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Jüdische Nachrichten · 1939-03-09 · 10 (9.3.1939) · p. Seite 7

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Journal
Jüdische Nachrichten
Volume
9 (1939)
Issue
10 (9.3.1939)
Date
1939-03-09
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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9. März. 1939. JÜDISCHE NACHRICHTEN 7 KES^ICHTJE KALENDER SCHABOS KI-SISOH, PARSCHES POROH. ADAR 20. Lichtzünden (in Bratislava) . 5.35 natt?-Ausgang . . . . . 6.25 vüv n*onp |öi ... 8.20 pmn njwa pnsn nron . . 5.15 Sämtliche Zuschriften und Geldüberweisungen sind an die Adresse der Bratislavaer Redaktion : Bratislava, Grössling 12. zu richten. In eigener Sache. Diese Woche haben wir unseren gesch. Abonnenten und Lesern Posterlagscheine zukommen lassen. Wir ersuchen auch auf diesem Wege all diejenigen, welche ihr Abonnement nocht nicht eingezahlt haben, von diesem Erlagscheine Gebrauch zu machen und die Ueberweisung der Rückstände ehestens vorzunehmen, damit in der weiteren Zustellung unseres Blattes keine Störung eintrete. Warten Sie bitte nicht bis wir Sie besuchen! Ersparen Sie uns diese Mühe und die damit verbundenen Unkosten. Leisten Sie auch Ihren kleinen Beitrag dazu, dass wir in die Lage versetzt werden, unser Blatt, das einzige traditionstreue Organ unseres Landes, weiter auszubauen. Die Redaktion u. Administraiion: Bratislava, Grössling 12. Der slovakische Unterrichtsminister empfangt eine orthodoxe Delegation. Bratislava. Der slovakische Minister für Schulwesen und Volkskultur Josef Sivak empfing eine Abordnung der orthodoxen Juden in der Slovakoi unter Führung von Oberrabbiner Schreiber. Gegenstand der Aussprache bildeten jüdisch-religiöse Angelegenheiten. — Palästinaopfer in Monath Februar. Im Monat Februar wurden in Palästina insgesamt 110 Personen getötet und 153 verwundet. Unter den Toten sin 13 Juden, unter den verletzten 53 Juden. In den ersten beiden Monaten 1939 wurden zusammen 220 Personen getötet und 265 verwundet. — Französischer Staatsmann erklärt: „Palästina niemals den Arabern versprochen". Paris. Botschafter George Picot, ehemals französischer Hochkommissar für Syrien, hielt in Paris ein Referat über die Balfour-Deklaration, und erklärte : Ich war bei allen Verhandlungen, die über die Zukunft Palästinas während der Friedensverhandlungen in Paris gepflogen wurden, zugegen; niemals war während dieser Verhandlungen davon die Rede, dass Palästina in den damals geplanten Bund arabischer Staaten eingeschlossen sein soll. Botschafter Picot gab die Ermächtigung, diese seine Erklärung der Oeffentlichkeit zu übergeben. — Niederschmetternder Eindruck des Schlachtverbotbeschlusses des Sejm auf die jüdische Bevölkerung. Warschau. Der Beschluss des Sejm, die Schlachtung nach jüdischem Ritus zu verbieten, (der Beschluss soll allmählich durchgeführt und in vier Jahren total wirksam werden) hat auf die orthodoxe jüdische Bevölkerung einen niederschmetternden Eindruck gemacht. Noch ist das Gesetz nicht in letzter Lesung beschlossen, aber angesichts des .,Wettlaufs um den Antisemitismus", der die Situation des jetzigen polnischen Sejm kennzeichnet, ist wenig Hoffnung vorhanden, dass sich der Sejm eines besseren bestimmt, falls nicht die Regierung ihre ganze Autorität gegen das Gesetz in die Wagschale wirft. Zahlreiche grössere jüdische Gemeinden wandten sich an den Ministerpräsidenten um Schulz der religiösen jüdischen Interessen. Das Präsidium des Rabbinerverbandes berief für den 7. März eine Konferenz der Rabbiner Polens ein. Die Proklamierung eines Buss- und Fasttages wird erwogen. — Austreibung der Juden aus Danzig begonnen. Danzig. Die erste Gruppe von über 500 Danziger Juden ist von den Behörden zur Zwangsauswanderung gebracht worden. Die Unglücklichen fanden sich am Freitag, 3. März, 4 Uhr morgens, Teile ihres Hab und Guts in riesigen Bündeln auf dem Rücken tragend oder mit sich schleifend, beim Zollhaus ein. Sie wurden durch Megaphon namentlich aufgerufen, jeder Auswanderer musste sich einer peinlichen Leibesvisitation nach Devisen unterziehen, hernach durften sie mit ihren Verwandten und Bekannten nicht wieder in Kontakt kommen. Kurz nach 6 Uhr wurden die Auswanderer — Männer, Frauen und Kinder — in Lasttautos verstaut und zur Deutschen Bahnstation Gebracht, von wo sie in versiegelten Waggons über Deutschland, ungarn und Rumänien nach dem Schwarzes Meer-Hafen