Mannheim
Compact Memory

Jüdische Nachrichten · 1939-02-09 · 6 (9.2.1939) · p. Seite 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Nachrichten
Volume
9 (1939)
Issue
6 (9.2.1939)
Date
1939-02-09
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/9607246-9597272-9597309--45-9597316
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

9. Februar. 1939. JÜDISCHE NACHRICHTEN 7 BERICHTE KALENDER SCHABOS JISRAJ, SCHEVAT 22. Lichtzünden (in Bratislava) . 5.— HS^-Ausgang.....5.50 n«np |Ö1 *]1D ... 8.50 pmn nprcs pSan nrun . . 6.05 Sämtliche Zuschriften und Geldüberweisun gen sind an die Adresse der Bratislavaer Redaktion : Bratislava, Grössling 12. zu richten. — In eigener Sache. Diese Woche haben wir unseren gesch. Abonnenten und Lesern Posterlagscheine zukommen lassen. Wir ersuchen auch auf diesem Wege all diejenigen, welche ihr Abonnement noch nicht eingezahlt haben, von diesem Erlagscheine Gebrauch zu machen und die Ueberweisung der Rückstände ehestens vorzunehmen, damit in der weiteren Zustellung unseres Blattes keine Störung eintrete. Warten Sie bitte nicht bis wir Sie besuchen! Ersparen Sie uns diese Mühe und die damit verbundenen Unkosten. Leisten Sie auch Ihren kleinen Beitrag dazu, dass wir in die Lage versetzt werden, unser Blatt, das einzige traditionstreue Organ unseres Landes, weiter auszubauen. Die eRdaktion u. Administration: Bratislava, Grössling 12. — Richtigstellung. Auf der ersten Seite unserer vorwöchentlichen Ausgabe im Artikel Palästina-Konferenz" soll es richtig heissen : Auch die Agudas Jisroel, die der Jewish-Agency nicht angehört, wird in dem Komitee vertreten sein. — Aktion zwecks gemeinsamer Auswanderung 200 jüdischer Familien nach Canada^ Bratislava. Mit Unterstützung des amerikanischen National Goordination Kommittee for Aid lo Refugees and Emigrants und der Jewish Agricultural Association in New York geht ein spezielles Bratislavaer-Komitee jetzt daran, 200 jüdische Familien aus der Slovakei als ein Farm Kollektiv nach Kanada zu bringen, wo sie in einem klimatisch gesunden Gebiet Boden zugeteilt erhalten, auf dem sie allgemeine Landwirtschaft, Obstkultur und Viehzucht treiben werden. Laut der Zählung von 1931 gab es in Canada 155.614 Juden (1.5 Proz. der Bevölkerung), deren Zahl sich inzwischen auf cca. 170.000 erhöht dürfte. Davon Leben 60.000 in Montreal, 40.000 in Toronto, 15.000 in Winnipeg, der Rest in den übrigen Städten. — Ministerpräsident Dr. Tiso zur Judenfrage. Der slovakische Ministerpräsident Dr. Tiso erklärte in einer in seiner Heimatstadt V. Bylca gehaltenen Rede : Ich weiss, dass viele eine energische Lösung der jüdischen Frage wünschen. Ja, es ist ein Gebot der Zeit, diese Frage zu lösen, es ist jedoch ein Gebot der Notwendigkeit, sie mit Besonnenheit zu lösen, damit die nationalen Interessen nicht geschädigt werden. — Frau Adolf Frankl rry. Unter grosser Beteiligung der Budapester Judenheit aller Schattierungen, wurde die Witwe des allseits bekannten Adolf Frankl b"1, vorige Woche zu Grabe getragen. Frau Sarah Frankl erfreute sich nicht nur in Budapest sondern im ganzem Lande einer besonderen Beliebtheit. Als wahre fnn^K stand sie stets ander Seite ihres grossen Gatten und unterstüzte ihm bei seiner verantwortungsvollen Arbeit. Eine besondere Klugheit gepaart mit Güte und Liebe schmückten