Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen des Reichsausschusses der Jüdischen Jugendverbände · 1927-12-01 · 2 (1.12.1927) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen des Reichsausschusses der Jüdischen Jugendverbände
Volume
1 (1927-1928). Bestand LBI
Issue
2 (1.12.1927)
Date
1927-12-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/9215017-9607248-9593178--008-9593182
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Mitteilungen des Reichsausschusses der jüdischen Jugend verbände RUNDERLASS DES MINISTERS FÜR VOLKSWOH LFAH RT VOM 15.X.27 BETR. FAHRPREISERMÄSSIGUNG FÜR JUGEND¬ PFLEGE UND WANDERFAHRTEN (VOLKSWOHL¬ FAHRT, ACHTER JAHRGANG, NR.21, S.1014, VOM 1.11.1927) Bestimmungsgemäß haben diejenigen Vereine, die den bevorzugten vier Reichsorganisationen (Deutscher Reichsausschuß für Leibesübungen, Deutsche Turnerschaft, Reichsausschuß der Deutschen Jugendverbände und Zentralkommission für Arbeiter-, Sport- und Körperpflege) angehören, bei dem Antrage zur Erlangung der behördlichen Anerkennung als Jugendpfelegevereine über ihre Zugehörigkeit zu diesen Organisationen sich auszuweisen. Bei der erstmaligen Ausstellung dieser behördlichen Bescheinigungen für das Jahr 1927 wurde in der Regel eine entsprechende formularmäßige Mitteilung der betreffenden Organisation vorgelegt. Von der Beibringung dieser Auskunft kann in Zukunft abgesehen werden, wenn sie bei einem früheren Antrage bereits vorgelegen hat oder wenn eine neu hinzutretende Vereinigung in den meinen RdErl. vom 14. 4. 1926 — III C 1281 und vom 16. 4. 1927 — III C 680) beigelegten Verzeichnissen aufgeführt ist. Im übrigen treten Aenderungen in den bisher ergangenen Bestimmungen oder in dem Anerkennungsverfahren für die Erreichung der Fahrpreisermäßigung zunächst nicht ein. Da die Gültigkeit der bisherigen blauen Bescheinigungen mit dem 31. 12. 1927 abläuft, werden die betreffenden Vereine in geeigneter Weise allgemein auf die Erneuerung des Antrages hinzuweisen sein. Für das Kalenderjahr 1928 kommen weiße Ausweiskarten in Anwendung. I.V.: Scheidt. BUCH- UND ZEITSCHRIFTENHINWEISE Die „Gildenschaft soziale Arbeit" legt einen Bericht über ihre Schulungswoche vom 23.—29. Juni 1927 in Ludwigslust vor. Die Schrift ist gerade für den Reichsausschuß der jüdischen Jugendverbände von höchstem Interesse, weil sie in umfassender und gründlicher Weise zu dem Problem der Leistung sozialer Arbeit durch die Jugendbewegung Stellung nimmt. Die „Gildenschaft soziale Arbeit" ist eine Vereinigung von Sozialarbeitern aus der Jugendbewegung, denen die Verbindung zwischen Jugendbewegung und sozialer Arbeit gerade aus den tiefsten Erlebnissen der Jugendbewegung sich ergibt. Die Schrift enthält nach einer kurzen Einleitung zwei sehr wesentliche Aufsätze über „Religion, Jugendbewegung und soziale Arbeit" von Hermann Schafft und „die ehrenamtliche Mitarbeit der Jugendbewegung in der sozialen Arbeit" von August Oswalt. Der letztere Aufsatz enthält auch eine Reihe von Anregungen, wie sie durch den Reichsausschuß schon seit langer Zeit gegeben werden. An die Aufsätze schließen sich zusammenfassende Berichte über die einzelnen Arbeitsgemeinschaften, unter denen vielleicht die Arbeitsgemeinschaft über „die Gegensäze der Lebensformen in der sozialen Arbeit der Jugendbewegung" und die Arbeitsgemeinschaft über „soziale Betriebsarbeit" das besondere Interesse auch gerade der jüdischen Jugendbewegung verdienen. Der Preis der sehr inhaltsreichen Schrift beträgt 0,80 RM. bei einem Umfang von 46 Seiten. Sie kann durch den R.A. bezogen werden. Die „Bayer. Israelitische Gemeindezeitung" brachte im Juli dieses Jahres eine recht interessante Sondernummer, „Jüdische Jugend", in der die Führer der wesentlichsten Strömungen der jüdischen Jugend über ihre Bewegung berichten. Als Beilage