Jüdische Nachrichten
- Journal
- Jüdische Nachrichten
- Volume
- 9 (1939)
- Issue
- 8 (23.2.1939)
- Date
- 1939-02-23
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/9607246-9597272-9597327--64-9597335- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
8 JUDISCHE NACHRICHTEN 23. Februar 1939 Von Woche zu Woche. Berlin. Es verlautet, dass das deutsche Memorandum u. a. das Zugeständnis enthätt, den deutschen Juden bis zu ihrer Auswanderung eine kaufmännische Betätigung zu erlauben, was ihnen bekanntlich seit 1. Januar 1939 gemäss dem Göring-Dekret verboten ist. Budapest. Der bekannte ungarische Soziologe und Erforscher des Dorflebens Geza Feja erklärt öffentlich, dass die Bauernmassen Ungarns die ständige fanatische Hetze gegen die Juden verabscheuen und gegen Judengesetze sind. Prag. Mr. Robert Stopford, der der Runcimann-Mission angehört hatte, traf als Abgesandter der britischen Regierung in Prag ein, um an den Verhandlungen über die Verwendung der 4 Millionen Anleihe, die England für die Auswanderung der Flüchtlinge zur Verfügung gestellt hat, teilzunehmen. Bukarest. Täglich spielen sich unter denjenigen Juden in Rumänien, die im Zuge der Revision der Staatsbürgerschaften ausgebürgert worden sind — ihre Zahl beträgt über 100.000 — furchtbare Tragödien ab. Warschau. Die erste Gruppe von 54 Flüchtlingskindern aus dem Lager in Zbaszyn ist in England eingetroffen. Das Alter der Kinder bewegt sich zwischen 18 Monaten und 16 Jahren. Beograd. Der neue Justizminister, Ruzic, staltete dem Oberrabbiner von Jugoslavien Dr. Isac Alkalay, einen Aatrittsbesuch ab. Er verblieb längere Zeit in freundlichem Gespräch mit. dem Oberrabbiner. Rom. Das Amtsblatt veröffentlicht folg. Dekret : „In die fascistische Partei können Personen, die gemäss den gesetzlichen Bestimmungen als zur jüdischen Rasse gehörend zu betrachten sind, nicht aufgenommen werden." Bi^afelstr^Dfe^ü^ische Gemeinde in Konstantza sandte an alle bedeutenden Gemeinden in Polen, Litauen und Rumänien Rundschreiben, in denen Auswanderer gewarnt werden, ohne Dokumente und Mittel nach Konstaritza zu kommen. Warschau. Vor einigen Tagen begab sich die erste Gruppe der vertriebenen polnisch-jüdischen Bürger zurück nach Deutschland, um dort ihre Geschäfte zu liquidieren. Amsterdam. Die holländische Regierung bescholss eine Kommission nach Holländischindien entsenden, um zu untersuchen, ob dort Flüchtlinge untergebracht werden können. Rom. Auf einer Insel in der Nähe der süditalienischen Küste wird gegenwärtig ein Konzentrationslager für ausländische Juden errichtet, denen es nicht möglich sein wird, gemäss dem Ausweisungsdekret für ausländische Juden das Gebiet Italiens bis 12. März zu verlassen. Warschau. Jüdische Studenten in Polen kämpfen gegen das Hochschul-Ghetto. Im Jahre 1932 studierten an polnischen Hochschulen 9000, jetzt nur noeq 4500 Juden. 