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Mitteilungen des Reichsausschusses der Jüdischen Jugendverbände · 1930-06-01 · 2 (6.1930) · p. Seite 11

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Journal
Mitteilungen des Reichsausschusses der Jüdischen Jugendverbände
Volume
3 (1930). Bestand LBI
Issue
2 (6.1930)
Date
1930-06-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Mittellungen des Reichsausschusses der jüdischen Jugendverbände durchzusetzen. Schließlich wurde im JugendpflegeaussclmCs der Gemeinde ein neues Referat für die Jugendgruppen eingerichtet, dessen Referent Herr Dr. S t e i n e r t ist. Seither sind die Gruppen dem Einfluß der .Tugendkommissionen entzogen, ein Zusammenhang mit dem Wohlfahrtsamt besteht nur noch insofern, als die Führer sich verpflichtet haben, jeden Jugendlichen, der vom Wohlfahrtsamt überwiesen wird, aufzunehmen. Gleichzeitig mit diesem Zusammenschluß läßt sich auch eine Tendenz zur Bildung eines eigenen Bundes feststellen. Es besteht eine einheitliche „Kluft", eine Nadel, aus den Jugendlichen hat sich eine Aelterenschaft gebildet, die Mitbestimmungsrecht bei der Führerschaft hat, und neuerdings, das halte ich für das wichtigste Kriterium, werden jetzt in fast allen Bezirken des Arbeitskreises, der ungefähr 360 Jugendliche zählt, Jüngerengruppen, die aus 12—14 Jährigen bestehen, gebildet. Hier zeigt es sich, daß die Gruppen Wert darauf legen, nicht allein fürsorgerische Arbeit zu treiben, sondern auch gewillt sind, Erziehungsarbeit im weiteren Sinne zu leisten. Man steht jetzt vor der Alternative: entweder wird diese Entwicklung aufgehalten, das wäre gleichbedeutend damit, den Menschen jede Möglichkeit zu nehmen, sich der bündischen Jugend gleichzustellen, oder aber es entsteht ein neuer Bund der jüdischen Jugendbewegung. In diesem Falle ist die Jugendpflegearbeit, durch eine Generation hindurchgegangen und neue Jugendpflegegruppen werden notwendig. Hans J a c o b. BUCH- UND ZEITSCHRIFTENBESPRECHUNG Im Februarheft der Zeitschrift „Das Junge Deutschland" (herausgegeben vom Reichsausschuß der deutschen Jugendverhände.) unternimmt es die Gilde „Soziale Arbeit", einen Ueberblick über den gegenwärtigen Stand der durch die Jugendbewegung geleisteten sozialen Arbeit zu geben. Es sei hier vor allem auf den einleitenden Artikel von Justus Ehrhardt über die „Juge n d b e w e gung in der sozialen Arbeit" hingewiesen, in dem auch die Arbeit des Reichsausschusses der jüdischen Jugendverbände erwähnt wird. Eine Reihe von weiteren Artikeln behandeln die persönlichen Probleme und Voraussetzungen des Sozialarbeiters, andere zeigen die Umsetzung der Gedanken der Gilde in die Praxis. In seinem abschließenden Aufsatz beschäftigt sich dann noch einmal Ehrhardt mit der „amtlichen Jugendpflege und ihren Grenzen". „Der Junge Jude" (Administration: Berlin W. 15, Meinekestr. 10) erscheint nunmehr bereits im dritten Jahre. Die erste Nummer des neuen Jahrgangs bringt eine Reihe von Aufsätzen, die einen größeren Kreis interessieren, unter anderem die Zusammenfassung des gedanklichen Inhalts einer Aussprache in einem Kurs der Berliner „Schule der jüdischen Jugend". Ferner enthält diese Nummer einen sehr ausführlichen Bericht über die Seesener Tagung. Einen Ueberblick über die Geschichte und den heuligen Stand der Jugendbewegung bietet ein im Vorjahre erschienenes Buch von Günther E h r e n t h a I „Die deutschen Jugendbünde" (erschienen im Centrai-Verlag G. m. b. FL, Berlin W. 35, 1929, Preis M. 6.—). Das Buch gibt in einem weitausholenden einleitenden Aufsatz eine recht gute Einführung in die Geschichte und die wechselnden Probleme der deutschen Jugendbewegung bis in die jüngste Zeit, sowie eine ausführliche, fast vollständige Zusammenstellung der gesamten Jugendbünde. Ein kurzes Kapitel handelt von der jüdischen Jugend. An sich hätte die knappe Darstellung genügen müssen, um einen Gesamtüberblick über die jüdische Jugend- und Sportbewegung zu geben. Der Verfasser gibt statt dessen eine kurze geschichtliche Einleitung und eine sehr fehlerhafte Darstellung der verschiedenen jüdischen Bünde, die vermuten läßt, daß er seine literarischen Unterlagen nicht richtig verstanden hat. Immerhin werden die wichtigsten jüdischen Bünde genannt. 11

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