Jüdische Auswanderung
- Journal
- Jüdische Auswanderung
- Volume
- 1939. Bestand LBI
- Issue
- April 1939
- Date
- 1939-04-01
- Page
- Seite 59 (sequence 59)
- Language
- German
- Belongs to
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Im Jahre 1936 bestanden insgesamt rund 2500 öffentliche Volksschulen mit über 6000 Lehrern und über 200 000 eingeschriebenen Schülern; vom 7.bis 14. Lebensjahr besteht der gesetzliche Schulzwang. In den öffentlichen Schulen wird nur weltlicher Unterricht erteilt. Der Besuch der Volksschulen ist vollkommen frei. Neben diesem Schulwesen für die weiße Bevölkerung besteht noch eine erhebliche Anzahl von Dorfschulen für die Maoris; die Regierung soll für diese Eingeborenenschulen im Jahre 1936/37 über 125 000 £ ausgegeben haben — bei einem Gesamtaufwand aus Staatsmitteln für Erziehungszwecke aller Art von rund 4 Millionen £. Bis zur Weltwirtschaftskrise war auch der Besuch der mittleren und Hochschulen vollkommen unentgeltlich; doch ist dies jetzt, als zu kostspielig, abgestellt worden. Für besonders begabte Schüler besteht freilich durch die zahlreichen Freistellen (scholarships) doch die Möglichkeit des Aufstiegs. Im Jahre 1936 war das Mittelschulwesen dadurch gekennzeichnet, daß 46 Mittelschulen (Secondary Schools) mit über 700 Lehrern und etwa 1600 Schülern vorhanden waren. Es kamen hinzu zahlreiche Bezirkshochschulen (District High Schools), ferner 21 technische Schulen und andere Spezialanstalten. Die Krönung dieses Erziehungssystems bildet die „U n i v e r - sität von Neu-Seelan d", die aus der Otago-University in Dunedin mit 24 Professoren, ferner aus dem Canterbury-University College in Christchurch mit 13 Professoren, dem Auckland-University College und dem Victoria-University College in Wellington besteht. Diese vier Teile der neuseeländischen Gesamtuniversität zählten zusammen 1936 etwa 5000 Studenten. Das Canterbury Agricultural College und das Massey Agricultural College in Palmerston North sind anerkannte landwirtschaftliche Hochschulen. Die Universität Otago besitzt eine besondere Bergakademie. Wenn man nach alledem auch sagen kann, daß der durchschnittliche Bil du n gs st an d in Neuseeland hoch und Analphabetentum so gut wie unbekannt ist, so läßt sich doch eine gewisse Enge der Verhältnisse auch im geistigen Leben nicht leugnen. Dies zeigt sich nicht nur darin, daß etwa verwöhnte Ansprüche bezüglich guter Theateraufführungen, Konzerte usw. in Neu-Seeland unbefriedigt bleiben, sondern es ist ebenso bezeichnend, daß Neu-Seeland gerade für seine begabtesten Söhne vielfach nicht genug Raum bietet, so daß jener „export of brains" stattfindet, der in der Abwanderung geistig besonders hochstehender Männer ins Mutterland besteht. Immer wieder zeigt es sich, daß diese Neuseeländer in London schnell vorwärts kommen, ja oft führende Stellungen erlangen, während in der Heimat die Namen der draußen berühmt gewordenen Neuseeländer mit einem wehmütigen Stolz genannt werden. Aus alledem geht deutlich hervor, daß Neu-Seeland für Angehörige der „Intelligenzberufe" nur in den seltensten Fällen als Einwanderungsland in Frage kommt. V. Jüdisches Leben Die Geschichte der Juden Neu-Seelands reicht erst wenige Jahrzehnte zurück. Um die Mitte des vorigen Jahrhunderts kamen die ersten jüdischen Familien nach Wellington, Dunedin und Christchurch, und 1862 wurde in Dunedin die erste Synagoge eingeweiht — die südlichste Synagoge der Welt. Die jüdische Gemeinschaft Neu-Seelands ist inzwischen — vgl. den Abschnitt „Bevölkerung" — auf über 2500 Seelen angewachsen. 92 <y0 der Juden leben in den Städten, drei Viertel aller Juden Neu-Seelands in den drei größten, Wellington, Auckland und Christchurch. Nur 7,6 o/o leben auf dem flachen Lande. Die größte jüdische Gemeinde befindet sich in Auckland; ihre Synagoge ist ein besonders schöner und würdiger Bau. Hier, wie in den anderen Großstädten, unterhält die jüdische Gemeinschaft wohltätige und gesellschaftliche Organisationen und Institutionen, die sich auch der Einwanderer in vorbildlicher Weise annehmen. Seit 1933 dürften etwa 100 Juden aus Deutschland eingewandert sein, die zum großen Teil mit Hilfe der in Neu- Seeland ansässigen Judenschaft in diesem Dominion Fuß fassen konnten und ihren Lebensunterhalt verdienen. Hack AüAeäka mit den bekannten Riesenschnelldampfern der GUNARD WHITE STAR // und QUEEN MARY" (81 235 t) AQUITANIA" (46 000 t) Neu: „MAURETANIA (34 000 t) Jungfernfahrt 17. Juni 1939 von LIVERPOOL nach New York Wöchentlicher Dienst ab Southampton und Cherbourg Außerdem Abfahrten jed. Freitag u. Sonnabend von Liverpool, Le Havre und Southampton Gunstige Durchbuchung sbedingungen ab Hamburg, Bremen und Rotterdam Auf Wunsch rituelle Verpflegung! 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