Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen des Reichsausschusses der Jüdischen Jugendverbände · 1928-09-15 · 5 (15.9.1928) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen des Reichsausschusses der Jüdischen Jugendverbände
Volume
1 (1927-1928). Bestand LBI
Issue
5 (15.9.1928)
Date
1928-09-15
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/9215017-9607248-9593193--023-9593197
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Mitteilungen des Reichsausschusses der jüdischen Jugendverbände nicht abgestimmt, mit der Begründung, die Versammlung sei dafür unzuständig. Nach dem gemeinsamen Mittagessen vereinigten sieh Delegierte und Gruppen der Jugendgemeinde sowie einige Gruppen der „Kadimah" und der „Kameraden" zu einem Treffen in der Umgebung Mannheims. Dabei zeigte die Jugendgemeinde, daß sie auch in sportlicher Beziehung ihren Mann zu stehen weiß. Im allgemeinen kann gesagt werden, daß die Begeisterung auch der jüngsten Mitglieder der Jugendgemeinde für ihre Gemeinschaft und Tdee durchaus echt empfunden war und den Führern und der Sache selbst das beste Zeugnis ausstellt. Der Gefahr, die sich durch die etwas künstliche Heraufzüchtung einer jüdischen Atmosphäre ergeben könnte, wird die Führerschaft durch sorgfältige Arbeit und Vertiefung entgegenarbeiten müssen. Daß aber die jüdische Jugendgemeinde in Mannheim allein durch ihr Dasein einen wertvollen Beitrag zur Gestaltung jüdischen Jugend- und Genieindelebens zu liefern im Stande ist. wird auch der Andersgesinnte gern zugeben. Heinz Cohn. JUGENDTREFFEN DES LANDES AUSSCHUSSES BERLIN DER JÜD. JUGENDVERBÄNDE IN BRIESELANG Am Sonntag, den 2. September, fand in Brieselang das zweite .Jugendtreffen der jüdischen Jugendverbände Berlins statt. Brieselang ist als Ort für solche Treffen sehr geeignet: mit seiner schönen Jugendherberge und dem weit ausgedehnten Jugendgelände bietet es Unterkunftsmöglichkeilen und Platz für eine große Schar Jugendlicher. Fs ist das zweite Mal, daß die jüdische Jugend Berlins, soweit sie der Jugendbewegung angehört, sieh draußen trifft, um den sonst nur in den Spitzen vollzogenen Zusammenschluß auch nach außen hin zu dokumentieren. Es hat sich gezeigt, daß schon die Vorarbeiten für ein derartiges Treffen verbindend wirken, weil auf diese Weise innner mehr Menschen aus den einzelnen Bünden die besondere Wirkung der Arbeit an einem gemeinsamen Zweck erfahren. Es waren über 1200. die herausgekommen waren, eine Anzahl mußte zurückbleiben, weil eine Schule ihre Schülei und Schülerinnen nicht vom Unterricht befreien wollte, andere waren durch die Sammlung für den jüdischen Nationalfonds verhindert. Am J age vorher, nach Sabbathausgang, waren schon etwa 300—400 Jugendliche herausgefahren. Man stellte ein großes Zeltlager auf, worin man dann nachher übernachtete. Ein Lagerfeuer wurde entzündet, um das sich alle versammelten. Ein aus verschiedenen Bünden zusammengesetzter Siprechchor sprach das erste Kapitel der Genesis in der Uebersetzung von Buber und Kosenzweig. Daran schlössen sich Verse von Goethe. Den Abschluß der Feier bildeten Lieder. Am darauffolgenden Sonntage trafen dann die weiteren Gruppen nach und nach ein, bis dann gegen Miüag alle versammelt waren. Von einer eigentlichen Eröffnung durch eine Ansprache hatte man Abstand genommen: der Vorsitzende des Landesausschusses Martin Sobotker begrüßte mir am Sonntag morgen alle Erschienenen und leitete so das Treffen ein. Ein buntes Leben entfaltete sich bald auf dem großen Wiesengelände. Jungen und Mädchen in bunter Tracht, in verschiedenen Farben belebten das Bild. Auffällig nur die große Zahl von Jugendlichen in Pfadfindertracht, das Boyscouttum ergreift in immer stärkerem Maße auch die jüdische Jugend. Am Vormittag fanden hauptsächlich sportliche Wettkämpfe statt, darunter ein sehr interessantes Einladungswettspiel zwischen Kadimah