Jüdische Nachrichten
- Journal
- Jüdische Nachrichten
- Volume
- 9 (1939)
- Issue
- 2 (12.1.1939)
- Date
- 1939-01-12
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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- Beirut 1× ep/1047833
- Safed 1× ep/1046078
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12. Januar. 1939. JUDISCHE NACHRICHTEN 7 BERICHTE KALENDER SCHABOS Semos, TEVES 23. Rajsch-Chajdesch benlschen Lichtzünden (in Bratislava).....4.20 DD vT-Ausgang.........5.10 parc nanp |öt *jid .......9.— pmn niws pban nron ...... 6.30 Die Adresse der neuenBrtislavaer Redaktion ist Bratislava, Grössling 12. Sämtliche Zuschriften und Geldüberweisungen sind an diese Adresse zu richten. — Die Palästina-Araber holen sich vom Ex-Mufti Instruktionen. Die Palästina-Regierung hat dem führenden Mufti-Anhänger Shibli Jamal gestattet, sich nach Beirut zu begeben, um dortselbst mit dem Jerusalemer Ex-Mufti zu konferieren, Es verlautet, dass die aus ihrem Exil auf den Seychellen-Inseln zurückgekehrten 5 palästinensische Araberführer, die sich gegenwärtig in Kairo aufhalten, jetzt doch Libanon-Visa erhallen haben. Sie werden sich vor Beginn der Londonor Palästina-Konferenz nach Beirut begeben, um mit dem Mufti über die in London zu verfolgende Taktik zu beraten. — Die amerikanische Presse begrüsst Prof. Frankfurters Ernennung zum Mitglied des obersten Gerichts. Die amerikanische Presse begrüsst einmütig die Ernennung von Prof. Felix Frankfurter zum Mitglied des Obersten Gerichtshofes der Vereinigten Staaten. „New York Times" schreiben, durch die Ernennung Prof. Frankfurters werde dem Obersten Gerichtshof noch mehr Kraft und Würde verliehen. „New York Herald Tribüne", Organ der Republikaner, sagt, frankfurter vereinige in sich alle jene hohen Qualitäten, wie sie für den Obersten Gerichtshof erforderlich sind. — Die rumänischen Auslandskonsulate erteilten Durchreisevisa. Durch Intervention beim Ministerium des Aeusseren galang es der Leitung der jüdischen Gemeinde in Bukarest durchzusetzen, dass die durch Konstanza nach Palästina Reisenden, von den zuständigen Konsulaten ohne besondere Schwierigkeiten ihre Durchreisevisa erlangen. Die Serviciul — Martim — Roman Schiffahrtsgesellschaft besorgt nötigenfalls die Visa und erteilt bei der Reise den Emigranten eine 50 Proz. Ermässigung. — Die Wiener Agudas Jisrocl appelliert an ihre rumänische Gesinnungsgenossen. Die Leitung der Wiener Agudas Jisroel wandte sich diese Tage in einem vielsagenden Schreiben an die Aguda von Rumänien, dem wir Einiges entnehmen. „Sehr geehrte Herrn! Wir sind so frei uns mit folgender Bitte an Sie zu wenden. In hiesigen Rolhschildspital, haben wir die Möglichkeit in noch ganz geringen maasse eine koschere Küche zu führen. Wenn wir diese kleine Sektion auch weiterhin aufrechterhalten sollen, ist es unbedingt nötig, dass allwöchentlich 100 kleine Pakete als Liebesgaben an die Adresse des Rotschildspitales einlaufen. Diese Pakete mögen ingesamt 48 klg. Fleisch beinhalten. (Sollte jemand aus unserem Lande eine ähnliche Liebesgabe senden, so machen wir darauf aufmerksam, dass diese Sendungen 50 Dgr. nicht übersteigen dürfen und als „Muster ohne Wert" versendet werden müssen. Selbstredend soll des Fleisch plombiert sein.) — Die Unruhen in Palästina. (Havas) Die Agitation in Palästina hat wieder zugenommen, es werden Kämpfe zwischen Arabern und Militär aus der Gegend von Safed, an der Grenze Libanos und in der