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Jeschurun · 1896-08-01 · 10 (1.8.1896) · p. Seite 52

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Journal
Jeschurun
Volume
1896
Issue
10 (1.8.1896)
Date
1896-08-01
Page
Seite 52 (sequence 4)
Language
German
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— 52 — rujirn bezaar", ..obgleich von Schmerzen und Qualen gefoltert", so sagen sie, ..können die Unglücklichen doch nicht umhin, in den frommgläubigen Huldigungschor einziistmimen." Littorarisches. Moses Mendelssohn und die Aufgabe der Philosophie von Heinrich Kornfeld-Berlin. Verlag von Carl Duncker. Die jüd. Dankbarkeit schenkt allen Schriften, die irgendwie mit Moses Mendelssohn in Zusammen hang stehen, grosse Aufmerksamkeit. Auch das vorliegende Büchlein wird wohl in den Kreisen, in denen der Moses der Aufklärungsperiode beliebt ist, Beachtung finden. Das Problem, das es behandelt, „die Aufgabe der Philosophie"' gehört allerdings nicht zu den bedeutsamen Aufgaben der philosophischen Forschung. Wundt, Zeller, Lazarus, Paulsen u. a. haben über diesen Punkt das letzte gewichtige "Wort gesagt. Der monistische Trieb, der Drang, die Einzelerscheinungen zu einem einheitlichen Ganzen zu verbinden, erklärt das "Warum der Philosophie und das "Was der Philosophie haben Fichte, Schelling, Hegel, Fischer u. s. w. mit "Wissenschaft der Prinzipien umschrieben. Dessen ungeachtet kann man noch immer die Beförderung der Gesamtglückseligkeit mit dem Verfasser als wichtiges Moment der Philosophie betrachten. Ob M. Mendelssohn thatsächlich als besonders wichtiger Vertreter der letztern Ansicht zu betrachten sei — wie der Verf. glaubt, will ich dahingestellt sein lassen. Allenfalls scheint H. Kornfeld M. Mendelssohn- Schriften mit Ernst und Eifer studiert zu haben, weshalb ich seine Abhandlung empfehle. min', rntifl Erörterungen und Novellen zu den wichtigsten talmudisohen Abhandlungen (Schittoth) ans sämtlichen Traktaten des babylonischen Talmuds. Zu beziehen durch alle hebräischen Buchhandlungen und vom Verfasser, Kabbmer Kuben Fink, Hamburg, Engl. Planke. Das in unserer Zeit so überaus brachliegende Feld des eindringlichen Talmudstudiums wird in dem soeben erschienenen "Werke von einem scharfen, tief eindringenden Pfluge durchschnitten. Auf den 40 Druckbogen dieses "Werkes lagert sich ein kolossaler Fleiss und ein erstaunlicher Scharfsinn ab. In jeder andern "Wissenschaft würde man eine solche Leistung unter den überschwenglichsten Lobeserhebungen zu den schönsten Errungenschaften der Zeit rechnen. "Wer den Talmud zum Gegenstande seiner Anstrengungen macht, wird wohl auch diesen moralischen Erfolg entbehren müssen, geschweige denn gar irgend einen materiellen erzielen wollen. Der Verfasser scheint jedoch über beides sich völlig klar zu sein. Denn auf dem Titelblatt erklärt er sich bereit. Jedem, der danach verlangt, sein "Werk unentgeltlich zusenden zu wollen, und in der Vorrede lehnt er jede Anerkennung seiner Arbeit im vornherein ab. Das liefert jedenfalls den schlagenden Beweis, dass der gelehrte Verfasser trotz seiner abgezogenen, weitabliegenden Studien es nicht verlernt hat, mit den realen Faktoren dieser rauhen "Wirklichkeit zu rechnen. Der geneigte Leser wird jedoch bei Lektüre eben jener Vorrede erfahren, dass es nicht immer so traurig um das Los der "Wissenschaft innerhalb Israels muss bestellt .gewesen sein. Der Mann, dessen Andenken das vorliegende "Werk ehren und verewigen soll, hat durch eine hochherzige Stiftung sein gesamtes, in der peinlichsten Sparsamkeit aufgesammeltes Vermögen der Thora gewidmet. Der Ertrag desselben hat dem Verfasser jene Müsse gewährt, ohne welche wissenschaftliche "Werke einmal nicht zustande, kommen können. Es wird jedenfalls keine fürstliche Dotation sein, deren sich Verfasser rühmen kann. Dass er seinem kärglichen Acker eine so üppige Frucht abgerungen hat, könnte ihm zum Lobe gereichen, wenn er überhaupt ein Verlangen danach trüge. Das anzunehmen, fehlt jedoch jeder Anlass. Ueber den Inhalt eines so durchaus kritisch angelegten, streng halechischen "Werkes einiges nur anzudeuten, ist bei dieser Gelegenheit rein unmöglich. Für den Kenner genüge die Mitteilung, dass der Verfasser an die Talmudsheroen der jüngsten Vergangenheit anknüpft, sich mit ihnen auf Schritt und Tritt auseinandersetzt. Fast auf jeder Seite begegnen einem die Namen Akiba, Egers, Jacob Lissa's und Jesaia Pick's. Die klare, durchsichtige Darstellung, die strenge Festhaltung des behandelten Themas bei Vermeidung aller ununnötigen "Weitläufigkeiten unterscheiden dieses Werk vorteilhaft von andern seines Schlages. Ein besonderes Interesse wird ihm noch dadurch verliehen, dass Verfasser bei geeigneten Anlässen seine Disputationen über die bezüglichen Gegenstände mit den bedeutendsten talmudischen Koryphäen unserer Zeit mitteilt. Es ist dies ein weitausgedehnter Kreis scharfsinniger Geister. Zu demselben gehören der jüngst heinigegangene Naftali Zwi Berlin in Wilosin, Oberrabiner Sehmelkes in Lemberg, Jacob Josua in Kutuo, Landau in Oswiecim (Verfasser des "Werkes ini^ rniy) Elias Gutmacher in Grätz, Moses Gabriel in Chodsesen und besonders häufig der dem Verfasser eng befreundete Oberrabiner Marcus Hirsch in Hamburg. Es ist wohl selbstverständlich, dass, dort, wo so viele hervorragende Männer hobeln, für jeden, der sammeln will, Späne genug abfallen. Nur vorübergehend wird das Gebiet der Hagada gestreift, jedoch wo es geschieht, bekundet sich auch dort die vollendete Meisterschaft. Verfasser sieht zwar von jedem Erfolge ab, doch nicht von einem, nämlich: Jünger für das verwahrloste Feld der Thora zu erwecken. Möge ihm derselbe in reichstem Masse beschieden sein! Verantwortlicher Redakteur: A. Levin, Verlag von Siegfr. Cronbach, beide in Berlin. — Druck von E. Suttkus vorm. H. Post, Tilsit.

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