zum Gemeindeblatt der israelitischen Gemeinden Mannheim und Ludwigshafen erscheint die „Jugendgemeinde". Das Programm des Jugendgemeindeblattes ist: „Es ist das öffentliche Organ der Bewegung. Jungen und Mädchen, hier ist der Ort, wo Ihr schimpfen, loben, berichten und meinen könnt. Ihr alle habt das Recht zu schreiben. Das Ziel der Jugendgemeinde ist, die Enheitsfront der gesamten positiv jüdischen Jugend herzustellen. Oberste Instanz der Jugendgemeinde ist die Führersitzung." Die Jugendgemeinde umfaßt 200 organisierte Jugendliche, das sind 30 Prozent der Gemeindejugend. Die Zeitschrift enthält außerdem Berichte über die Arbeit der Jugendgemeinde und eine ausführliche Besprechung über Gottesdienste der Gemeinde an den hohen Feiertagen, gesehen von den Jugendgemeindlern. Gerade jetzt erscheint erstmalig „der Junge Jude", die Zeitschrift der zionistisch-sozialistischen Jugendbünde Deutschlands, Oesterreichs und der Tschechoslowakei mit Aufsätzen von Siegfried Bernfeld, Georg Lubinski u. a. Sie ist zum Preise von 2,— RM. für 3 Hefte durch den JJWB, Berlin, Große Präsidentenstr. 2, zu beziehen. 3. DEUTSCHER KONGRESS FÜR ALKOHOLFREIE JUGENDERZIEHUNG Der Kongreß fand vom 13.—16. November d. Js. statt. Wir nehmen an, daß diese Tagung auch in den Kreisen der jüdischen Jugendbewegung Interesse gefunden hat. Hervorzuheben ist die große gemeinsame Kundgebung aller Jugendorganisationen, die am Sonntag, den 13. November, um 19 Uhr im Preußischen Landtag, Prinz-Albrechtstr., stattfand. KUNDGEBUNG DER EUROPÄISCHEN TRIBÜNE_ Am Donnerstag, den 10. November, fand im Herrenhaus in Berlin eine Kundgebung der „EuropäischenTribüne" über „Neue Wege der Jugend" statt. Im Rahmen dieser Kundgebung sprach Georg Lubinski im Namen des Reichsausschusses über die neuen Wege der zionistischen, liberalen und orthodoxen jüdischen Jugend. FÜHRERLAGER UND TAGUNGEN_ Am 25. und 26. Dezember 1927 findet in Frankfurt a. Main der Bundes- und Delegiertentag der Agudas- Jisroel-Jugendorganisation statt. Die Tagung soll nicht so sehr die organisatorischen Fragen der Bewegung, sondern vielmehr deren geistige Grundlagen zum Gegenstand haben. Der Verband der jüdischen Jugendvereine Deutschlands, Düsseldorf, veranstaltet Ende Dezember d. J. eine Führertagung seiner Junggruppen. Das nähere Programm dieser Tagung steht noch nicht fest. Der Jung-jüdische Wanderbund hält seinen diesjährigen Führerkursus vom 25. bis 31. Dezember, wahrscheinlich im Erholungsheim Lehnitz bei Berlin, ab. Die Arbeit wird in zwei Arbeitsgemeinschaften geleistet werden, von denen sich die eine mit pädagogischen und sozialistischen Fragen, die andere mit jüdischen und zionistischen Fragen beschäftigen wird. Von außenstehenden Referenten sind in Aussicht genommen: Alfred Berger, Siegfried Bernfeld, Kurt Blumenfeld, Arnold Zweig und andere. Der Kadimah versammelt seine Führer in einem noch festzulegenden Orte im Riesengebirge zum Führerkursus. Das nähere Programm wird noch bekanntgegeben werden. PERSÖNLICHES_ Am 15. Oktober hat Waldemar Strauß, der in der Abwesenheit von Ludwig Tietz den Vorsitz des R.A. geführt hat, sein Amt niedergelegt. An seiner Stelle übernimmt Ludwig Tietz nunmehr wieder den Vorsitz. Wir möchten bei dieser Gelegenheit Waldemar Strauß für seine Mitarbeit, die sich insbesondere auf das Zustandekommen des Seesener Heimes und dessen Betrieb erstreckte, aufs herzlichste danken. Es ist in den Kreisen der Jugendbewegung zwar nicht Sitte, sich für die Anteilnahme an einer gemeinsamen Jugendarbeit gegenseitig Dank zu sagen, Waldemar Strauß hat aber dadurch, daß er in der allerschwierigsten Zeit sich aufs stärkste für unsere Arbeit eingesetzt hat, einen Anspruch auf unseren besonderen Dank. _ Druckerei Biko, Berlin SW 19, Kurstr. 34-35

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.