Ungebung von Nablus gemeldet. Auf Seite der Araber soll es etwas 30 Tote und Verletzte gegeben haben. Ein brtischer Soldat wurde getötet, während ein britischer Leutnant verletzt wurde. Im Judenviertel von Safed wurden zwei Juden getötet. Die Truppen nahmen 500 Verhaftungen vor. — Der Aussenminister von Dänemark gegen die Arisierungsbestrebungen. Koppenhagen. Nachdem vor kurzem sowohl der schwedische als auch der norwegische Aussenminister sich gegen die deutschen „Arisierungs"- Bestrebungen in Skandinavien in aller Schärfe ausgesprochen hatten, hat nunmehr auch der dänische Aussenminister Dr. Münch in einer Neujahrsrede zu dieser Frage Stellung genommen. Der Aussenminister bestätigte, dass deutsche Firmen ihre jüdischen Vertreter in Dänemark entlassen haben und das die jüdischen Leiter in Dänemark bestehender deutscher Filialgesellschaften entfernt worden sind. Dagegen treffe es nicht zu, dass Versuche unternommen worden seien, auf grosse dänische Kaufhäuser einen Druck auszuüben, dass sie ihre jüdischen Angestellten entlassen. Sollten solche Bestrebungen unternommen werden, so können die dänischen Geschäftsleute überzeugt sein, dass sie bei der Zurückweisung solcher Aufforderungen die öffentliche Meinung des Landes hinter sich haben werden. — Die polnische Juden in Danzig nicht von der Austreibung belroften. Paris. ITA. Wie wir bereits mitgeteilt haben, hat der diplomatische Vertreter Polens in Danzig an den Senat des Freistaates eine Note gerichtet, in der die polnische Regierung darlegt, dass sie für jeden Fall der Austreibung eines Juden aus Danzig gleichartige Massnahmen gegenüber Danziger Bürgern in Polon ergreifen werde. Auf diese Note hin wird von autorativer Seite in Danzig erklärt, dass die vom Senat ergriffenen Massnahmen nur die Danziger Juden betreffen. Diese Erklärung, die vorläufig keinen offiziellen diplomatischen Charakter trägt, wird in interessierten Kreisen mit Skepsis aufgenommen. Gemäss einer Verfügung des Danziger Senats dürfen ab 1. Januar 1939 jüdische Aerzle in Danzig ihren Beruf nicht mehr ausüben. Nur zweien dieser Aerzte wurden erlaubt, jüdische Patienten zu behandeln. Christliche Aerzte dürfen jüdische Kranken nicht UleLr L.LucJ.L.. — Tragische Liquidation einer jüdischen Gemeinde in Danzig. Paris. Die jüdische Gemeinde des Danziger Badeortes Zoppert hat die Selbstauflüsung beschlossen. Der Beschluß wurde mit der „Abwanderung eines grossen Teiles der Gameindemitglieder und mit der in der nächsten Zeit zu erwartenden weiteren Verminderung der Mitgliederzahl der Gemeinde begründet. Heute leben noch im Zoppot rund 500 Juden, die ebenso wie die gesamte Judenschaft des Freistaates vom Danziger Senat die ullimative Aufforderung zur Auswanderung bis spätestens Ende März erhalten haben. — Zahl der Jüdischen Bevölkerung in Palästina. Jerusalem. In dem letzten Bulletin des statistischen Amtes der Palästinaregierung wird die Zahl der Gesamtbevölkerung Palästinas per Ende September d. J. mit 1,420.259 angegeben; von diesen waren 403,497 Juden, 895.144 Mohamedaner, 103.831 Christen, 11.787 Drusen und andere. Von Januar bis Oktober kamen 10.987 Juden, gegenüber 9530 in der gleichen Periode des Vorjahres, und 1.680 Nichtjuden, gegenüber 1.657 im Vorjahre, ins Land. 15.260 Juden und 237 Nichtjuden haben in der Berichtsperiode die palästinensische Staatsbürgerschaft erworben. — Vier Synagogen in Berlin geöffnet. Berlin. In vier von den 12. grossen Synagogen Berlins