1939 sind in Pie ersten Jnhrgänge fast keine Juden mehr aufgenommen worden. Die Behörden stellten das Ultimatum an die jüd. Studentenschaft, entweder die Ghetto-Verordnung anzunehmen oder den Hochschulen ganz fernzubleiben. Prag. Zum ersten Mal seit September v. J. hat jetzt wieder eine Sitzung des unter der Leitung von Dr. Walter Kohner stehenden zionistischen Zentralkomitees für die GSR. stattgefundenen. Referate hielten Jakob Edelstein, Dr. Franz Kahan und Dr. Paul März. Berlin. Aus Berlin wird gemeldet, dass auf Grund der polizeilichen Anordnungen 160.000 Juden ihre Vornamen ändern oder die satznahmen Sara bezw. Israel ihren bisherigen Vornamen hinzufügen müssten. Jerusalem. Eine Abordnung sephardischer Juoen hat sich nach der Insel Rhodes begeben, um die Lage der dortigen jüdischen Gemeinde zu studieren. — Für die Einwanderung von Flüchilingsreisen in Amerika. Washington. Senator Smathers (New Jersey) brachte im Senat einen Gesetzesantrag ein, wonach politischen und religiösen Flüchtlingen über 65 Jnhren erlaubt werden soll, in die Vereinigien Staaten einzuwandern, unter der Bedingung, dass garantiert wird, dass sie weder einem gewinnbringenden Erwerb nachgehen noch der Oeffentlichkeit zur Last fallen werden. — Australien lehnt Ansiedlung von Flüchtlingen in Neu Guinea ab. Melbourne. Die australische Regierung hat den Vorschlag, auf dem Plateau in Neu-Guinea eine jüdische Kolonie zu errichten, abgelehnt. Ministerpräsident Lyons erklärte, die Regierung sei gegen jede geschlossene Ansiedlung ausländischer Einwanderer; sie sei der Ansicht, dass Fremde auf verschiedene Gebiete aufgeteilt werden sollen, wo sie von der allgemeinen Lannesbevölkerung absorbiert werden können. — Warschau. Es werden alle Vorbereitungen zur Liquidierung des Lagers in Zbaszyn zum 31. März getroffen; ein Teil der Vertriebenen begibt sich nach Südamerika. — Schatzkanzler Sir Simon teilt die die Zahl der jüdischen Flüchtlingen, mit. London. Das Unterhaus nahm am Dienstag, 14. Februar, in dritter Lesung das Gesetz über die Anleihe an, welche der Tschecho-Slovakei zur Ansiedlung von Flächtlingen gewährt werden soll. Vor der Abstimmung teilte Schatzkammer Sir John Simon u. a. mit, dass von den insgesamt 186.000 Flöchtlingen in der CSR. 15.000 Juden sind. 1746. Juden nach Südafrike zugelassen. Johannisburg. Einer amtlichen Mitteilung zufolge eind vom 1. Februar 1937, dem Tage des Inkrafttretens des neuen Einwanderungsgeselzes, bis 31. Dezember 1938 insgesamt 6351 Fremde in Süd-Afrika zugelassen worden. Von ihnen waren 1946 jüdischer Abstammung, u. Von den Einwanderungsbehörden abgelehnt -WHfdefHöggegäült" 5323"Gesüche um Zulassung, darunter 3275 Gesuche von Personen jüdische Abstammung. — Die Gujana-Commission in Georgetown eingetroffen. Georgetown. Sir Geoffray Evans und Sir Grawford Douglas-Jones, die britischen Mitglieder der Kommission, die die Möglichkeiten einer grosszügigen Kolonisation jüdischer Flüchtlinge in Britisch-Guyana, eingetroffen. Die amerikanischen Mitglieder der Kommission trafen bereits am Freitag ein. Die Frage der Kanalisierung Tel-Avivs. Auf eine Anfrage von Abg. Thos. Williams erwiderte Kolonienminister Malcolm Mac Donald schriftlich, es seien gegenwärtig zwischen der Palästina-Regierung und der Tel- Aviver Stadtverwaltung Besprechungen über die Möglichkeit der Aufnahme einer Anleihe — der grösste Teil derselben soll in Palästina selbst aufgebracht werden — zur