und Kameraden im Völkerball, aus dem nach einem auf beiden Seiten sehr geschickt geführten Kampfe der Kadimah als Sieger hervorging. Gerade aus den sportlichen Wettkämpfen konnte man dm, Eindruck gewinnen, daß der Sporl heute durchaus nicht mehr nur von den eigentlichen Turn- und Sportvereinen ausgeübt wird, sondern dal!, er auch innerhalb der Jugendbünde die ihm gebührende Stelle gefunden hat. Dies wurde durch die weiteren Kämpfe durchaus bestätigt, aus denen wir eine 10X100-m-Staf fette für ältere Jungen und ein Handballspiel zwischen Jungjüdischem Wanderbund und Kadimah hervorheben. Aus beiden Kämpfen ging der Kadimah als Sieger hervor. Das sportliche Programm konnte deshalb wesentlich gekürzt werden, weil schon vorher an zwei Tagen die A.usscheidungskämpfe abgewickelt waren. Die Kämpfe w urden um Wanderpreise geführt, die schon im vorigen Jahre von den jüdischen Großorganisationen, dem Berum! einzelnen Jugendbünden gestiftet, Wir bringen nachstehend das Lrgebnis liner Tageblat worden waren, dieser Kämpfe Preis der Jüdischen Gemeinde Berlin im Handball Preis des Berliner Tageblatts in Staffette für ältere Jungen Preis der Vereinigung für das liberale Judentum, für Jungen Klasse 2 Herzipreis der Zionistischen Vereinigung für Deutschland im Völkerball für ältere Mädchen Preis der Deutsch-jüd. Jugendgemeinschaft im 10 x 50 m Laufen der Mädchen Plakette Löwenthal im Völkerball für Jungen Klasse 1 Preis der verstorbenen Frau Henriette May im 10x50 m Laufen der jüngeren Mädchen Preis des Verbandes der jüd. Jugend- Kadimah Kadimah Deutsch-iüd Jugendgemeinschaft Kameraden Deutsch-jüd. Jugendgemeinschaft J. J. W. B. Deutsch-jüd. Jugendgemeinschaft Kadimah Die vom Centraiverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens und der Großloge für Deutschland gestifteten Preise gelangten noch nicht zur Verteilung. Beide werden noch durch Endkämpfe zwischen Jungjüdischen AVanderbund und Zophim verteilt werden. Nach den sportlichen Wettkämpfen versammelten sich alle auf dem großen Zeltlagerplatz. Ein Bund nach dem anderen marschierte auf und nahm in einem Karree Aufstellung. Aus jedem Bunde trat dann eine Gruppe in die Mitte, um sich an dem ..Sängerwettstreit" zu beteiligen. Aus der Verschiedenartigkeit der Lieder, die gesungen wurden, konnte man erkennen, wie stark sich das Leben der einzelnen Bünde voneinander unterscheidet. Wohl den stärksten Eindruck machte das von Mitgliedern des Jung-jüdischen Wanderbundes vorgetragene hebräische Arbeiterlied ,,Din dan" von Engel. Hier empfand man eine neue Art von Musikalität, deren Wirkung sich kaum jemand entziehen konnte. Jeder Bund versuchte an diesem J'age im Sport und im Singen sein Bestes zu geben, jeder zeigte die besondere Art seines Seins und seines Lebens, und doch hatte man den Lindruck einer auf engste verbundenen, in sich geschiedenen und doch zusammengehörigen jüdisc hen Jugend. DAS JAHR DES JÜDISCHEN FRAUENBUNDES 1928/29 Der Jüdische Frauenbund läßt zum driten Mal seinen Kunstkalender erscheinen, für dem dieses Jahr die Form des Lmlegekalenders gewählt worden ist. um so neben dem Kalendarium und Text das Kunstblatt die Woche über vor Augen zu haben, und die Reproduktionen am Ende des Jahres gesammelt zu besitzen. Der künstlerische 'Teil des Kalenders, der von dem Kustos der Kunstsammlung der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Dr. Schwarz, mitbearbeitet worden ist, gibt, ein umfassendes Bild der jüdischen Malerei und Plastik der Gegenwart. Schon deswegen, aber auch wegen des J'oxtteils. sei dieser Kalender, der zum Preise von 2,75 M. (excl. Porto und Verpackung) von der Geschäftsstelle des J.F.B, zu beziehen ist, nachdrücklichst empfohlen. Bei Sammelbestellungen kann durch uns eine Ermäßigung erwirkt werden. Druckerei Biko, Berlin SW 19, Kurstr. 34-35

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.