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Jeschurun · 1896-08-01 · 10 (1.8.1896) · p. [Seite]

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Journal
Jeschurun
Volume
1896
Issue
10 (1.8.1896)
Date
1896-08-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jeichnrun* Halbmonatsschrift für Pädagogik, Homiletik und Litteratur. (Beilage zur Allgemeinen Israelitischen Wochenschrift.) \o. lO. Berlin, 1. August. 1896. Inhalt: Die Lehrerkonterenzen. Von S. Sommerfeld-Chemnitz. Poesie und Geist der Messias-Apokalypse. Von Dr. D. Leimdörfer. Litterarisches. Die Lehrerkonferenzen. IV. Verein israelitischer Lehrer Mittel- Deutschlands. Versammlung am 24. und 25. Mai 1896 zu Halle a. S. in der Germania-Loge *) Nach den Begrüssungsansprachen der Herren Frank und Rosenberg eröffnet der Vorsitzende, Landrabbiner Dr. Salzer, die Versammlung. Er spricht über die Aufgaben und Ziele des Vereins und erstattet Bericht über die Vorgänge innerhalb #es Vereins im letzten Vereinsjahre. Die Mitgliederzahl hat sich erfreulicher Weise vergrössert. Doch auch einen schmerzlichen Verlust hat der Verein im letzten Jahre erlitten. Ein langjähriges, eifriges Mitglied und mehrjähriger Vorsitzender des Vereins, Herr Forckenheim-Mühlhausen i. Th., ist verstorben. Zu Ehren des Heimgegangenen erhebt sich die Versammlung von den Plätzen. — Jm Laufe des Jahres ist die langersehnte Vereinigung der israelitischen Lehrer Deutschlands zustande gekommen, und war vom Verein Herr Steinhardt-Magdeburg als Delegierter in Berlin. — Der Verein hat sich der Petition des Verbandes an das preuss. Abgeordnetenhaus dahingehend, dass ihren Lehrern die Dienstjahre in Privatschulen gleich denen an öffentlichen Schulen angerechnet werden sollen, angeschlossen. Sodann erstattet Steinhardt-Magdeburg den Bericht über den Delegiertentag in Berlin. Einleitend gab der Redner einen interessanten Ueberblick über das Vorgehen einzelner Vereine und einzelner Herren in der bekannten Frage der Zulassung staatlich nicht geprüfter Lehrer. Es wäre bedauerlich, dass dadurch, *) Anwesend waren 20 Mitglieder: Kabbiner Dr Salzer-St. Lengsfeld, Dr. Fessler-Halle, Dr. Salzberger-Erfurt, Lehrer Steinhardt-Magdeburg, Dr. Spanier- Magdeburg, Horwitz-Dessau, Sommerfeld-Chemnitz, Hoffmann- Themar, Hess-Weissenfeis, Stern-Halberstadt, Frank-Halle, K. Stern-Schönebeck, Emanuel-Eisenach, Röthler-Gotha, Goldschmidt-Quedlinburg, Ellgutter-Plauen i. V., S Böhm-Bernburg, Holländer-Berkach. Ausserdem wohnen der Versammlung bei, Landrabbiner Dr. Freudenthal-Dessau, Lehrer Goldberg-Köthen, Herr Rosenberg-Halle als Vertreter der Gemeinde Halle, Banquier Appelt-Halle als Delegierter des Deutsch - Israel.- Gemeinde-Bundes. Dr. med. Oppenheim-Halle als Vertreter der Germania-Loge. sowie durch das Auftreten einiger Delegierter, die mit dem Lehrerstande eigentlich recht wenig zu schaffen hätten, schon vor Beginn der eigentlichen Beratungen eine künstliche Erregung unter den Delegierten hervorgerufen worden sei. "Wenn trotzdem das Resultat der ganzen Beratung ein friedliches und günstiges gewesen sei, so habe das lediglich an der entschlossenen und energischen Haltung der Delegierten, die in "Wirklichkeit dem Lehrerstande angehörten, gelegen. In einem der Wahrheit völlig widersprechendem Artikel habe das „Lehrerheim'' in Breslau behauptet, eine von Herrn Dr. Lazarus-Köln einberufene Vorversammlung in Oasseis Hotel sei durch die Erklärung des Herrn Dr. Adler, ohne den Gemeindebund dürften die Lehrer nicht tagen, gesprengt worden, und habe ferner den Lehrer-Delegierten vorgeworfer!, dass ihre Abstimmungen sich immer nach den Wünschen des G.-B. gerichtet hätten. Das sei durchaus nicht der Fall, wie Redner an einzelnen Beispielen nachweist. Referent giebt sodann einen ausführlichen Bericht über den Gang der Verhandlungen und behält sich eine Würdigung der Debatte über die Frage der staatlich nicht geprüften Lehrer für das morgige Verbandsthema vor. Zum Schlüsse polemisiert der Redner in energischer Weise gegen den ,,Reichsverband'' und besonders gegen dessen Organ. Es hätten in den letzten Jahren wiederholt unberufene Vertreter des Lehrerstandes unter der falschen Vorspiegelung, die Interessen desselben zu vertreten, sich in den Vordergrund gedrängt,- in Wahrheit habe es sich dabei aber um Vertretung der Interessen Anderer oder um Befriedigung persönlichen Ehrgeizes gehandelt. Die Lehrer möchten doch solchen neuen Gründungen gegenüber sich vorsichtiger verhalten; der Fall ,,Ahawas Achim" gebe in dieser Beziehung reichlich zu denken. — Ellgutter-Plauen verteidigt die Ziele des Reichsverbandes, dessen Mitglied er ist; dieselben werden aber von Steinhardt und Horwitz-Dessau als einseitig geschildert. Es folgen nun Kassenbericht und einige Beschlüsse, innere Angelegenheiten des Vereins betreffend. Versammlung vom 25. Mai vorm. 8'/4 Uhr. Herr Röthler-Gotha verliest das Referat des durch Krankheit am Erscheinen verhinderten Lehrers Baumgart-Stadtlengsfeld über das Thema, „Schulfeiern und Schulandachten". Nach einer lebhaften Debatte gelangt folgende Resolution des Unterzeichneten zur Annahme: ,,Die Versammlung nimmt dankend Kenntnis von dem gedankenreichen Vortrage des Herrn Kollegen

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