Deckung der Kosten der Schaffung einer Kanalisationsanlage in Tel Aviv im Gange. Englisch Unterricht mit schnellem und sicherem Erfolg. Wichtig für Auswanderer. % Frau lenke Szekely Presov, Klinkova 63. rO^fl- Am Freitag, den 10. Feber ist vom Staatsautobus zwischen Presov-Vranov ein Reisekoffer u. a. mit Talis und Tefilin verloren gegangen. Wer davon Kenntnis hat, wird gebeten nebst Vergütung der Kosten an Segal Hutfabrik Chust, es zu melden. Kleiner Anzeiger. Tarif für Konkurse und kleine Anzeigen: Bei einmaliger Einschaltung 80 Heller pro Wort. Fett gedrukt Kc 1.60 Für Stellensuchende 40 resp. 80 Heller. Der Gegenwert ist in vorhinein einzusenden, eventuell in Briefmarken. Zur Weiterleitung der Chifre-Briefe ist Kc" 1.— beizulegen, ansonsten werden diese nicht weitergeleitet. Die Adressen der Chifre-Briefe werden nicht ausgefolgt. SUCHE selslständiges, praktisches Mädchen zu einem 1-jährigen Buben. Offerle an : Moritz Grünhut, Trnava. 40 JÄHRIGE WITWE, mit eigenem gutgeh. Geschäfte, und etwas Mitgift, sucht zwecks Ehe, frommen Kaufmann oder Gewerberbetreibenden, da sie allein das Geschäft nicht führen kann. Unter Chiffre „Masel" an die Bratlslavaer Adm. SUCHE Schneidergehilfen, selbständigen, präzisen Arbeiter in Sacco und Ueberzieherarbeit. Samuuel Jacubovits. Revuca. SUCHE zum sofortigen Eintritt, verlässliches, jüdisches Mädchen, für kleineren Haushalt. Adresse bei der Btatislavaer Administration. ZUR WEITERLEITUNG von Chifre Briefen ist Kc 1.— in Marken beizuschliessen. SUCHE per sofort eine Stelle als Erzieherin oder Hauslehrerin. Gefällige Anträge unter Chiffre „Definitive Lehrerin" an die Presover Administration. EMIGRANT 33 Jahre alt, religiös, wünscht hübsehes Mädchen höherer Statur, brünet, bis 25 Jahren mit etwas Barvermögen zwecks sofortiger Auswanderung nach Palästina zu heiraten. Lichtbild erwünscht. Unter Chiffre „Rascher Entschluss" an die Bratislavaer Adm. SEHR GUTE KÖCHIN, welche die ganze Wirtschaft versieht, wird sofosl bei guter Behandlung und Bezahlung aufgenommen. Gustav Fischer, Bratislava, Michaliks bräna 15. Konkurs. Die Krompacher orth. israelitische Kultusgemeinde schreibt hiermit einen Konkurs zur Aufnahme eines Schachters und Vorbeters aus, unter folgenden Bedingungen : 1. ) Bewerber muss ein tadelloser nb^sn ^J?3 und *nip Ssn sein, tottni np^-o npun Sma wird bevorzugt. 2. ) Vorbedingung csl. Staatsbürgerschaft. 3. ) Gehalt 6.000 K jährlich, Wohnung, 16 m. Brennholz pre Jahr, ganze ntDTKtf und alle Nebeneinkommen. 4. ) Reisespesen werden nur dem Gewählten vergütet. 5. ) Offerte sind bis zum 1. März 1. J. an den Gemeindepräses einzusenden. Krompachy, den 30. Jänner 1938. Leopold Altvater Präses. Isidor Guttmann Schriftführer. Rasiere dich ohne Messer mit ärzfl. empfohlen gesch. geruchlos! Bestes Rasierpulver der Gegenwart. Allcinerzeuger: JOSEF HEINOVITS, BRATISLAVA Royko-Passage. Kapuzinska 4. Verlangen Sie Muster! Pouzivane znämky nov. dovoleno vynosom riad. post. a telegr. v Kosiciach pod 2is. 159.650 — IV. 31 a v Bratislave pod eis. 141.021 — lila 38. Podaväci post. ürad Presov 1. a Bratislava 2. — VydavateF a tla2. M. Herman Klein v Prelove.