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B'nai B'rith · 1923-04-01 · 4 (4.1923) · p. [Seite]

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Journal
B'nai B'rith
Volume
2 (1923)
Issue
4 (4.1923)
Date
1923-04-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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MONATSBLÄTTER DER GROSSLOGE FÜR DEN CECHOSLOVAKISCHEN STAAT X., I. O. B. B. JAHRGANG II. NUMMER 4 APRIL 1923 INHALT: Wirtschaftliches aus Palästina. — Bericht des Generalkomitees zur Tagung der Grossloge vom 18. März 1923. — Tätigkeitsberichte der Logen VII. —IX. — Tagung der österreichischen Grossloge vom 28. Jänner 1923. — Nachruf für Br. Dr. Otto Bondy. — Umschau. Wirtschaftliches aus Palästina. Von Br. Norbert Adler. Die Präger Frühjahrsmustermesse brachte dem jüdischen Besucher eine Überraschung: eine Gruppe palästinensischer Aussteller. Es war überhaupt das erstemal, daß Palästina im Rahmen einer internationalen und allgemeinen Ausstellung aktiv auftrat. Wenn bisher Palästina bei solchen Gelegenheiten vorkam, dann geschah es passiv: es wurde von europäischen Palästinafreunden ausgestellt, die sich für dies oder jenes, für Religiöses oder Kirchliches, für palästinensische Altertümer oder für die Arbeit der neuen Kolonien interessierten. Diesmal stellte Palästina selbst aus, nicht bloß um von seiner Existenz Juden, die für Palästina empfinden, oder Freunden von Kuriositäten Kenntnis zu geben, sondern mit der Absicht, Geschäftsverbindungen anzuknüpfen und am internationalen Geschäftsverkehr tätig teilzunehmen. So gab Palästina, durch Juden repräsentiert, das erstemal bei der ausländischen Geschäftswelt seine Visitkarte ab. Daß es in Prag geschah, beweist, daß das jüdische Prag, die frühere Mutter in Israel, seinen alten Ruf bei den Juden der Welt behalten hat, einen weit bessern Ruf, als wir heutige Prager Juden verdienen, da wir uns seiner nicht einmal bewußt sind. Das initiative Vorgehen der palästinensischen Produzenten ist umsomehr anzuerkennen, als sich Palästina seit beinahe zwei Jahren in einer schweren Wirtschaftskrise befindet, die durch Zusammentreffen aller der Ursachen, welche in den Ländern Europas Wirtschaftskrisen hervorriefen, verursacht und durch speziell palästinensische Komplikationen noch wesentlich verschärft wurde. Die Handelsbilanz Palästinas war seit jeher passiv, da die Landwirtschaft zum größten Teil auf eine sehr primitive Art betrieben wurde wnd eine halbwegs in Betracht kommende Industrie überhaupt nicht existierte, so daß beinahe alle Industrieprodukte und ein Teil des Lebensmittelbedarfes importiert werden mußten. Das Passivum

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