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B'nai B'rith · 1923-03-01 · 3 (3.1923) · p. [Seite]

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Journal
B'nai B'rith
Volume
2 (1923)
Issue
3 (3.1923)
Date
1923-03-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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MONATSBLÄTTER DER GROSSLOGE FÜR DEN CECHOSLOVAKISCHEN STAAT X., I. O. B. B. JAHRGANG IL NUMMER 3 MÄRZ 1923 INHALT: Die Bibel und wir. — Zwar und aber. — Bewegung im Mitgliederstande im Jahre 1922. — Vermögensstand und Vermögensgebarung der einzelnen Logen im Jahre 1922. — Repräsentanten der Logen für das Jahr 1923. — Tätigkeitsberichte IV. —VI. — Aus der Frauen-» Vereinigung der B'nai B'rith^Logen »Bohemia« und »Praga«. — Umschau. Die Bibel und wir. Von Br. Expr. Dr. Emil Spiegel. Das Folgende wollte ich anläßlich der Eröffnung des von der w. ,,Bohemia'' veranstalteten Bibelkurses*) sprechen. Durch Erkrankung damals daran verhindert, hoffe ich nicht ganz fehlzugehen in der Annahme, daß meine Darlegungen über den besonderen Anlaß hinaus einige Bedeutung behalten. In dem gedankentiefen Aufsatze Chaim Nachmann Bialiks über „Halacba und Aggada" (Der Jude 1919, S.61 ff.) wird auf eine Spelle aus dem Talmudtraktat Sabbatb hingewiesen, die folgendermaßen lautet: „Alle heiligen Bücher darf man (am Sabba+b) aus dem Brand retten .... Sind sie aramaeisch oder ir irgend einer anderen Sprache geschrieben .... ägyptisch, persiscr, elamisch oder griechisch .... so darf man sie aus dem Brand retten; Rabbi Jose aber sagt: man darf sie nicht ans dem Brand retten." Bialik wirft nun die Frage auf: Wem folgt die Halacha? Dem, der meint: „nur in der heiligen Sprache" oder dem, der meint: ,,auch in der Übersetzung und jeder Sprache"? Und er entscheide1sich dahin, aie Antwort darüber müßten wir aus dem Munde der Historie und des Lebens fordern. Nun, die Historie steht für uns erst in zweiter Linie; aber das Leben fordert von ans eine Entscheidung und unser Wille zum Leben muß sie uns geben. Denn wir haben die Bibel heute wieder einmal für uns zu retten. Und wenn auch die Frage des Talmud der Rettung am Sabba+h gilt, der eigentliche Streit geht doch um die »Sprache. Wie aber, höre ich sagen, ist die Bibel nicht in ungezählten Exemplaren vorhanden? Kann da von Gefahr ihres Verh st es die Rede sein? Gewiß! *) Siehe Umschau, S. 63.

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