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B'nai B'rith · 1923-03-01 · 3 (3.1923) · p. Seite 60

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
2 (1923)
Issue
3 (3.1923)
Date
1923-03-01
Page
Seite 60 (sequence 16)
Language
German
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60 teilungvon der erfolgreichen Werbung neuer Mitarbeiterinnen für die einzelnen schon bestehenden Komitees, deren Berichte sehr ausfuhrlich waren und einen. Überblick über eine Fülle von Arbeit brachten. Inhaltlich des vom Bazarkomitee erstatteten Berichtes kann dieses Komitee auf einen schönen und zu Gunsten der erwerbenden Schwestern, Witwen und Waisen nach Brüdern auch finanziell guten Erfolg zurückblicken. Die Verkaufsausstellung, die in der ersten Dezemberhälfte stattfand, hat sich aus dem schüchternen Versuch des ersten Jahres zu einer selbstverständlichen Veranstaltung entwickelt, mit der nicht nur unsere Schwestern Ausstellerinnen, sondern auch die kaufenden Kreise rechnen, weil hier in künstlerischer und praktischer Richtung allen Wünschen entsprochen wird. Die Arbeit im Kinderheim dringt weniger in die Öffentlichkeit, sie muß daher an dieser Stelle gebührend gewertet werden. Die Kinder, deren Eltern verhindert sind, sich genügend um sie zu kümmern, werden halbe Tage lang bei ihren Schulaufgaben beaufsichtigt, zweckmäßig beschäftigt und mit Zwischenmahlzeiten versehen. An der Krankenfürsorge der Jüdischen Fürsorgezentrale beteiligte sich die Frauenvereinigung durch persönliche Mitarbeit und finanzielle Unterstützung. An den geschäftlichen Teil der Sitzung, in welcher auch ein befriedigender Finanzbericht von der Kassierin erstattet wurde, schloß sich ein geselliger Abend mit musikalischen und humoristischen Darbietungen an. Die nächste Mitgliederversammlung findet am 22. März d. J. statt und ist für dieselbe ein Vortrag von Felix Saiten in Aussicht genommen. So weit der uns übersendete Bericht. Gern kommen wir dem Wunsche des Ausschusses nach, indem wir im Nachstehenden aus dem gedankenreichen Referate der Frau Berta Haas ütxr „Die Entwicklungsmöglichkeiten der Frauenvereinigung'- den zweiten programmatischen Teil zum Abdruck bringen. Die Red. Es ist fast überflüssig, darüber zu sprechen, und auch unsere Männer erkennen es an, daß es in der Ordenstä^igkeit unserer Lyogen Gebiete gib-1", welche, ich möchte sagen, uns Frauen zugehören. Es entspricht ja der innern Seele der Frau, ihren Gemütsleben, daß die Frau, die jüdische Frau sich der allgemeinen und der jüdischen Wohlfahrt widmet, wenn sie aus der engen Klause ihrer Häuslichkeit heraustritt in das Getriebe des sozialen Lebens. Insbesondere der Notstand so unendlich vieler Frauen, Mädchen und Kinder rührt an ihre Herzen. Wir Frauen erfassen diejenige Seite der sozialen Wohlfahrt, die der Eigenart der Frau entspricht, wo wir unser Können am besten und zweckmäßigsten betätigen. Es ist gar nicht möglich, daß eine jüdische Frau ein Kind, eine Mitschwester in sittliches Elend und wirtschaftlichen Rückstand versinken sieht, ohne ihnen ihren rettenden Arm entgegenzustrecken. Das hat uns Religion, Erziehung und Beispiel gelehrt.

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