Frau Sarah Frankl. Sie war eine wahre Sara-Mutter, die überall dort zu finden war, wo es galt jüdischen Menschen zn helfen, wo es galt für Thora und Judentum zu leiden. —- Samuel Bernfeld b"1. Einen unersetzlichen Verlust hat die Debrezener orth. jüdische Gemeinde zu verzeichnen, Samuel Bernfeld, Zentralratsmitglied der ung. orth. Landeskanzlei, langjähriger Gemeindevorsteher, Leiter vieler sozialen Institutionen hat seine edle und heilige Seele ausgehaucht. Es ist nicht möglich im Rahmen eines Zeitungsberichtes die Vorzüge und Leistungen dieses weit über Ungarn hinaus in orth. jüd. Kreisen bekannten Mannes gebührend zu würdigen. Sein ganzes Leben lang kämpfte Samuel Bernfeld für Recht und Gerechtigkeit, für Wahrheit und Nächstenliebe und nicht zuletzt für Thora und Tradition. — Türkische Regierung widerruft Ausweisungsbefehle von Emigranten. Ankara. Die gegen eine Anzahl in der Türkei lebender jüdischer Familien deutscher bzw. österreichischer Staatsangehörigkeit erlasssnen Ausweisungsbefehle sind zurückgezogen worden, nachdem an den Innenminister ein diesbezüglicher Appell gerichtet worden war. Ausserdem wurden die Behörden angewiesen, jeden einzelnen Fall von Juden fremder Staatsangehörigkeit, die bereits aus der Türkei ausgetrieben worden sind, zu untersuchen. — In der Türkei gibt es keine Judenfrage. Ankara. Ein bekannter türkischer Journalist und Abgeordnete schreibt in einem Artikel in der Zeitung „Yeni Sabah", es könne in der Türkei eine jüdische Frage nicht geben. Der Geist der Toleranz und der Gerechtigkeit der Türken und ihre hohe Auffassung von Moral und Humanität mache es ihnen unmöglich zu verstehen, wie Antisemitismus überhaupt existieren kann. — Eine neue Kolonie in Palästina. Jerusalem. Die einstige landwirtschaftliche Versuchsstation der Jewish Agency in Gewet (Emek Jezreel) wurde in eine jüdische Kolonie umgewandelt; es siedeln sich dort zunächst 64 Mitglieder der Arbeiterjugend an. Die Kolonie erhielt den Namen „Kfar-awodah" (Arbeitsdorf). — Polen verhandelt mit Paraguay und Bolivien wegen Judeneinwanderung. Warschau. Die polnische Regierung hat ihre Vertreter in Paraguay und Bolivien beauftragt, mit der Regierungen dieser beiden Länder, mit denen bereits Abkommen über Einwanderung landwirtschschaftlicher Arbeiter aus Polen getroffen worden sind, Verhandlungen über Erleichterung der Einwanderung von Juden aus Polen aufzunehmen. — Mussolinis Standpunkt zur Judenfrage. London. Im Verlaufe seiner Erklärung im Unterhaus über seinen Besuch in Rom kam Premierminister Neville Ghamberlain auch auf das jüdische Problem zu sprechen und sagte : Hinsichtlich der jüdischen Frage ist klar zutage getreten, dass Mussolini die Angelegenheit als eine internationale betrachtet, die durch irgendeinen einzelnen Staat allein nicht gelöst werden kann, sondern auf breiterer Grundlage behandelt werden muss. — Austreibung ausländischer Juden aus¬ Bulgarien. Sofia. Die Polizeidirektion in Sofia und die Polizeistellen im übrigen Land haben die in Bulgarien lebenden Juden deutscher, italienischer, spanischer und griechischer Staatsbürgerschaft aufgefordert, das Land innerhalb einer Frist von einer Woche bis zwei Wochen zu verlassen. Die Betroffenen sind von einer schweren Panik ergriffen, die Tore der Nachbarländer sind ihnen versperrt. — Britisch Honduras