B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 2 (1923)
- Issue
- 5 (5.1923)
- Date
- 1923-05-01
- Page
- Seite 110 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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HO liebe wäre, das der ernsthaftesten Beratung würdig sei. Auch machte er darauf aufmerksam, daß bei der Miete eines Stockwerkes in einem Karlsbader Hause ein Risiko überhaupt nicht vorhanden wäre. Auch Br. Expr. Min.-Rat Dr. Wiesmeyer setzte sich für den Antrag der w. ,,Bohemia" mit aller Wärme ein. Wenn dieser nicht bis ins einzelne ausgearbeitet wurde, so sei dies mit Rücksicht auf die Kürze der Zeit, die dem betreffenden Komitee zur Verfügung stand, zurückzuführen. Auch wollte man gerade vor der detaillierten Ausarbeitung über gewisse grundsätzliche Fragen die Meinung der Provinzlogen hören. Die Prager Brüder hätten schon jetzt Fälle vor Augen gehabt, aus denen sie erschließen durften, daß gar manche das Heim nicht so sehr wegen der Versorgung, als vielmehr deshalb aufsuchen würden, weil sie daselbst ihr Alter nicht unter völlig Fremden, sondern unter brüderlicher Obhut und in einer Umgebung, die ständigen Anteil an ihnen nähme, zu verbringen die Aussicht hätten. Auch in finanzieller Beziehung sollte nur gezeigt werden, daß auch hier Wege offen seien. Da jeder Aufgenommene die Kosten, zahlen müsse, so würden aus dem Titel der Verwaltung des Heims keine erwachsen. Wenn die Logen einzelnen Brüdern eine Beisteuer dazu würden leisten müssen, so würde das in den Rahmen der bisherigen brüderlichen, beziehungsweise Witwen- und Waisen-Fürsorge fallen, nur daß mit einem solchen Zuschuß weit Wertvolleres geleistet werden würde, als dies heute mit der bloßen Unterstützung möglich sei. Bezüglich der Leistungen der Brüder wäre sicherlich auch in diesem Falle damit zu rechnen, daß die reicheren sich zu größeren Beträgen bereit finden würden. Aueh handle es sich bei dem Projekte nur um Schaffung eines gewissen Fundus. Die Mehrkosten könnten noch immer durch besondere Kredite unter günstigen Bedingungen gedeckt werden. Im Übrigen schließe auch er sich den Ausführungen des Br. Korreferenten an. Br. Expr. Dr. Hermann Fuchs erklärte auf Grund seiner speziellen Erfahrungen, daß auch er der Überzeugung sei, daß sich niemand ohne zwingende materielle Gründe aus seiner Heimatsgemeinde an einen anderen Ort werde verpflanzen lassen wollen. Als letzter Diskussionsredner setzte sich Br. Expr. Dr. Max Hütt er für die ernsteste Erwägung des von der w. ,,Bohemia" gemachten Vorschlags ein. Wenn man tatsächlich nicht an ein Altersversorgungsheim denke, sondern ein Heim nach dem Berliner Muster schaffen wolle, also ein Heim, das Brüdern und Schwestern eines bestimmten Alters die Beschwerden der eigenen Haushaltung und die Bitternis wachsender Vereinsamung ersparen solle, dann brauche man auch in finanzieller Hinsicht nicht so pessimistisch zu denken. Br. Vizegroßpräs. Jerusalem betonte in seinem Schlußworte, daß es sich nur darum handle, ob die Logen als solche so viele Anteilscheine aufbringen könnten, als die Loge Mitglieder habe. Es sei aber nicht gemeint, daß jeder Bruder einen Anteilschein nehmen müsse. Selbstverständlich könnten die Ziffern einer ersten Aufstellung nicht ohne weiters genau stimmen, aber eines stehe fest: wenn die Logen nicht in der Lage oder nicht gewillt sein sollten, die Auteilscheine zu nehmen, so könne aus der Sache nichts werden. Klar aber gehe aus dem Antrage der ,,Bohemia" hervor, daß es sich nicht um ein