Constantza gebracht werden sollen. Von dort sollen sie die Reise nach einem Ueberseeland antreten. FAMIIIEN ANZEIGER. .n"a nana nta sraö n&w mm n^it mann im jnnn 'an irnnan mi maan xato k^tö nnaian irrc*n nnssn nntoy miarotp nirrian Erbium nattfS dd-iibö 'Dinnn tsd n^'D^cr^a D^n jnn 'inim 'i nx-v 'D^paai mina nri3 p"»3a mbvüb x"ta^fc' naia bttps ans« n'"ö b"T> ptPBjnye p'piSN niaen man p b)*i nna wix na dp jrpnn n»pa lKia Miib n.ti amn^Tp p-pna« nuan pwn na npi« laina ntrnpö ptm pa« nwpn a.Ttr wjn man >r\mw yaity av mana an wn nuun ♦nanvn mmn *ann bv nana in^a rmaS pSp yb ktt 'raub Tiaw isbxn pnN ♦Wirst? -[b&bx "»as npa^tsin p"a im Die Chawüras Talmidim Galanfa gratuliert herzlichst Herrn Fülöp Schreiber, Humenne anlässlich seiner Verlobung. — Ein jüdisches Ambolatorium in Prag. Prag. In einem Stiflungshaus der Prager Kultusgemeinde wurde von der Jüdischen Krankenfürsorge ein Ambulatorium errichtet, dem der bekannte Arzt Dr. Salomon Lieben vorsteht. Das Ambulatorium soll mit der Zeit weiter ausgebaut werden, um allen sanitären Anforderungen entsprechen und die immer grösser werdende Zahl der jüdischen Hilfesuchenden betreuen zu können. Eine Anzahl der entlassenen jüdischen Universitäsprofessoren arbeitet bereits in dem Ambulatorium mit, andere haben ihre Mitarbeit in Aussicht gestellt. — Juden begrüssen Pius XII. Der rabbinische Rat Polens sandle an Kardinal Pacelli anlässlich seiner Wahl zum Papst ein Begrüsöuiigslölcgramni. Pj'ii^ideul de« jüd. Weltkongresses Dr. Stephen S. Vise begrüssle in einer Ansprache die Wahl des Kardinals Pacelli zum Papst. Unter dem neuen Papst, sagte er, wird der Vatikan weiter eines der Weltzenlren des Wiederstandes gegen alle Religion und Gerechtigkeit bedrohende Kreise sein. De Sola Pool im Namen des Synagogenrates in New York und Greenberg im Namen der Rabbinischen Versammlung beglückwünschen die katholische Welt zur Wahl Kardinal Pacellis zum Oberhaupt der Christenheit. Der Kanadisch-Jüdische Kongress in Montreal hat Papst Pius XII. telegrafisch zu seiner Wahl heglückwünseht. — Jüdische Gemeinde in Triest behördlich aufgelöst. Rom. Die Jüdische Gemeinde Triest ist von den italienischen Behörden aufgelöst worden. Begründet wird diese Massnahme damit, dass „die Verwaltung der Gemeinde nicht mehr funktionsfähig" sei, nachdem .,zahlreiche Mitglieder teils zurücktrielen, teils abwesend bezw. gestorben" seien. Zur Leitung der Gemeinde wurde ein Regierungskommissar eingesetzt. — Landeskirche von Thüringen nimmt getaufte Juden nicht mehr auf. Paris. Die evangelische Landeskirche von Thüringen hat diejenigen von ihren Mitgliedern, die der jüdischen Rasse angehören, ausgeschlossen; zugleich schreibt sie den Pfarrern vor, dass sie keine Juden mehr taufen dürfen. — Seit der Einführung des Christentums in Deutschland ist es das erste Mal, dass eine Kirche sich in aller Form zum Rassenprinzip bekennt und Andersgläubigen wegen ihrer Abstammung die Taufe verweigert. — Jüdisches Problem auf der Tagesordnung des Weltkongresses des Völkerbundliga. Der Vorstand des Weltverbandes der Völkerbundligen, der in Genf getagt hat, beschloß, den nächsten Weltkongress vom 26. Juni bis 1. Juli in New York abzuhalten. Es wurde für den Kongress eine Tagesordnung festgesetzt, deren Punkt 3 lautet: „Flüchtlingsfrage und jüdisches Problem." — Dr. Geza Fisch Augenarzt Bratislava, Sladkovicovä 11. ord. 10—12 u. 3—5. ht SWWht .p"BS ma-ia nSö rw wrp wiTjni 1 DB>a aito Stöi H3*Ö btt? DD aito ji^d nann bw npöipa \b) jnr ■»•a'Y-Tö nana xw #na löt» ^mpa b'n*i*ö*tb u^bj nn «unan Tim ir.n eraan not» nrt&i ninpaa ösön jnn omaa mnan pjn m aSun »juan *pn snaiiai n^biö rn S^iDtr rna ♦parpKn nnaa i«ia MF\b Lnanan nsn dw Sa *jibtv -rom aitD a,i2i?ij?i? 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Im Verlaufe einer längeren Aussprache über das jüdische Problem erklärte Ministerpräsident, die litauische Regierung erkenne die Rechte der Juden auf Palästina an, das ganze litauische Volk sympathisiere mit den jüdischen nationalen Aspirationen. — Zehntausend Flüchtlingsfammilien nach Paragua. Asuncion. Die Regierung von Paraguay hat einen Plan angenommen, der die Einwanderung von 10.000 Flüchtlingsfamilien aus der GSR. in Paraguay vorsieht. Aus einer Erklärung, die der Präsident des Einwanderungs-Departments abgegeben hat, geht hervor, dass Juden von dem Plan ausgeschlossen sind.

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