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Jeschurun · 1896-07-01 · 8 (1.7.1896) · p. [Seite]

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Journal
Jeschurun
Volume
1896
Issue
8 (1.7.1896)
Date
1896-07-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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(Beilage zur Allgemeinen Israelitischen Wochenschrift.) Xo. 8. Berlin, 1. Juli. 1*96. L ehrerkonf er enzen. Inhalt: Von A. Peritz-Königsberg. Lehrerkonferenzen. 1. Ostpreussen. Der „Freie Verein jüdischer Religionslehrer Ostpreussens" hielt am 24. und 25. Mai seine Jahresversammlung in Alienstein ab. Es waren dazu von auswärts 35 Lehrer erschienen, zu denen sich noch eine Anzahl Gäste eingefunden hatten. Den ersten Tag der Versammlung bildete die General-Versammlung, die im „Deutschen Hause" tagte. Gegenstand derselben bildete zunächst der Bericht des Vorsitzenden über die Thätigkeit des Vereins im vergangenen Jahre. Gelte dasselbe einerseits mit Recht als das 1. Verwaltungsjahr des neugestalteten Vereins, so sei es doch andererseits mit Rücksicht auf die historische Entwickelung und die übernommenen Traditionen desselben als das 14. der kameradschaftlichen Verbindung ostpreussischer Religionslehrer anzusehen. Die bedeutsamste Thätigkeit entwickelte der Verein im verflossenen Jahre in Gemeinschaft mit dem Verein jüdischer Beamten des Regierungsbezirks Cöslin für die rechtliche Gleichstellung aller Vereinsmitglieder im neubegründeten jüdischen Lehrer-Verbande. Der Verein darf für sich den Vorzug in Anspruch nehmen, in seinem Kampfe für die Interessen der nichtseminaristischen Lehrer allen anderen führend vorangegangen zu sein und kann mit Genugthuung konstatieren, dass seine Bemühungen im wesentlichen von Erfolg begleitet waren. Die Versammlung dankte dem Kollegen Peritz-Königsberg für sein energisches Eintreten im Interesse der allgemeinen Sache durch Erheben von den Plätzen. Der Kassenbericht, erstattet vom Vereinskassierer Birnbaum-Königsberg, ergab bei einer Einnahme von 48,00 M. und einer Ausgabe von 57,15 M. ein Deficit von 9,15 M., das aber durch Ausstände gedeckt erscheint. Die Revision der Kasse erfolgte durch Gallandt - Lotzen und Kroner-Bartenstein, auf deren Antrag später die Decharge erteilt wurde. Ueber das im Entwurf zur Verteilung gelangte Vereinsstatut referierte Peritz - Königsberg. Dasselbe wurde im wesentlichen unverändert angenommen. Abänderungen erfuhren nur § 4. insofern der Jahresbeitrag von 1 auf 2 M. erhöht wurde und § 5 insoweit, als der Vorstand fortan nur aus 5 statt aus 7 Mitgliedern bestehen soll. Ausserdem wurde auf Antrag des Referenten noch die Bestimmung aufgenommen, wonach der Vorstand das Recht hat, für je 2—3 landrätliche Kreise einen Vertrauensmann zu erwählen, der ihn in der Ausübung der Geschäfte zu unterstützen hat. Die Vorstands wähl ergab für die nächsten 2 Jahre: Sturmann-Osterode, Vorsitzender; Peritz - Königsberg, Schriftführer;Birnbaum-Königsberg, Kassierer; Kanter - Ortelsburg und Karo-Allenstein, Beisitzer. Der Antrag des Vorstandes auf Anschluss an den Verband der jüdischen Lehrervereine i. d. R. wurde nach warmer Befürwortung seitens des Referenten Peritz - Königsberg und nach lebhafter Debatte angenommen. Sturmann-Osterode beleuchtete darauf in warmen Worten die Verdienste des seitherigen Vorsitzenden der Schulinspektion, Herrn Rabbiner Dr. Bamberger- Königsberg, um dasjüdisiche Schulwesen Ostpreussens und besonders um die Interessen der ostpreussischen Kultusbeamten und befürwortete namens des Vorstandes die Ernennung desselben zum Ehrenmitgliede des Vereins, dem die Versammlung einstimmig und unter Erhebung von den Plätzen zustimmte. In der für den folgenden Tag festgesetzen Tagesordnung musste die angesagte Lehrprobe im Pentat.- Uebersetzen fortfallen, weil Kanter-Ortelsburg plötzlich dringend verhindert war, zur Versammlung zu erscheinen. Als Vorort für die nächste Versammlung wurde Insterburg gewählt. Peritz-Königsberg berichtete noch zum Schlüsse über die im vorigen Jahre seitens des Vorstandes veranstaltete Sammlung zum Besten einer ostpreussischen Kultusbeamtenwitwe. Die Sammlung hat die Summe von ca. 1400 M. ergeben, wovon die Hälfte zur Begründung eines kleinen, nach den bisherigen Erfahrungen die Inhaberin ernährenden Geschäftes im letzten Berufsorte des verstorbenen Kollegen verwendet worden, während der Rest für unvorhergesehene Fälle für die Familie zinslich angelegt ist. Referent weist mit Genugthuung darauf hin, was der kollegialische Sinn hier Bedeutendes zustande gebracht hat. Die Versammlung dankt den Kollegen Peritz und Birnbaum-Königsberg, die sich in erster Reihe dafür bemüht haben, durch Erheben von den Plätzen. Ein namentliches Verzeichnis der eingegangenen Spenden wird nächstens veröffentlicht werden. Am zweiten Tage, den 25. Mai, fand die eigentliche Konferenz in dem vom Magistrat gütigst bewilligten Kommunal-Schulhause No. 2 (Wilhelmstrasse) statt.

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