lässt jüdische Flüchtlinge nicht hinein. Die Regierung von Britis ch-Honduras hat wegen der im Lande herrschenden Wirtschaftskrise beschlossen, 83 jüdische Flüchtlinge aus Deutschland, die sich an Bord des deutschen Dampfers „Caribia" unterwegs nach der Hafenstadt Belize befanden, nicht in Land zu lassen. Hiervon durch Radio verständigt, änderte das Schiff den Kurs. — Litauischer Premierminister gegen Antisemitismus. Kaunas. Der litauische Premierminister Mironas wandte sich in einer Pressekonferenz gegen die „aus dem Ausland herüberwehenden Winde", welche nach Litauen gewisse „Krankheitsbazillen" bringen und dasu beitragen, die Beziehungen zwischen den verschiedenen Teilen der Bevölkerung zu ver- Wir gratulieren herzlichst unserem langjährigen und verdienstvollen Vorstandsmitgliede Herrn Mayer Just zu seiner Verlubung mit Frl. Gizi Porgesz aus Topolcany. Im Namen des Tiferes Bachurim, Vrhove Eugen Herzog. Die Chawüras Talmidim, Galanta gratuliert herzlichst, Herrn Mayer Just, Vrbove zu seiner Verlobung. schärfen. Mironas appellierte an die Pressevertreter, die Diskussionen zwischen Mehrheit und Minderheit der Bevölkerung in einem sachlichen und freundlichen Ton zu führen. Die Erklärung des Premiers wurde als ein Versuch aufgefast, die infolge der letzten scharfen antisemitischen Auslassungen einer Reihe litauischer Zeitungen und des litauischen Radio aufgeregten Gemüter zu beruhigen. — Ein jüdisches Buch über unsere Lage. Jerusalem. Der Vorstand der Jüdischen Gemeinde Jerusalem beschloss die Harausgabe eines „Schwarz-Buch" in hebräischer und englischer Sprache. Das Buch soll kommenden Geschlechtern über die grauenvollen Martern berichten, denen die Juden in den verschiedenen Ländern im 20. Jahrhundert ausgesetzt sind. Das Buch wird u. a. sämtlichen Abgeordneten der Parlamente aller Länder zugestellt. — Palästina soll auch Schulungsland werden. London. Sir Nein1 Malcolm machte den Vorschlag, dass Palästina nicht allein als Einwanderungsland, sondern auch als ein Schulungsland für Flüchtlinge dienen solle, die später in andere Länder gebracht werden sollen. Damit würde Palästina seine Bestimmung als ein wirkliches Nationalheim erfüllen; ist doch England das Nationalheim für Tausende und Abertausende Menschen in den Dominien. — Tagung der American Jewish Koimtee. New York. Am Sonntag, 29 Januar, fand in New York die 32. Tagung des American Jewish Gomitee statt. In seiner Begrüssungskundgebung plädierte der Präsident des Comitees Dr. Gyrus Adler für Stärkung der jüdisch religiösen Institutionen in Amerika als „beste Antwort auf den Rassismus". Die eindeutigen Aeusserungen des Papstes gegen Sassismus u. Antisemitismus werden als „wahre Ansicht des italienischen Volkes" aufs wärmste begrüsst. Ferner wird der Hoffnung Ausdruck gegeben, dass die Londoner Palästina Konferenz eine Formel finden wird, wie der Konflikt zwischen Juden und Arabern friedlich gelöst werden kann. Die polnischerseits gemachten Vorschläge betreffend Massenauswanderung werden als „ungesund" bezeichnet. Englisch Unterricht mit schnellem und sicherem Erfolg. Wichtig für Auswanderer, Frau Lenke Szekely Presov, Hlinkova 63. pTiön tö pnnö1? iS^n cnia^ nap •njn "2 fjDKn ut rn^oyaoiB^ip irDp«nt<nön« v* Verbreitet unser Blatt!

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.