. Jahrhundert ins Arabische, ins Deutsche durch Mendelssohn, ins Französische durch die Rabbinervereinigung Frankreichs, und auch in Amerika geht man daran, die Bibel in die englische Sprache zu übersetzen. Dieser soziale Bericht, den Br. Rabi Abraham Danon erstattet, stellt auch mit Genugtuung fest, daß sich zwischen den Anschauungen der konservativen, an den alten Sitten und Gebräuchen festhaltenden Juden und den Anschauungen der fortschrittlich gesinnten, nach Westen orientierten Glaubensgenossen kein so großer Abgrund aufgetan hat, wie dies in Rußland, in Deutschland und Galizien der Fall ist, und daß das wiedererwachte nationale Empfinden in der Türkei alle Widersprüche zu glätten versucht. Im Generalbericht wird natürlich auch der Rechnungsabschluß vorgelegt; ich möchte daraus, um nur kurz die Zeit vor dem Weltkriege zu charakterisieren, erwähnen, daß sämtliche Logen des Distriktes XI eine Gesamteinnahme von 120.000 fcs. hatten, denen Ausgaben von 80.000 fcs gegenüberstehen, sodaß die Logen mit einem im Berichte hervorgehobenen Überschuß von 40.000 fcs ihre Tätigkeit im Jahre 1914 begannen. Den einzelnen Logenberichten aus dem Jahre 1913—1914 entnehme ich nur die bemerkenswertesten Vorkommnisse: So dem Berichte der MaimonidesLogein Kairo, daß das Logenheim durch Abvermietung an andere jüdische Vereinigungen zum Sammelpunkte der intellektuellen Kreise geworden ist, daß die Bibliothek der Loge auch öffentlichen Zwecken dient und sich der besonderen Förderung des Bruders Ordens-Sekretärs Seelenfreund erfreut. Nach Außen ist die Loge hervorgetreten durch Abhaltung einer Protestversammlung im Theater Printania anläßlich des angedichteten Ritualmordes in Beiiii, wobei ein hervorragender Katholik diese gegen die Juden immer wieder geschleuderte Anklage widerlegte Die Brüder der Maimonides-Loge pflegen auch die Geselligkeit in hervorragender Weise. So zählt der am 17. Jänner 1914 veranstaltete Repräsentationsball die diplomatischen Vertreter zu seinen Gästen, und der Gesandte und Minister der Vereinigten Staaten äußerte bei

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