dürfen wieder Sabbathgottesdienste abgehalten werden. Ein Versuch, auch die anderen acht Synagogen, die sämtlich sei es zum Teil sei es vollständig ein Raub der Flammen während der Novemberpogrome geworden sind, zu öffnen, wurde nicht unternommen. KORRESPONDENZEN: * ARBEITSZERTIFIKAT. Auf diese Sorte von Zertifikaten haben bloss junge Leute bis 55 Jahren Aaspruch. Die Hauptbedingung, zur Erlangung eines Arbeiterzertifikates ist die Absolvierung einer zweijährigen landwirtschaftlichen Hachschara. JESCHIV AZERTIFIKAT. Wenn Sie Verwandte in Erez Jisroel haben, die für Sie 100—150 Pfund in eine palästinensische Bank als Garantie erlegen, oder aber sonst für ihren Lebensbedarf von zwei Jahren zu sorgen gewillt sind, so können Sie in eine palaestinensische Jeschiwa aufgenommen werden. Naehere Informationen erhallen Sie von der Agudazentrale in Bratislava, Zupne näm. 2. CHILE. Nach Chile bestehen ganz günstige Auswanderungsmöglichkeiten. Sie müssen sich bei der Hicem-Zentrale in Bratislava, Venturska 3 melden. * In dieser Rubrik wollen wir alle Anfragen allgemeiner Natur, ständig beantworten. Für die mir anlässlich meiner Verlobung erwiesenen Aufmerksamkeit danke ich allen meinen Freunden u. Bekannten auf diesem Wege herzlichst. Jakob Weissberg, Presov. — Die Hilfsaktion des Weltverbandes polnischer Juden, Die Hilfsaktion des Weltverbandes polnischer Juden für die aus Deutschland vertriebenen Juden hat bis 15. Dezember v. J. eine Summe von 80.000 Holl. Flor, erbracht. Das zentrale Hilfskomitee in Warschau lässt durch den Generalsekretär des Weltverbandes Dr. J. Taubes (Amsterdam, Olympiaplein 32) alle Sammelstellen verständigen, das die Geldsendungen nur in Devisen und nicht in effektiven Zloty zu ei-j^ ... 1m 71 ty-Beträge in Polen blockiert wurden und erst nach langen Bemühungen vor wenigen Tagen freigegeben worden waren. Die III. Weltkonferenz des Welt Verbandes polnischer Juden im Auslande findet im Sommer d. J. in New York statt. — Das Aufblühen des Jischuw. Das statistische Amt der Jewish Agency in Jerusalem gab dieser Tage ein Buch von D. Gurwitsch und A. Graetz „Die jüdische Kolonisation in Palästina" heraus, in welchem ein Ueberblick über das jüdische Kolonisationswerk in Palästina von der Gründung der landwirtschaftlichen Siedlunff Mikwe Jisrael i. J. 1870 bis zur Grüdung der Siedlung Mischmar Zebulen im vorigen Monat gegeben wird. Die Geschichte jedes einzelnen Dorfes wird kurz geschildert. In den insgesamt 233 jüdischen Dörfern, die es in Palästina gibt, leben heute 108.000 Seelen, gegenüber 98.800 i. J. 5696, als die Jewish Agency eine Zählung des landwirtschaftlichen Jischuw durchführte. Ende 5698 besassen die Juden 1,291.271 Dunam Boden, hiervon 124.203 städtischen bezw. solchen Boden, der für industrielle Unternehmungen ausserhalb der Städte bestimmt wurde. Ausserdem besitzen die Juden Konzessionen auf 161.806 Dunam. In 103 Kolonien leben unter 200, in 54 Kolonien zwischen 200 und 400, in 19 Kolonien zwischen 500 und 1000 und in 16 Kolonien über 1000 Seelen. Nur 70 jüdische Kolonien sind kleiner 1000 Dunam; 81 Kolonien haben eine Grösse zwischen 1000 und 5000 Dunam, 24 Kolonien sind mehr als 10.000 Dunam gross. 51,3 Proz. der Orangen-Pflanzungen sind in jüdischen Händen. Umschulung, Unterricht Erprobte Spezialschnitte. erteilt in Herenwäsche Zuschneiden langjähriger Fachmann einer Weltfirma Informationen im Geschäfte "Ogar" Presov, Hlinkova ul. 89. vorm. 10—11 nm. 3—5 h.