B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 2 (1923)
- Issue
- 5 (5.1923)
- Date
- 1923-05-01
- Page
- Seite 113 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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113 Dankbarkeit eilt zu ihnen in ehrendem Gedenken. Durch unser Mutterloge, die w. „Austria" in Bielitz, in den Orden aufgenommen traten sie am 5. Juni 1892 zum erstenmal zusammen, um mit nachdrücklichem Ernst und ersprießlicher Werkfreudigkeit ihr Ziel zu fördern. Im August wurde der Freibrief für die Loge bewilligt; das Exekutiv-Komitee in Amerika unter Leitung des hw. Ordenspräsidenten Br. Julius Bien bestimmte ihr die Nummer 425 und den Namen , .Union". Der 25. Dezember 1892 war der Tag ihrer feierlichen Installierung. Mit 20 Mitgliedern wurde sie begründet, von denen wir zu unserer Freude, mit unseren herzlichsten Glückwünschen begrüßt, in körperlicher wie geistiger Rüstigkeit und in vorbildlicher, treuester Teilnahme an unserem Logenleben die BBr. Expr. Alfred Recht und Dr. Schanzer und den langjährigen Wächter der „Union", Br. S. J. Löwith, unter uns sehen. Omnia rerum principia parva sunt, „aus kleinem Anfang entspringen alle Dinge", dieses Wort Ciceros gilt auch von der „Union". Mit 20 Brüdern eröffnet, weist sie heute die für eine Provinzloge gewiß stattliche Anzahl von 127 Mitgliedern auf. Wenn auch diese Zahl, die namentlich in der Nachkriegszeit ihre größte Steigerung erfuhr, ihre natürliche Erklärung in der überall beobachteten Tatsache findet, daß der Jude heute mehr denn je den Wunsch nach Zusammenschluß mit Gleichgesinnten hegt und das Bestreben zeigt, seine Zugehörigkeit zum Judentum auch öffentlich zu dokumentieren, so erfüllt uns dieses an sich erfreuliche Zeichen doch auch mit ernster Sorge, weil unsere Räume nicht wachsen, das Haus sich nicht dehnen will. Aber es war ein weiter und beschwerlicher Weg bis zu unserer heutigen Größe; denn der Boden unserer Gemeinde war im Anfang steinig und unempfänglich für die erhabenen Ideen unseres Bundes, die Loge hatte in den ersten Jahren mit inneren und äußeren Schwierigkeiten zu kämpfen, die sich wohl überall in gleicher Weise zeigen, und was für ihren Aufstieg von nicht zu unterschätzender Bedeutung war, erst nach dreimaligem Wechsel des Logenheimes bot das vierte die repräsentationsfähige und würdige Arbeitsstätte, ein gemütliches, gern aufgesuchtes Heim, dessen Herrichtung und künstlerische Ausschmückung neben der materiellen Opferwilligkeit aller Brüder und neben dem Anschaffungskomitee, an dessen Spitze unser unvergeßlicher Br. Expr. Wilhelm Rosenfeld stand, in erster Reihe unserem Br. Architekten Rudolf Schlosser zu danken ist, der — das einzige, schmerzlich beklagte Kriegsopfer unserer Loge — auf den Feldern Venetiens im Jahre 1918 den Heldentod gestorben ist. Alle Schwierigkeiten wurden aber gering geachtet gegenüber den hohen Aufgaben, die der „Union" schon im Anfange ihrer Entwicklung gestellt wurden. Es spricht entschieden für den Eifer, die Fähigkeit und Vertrauenswürdigkeit des Gründungskomitees, daß ihm der hw. Delegat des Exek.-Kom., Br. Selig Freuthal von der „Concordia"-Loge in Kattowitz schon während der Vorbereitungsarbeiten zur Installierung der eigenen Loge den Wunsch übermitteln durfte, an die Errichtung einer Loge in Prag zu gehen, und es belebte und stärkte das Hochgefühl unserer Brüder, daß die „Union" schon im ersten Jahre ihres Bestehens als Muttervereinigung der „Bohemia" auftreten konnte, die am 8. August 1893 gegründet wurde, und in gleicher Eigenschaft bei der Installierung der „Karlsbad" am