Jüdische Auswanderung
- Journal
- Jüdische Auswanderung
- Volume
- 1939. Bestand LBI
- Issue
- April 1939
- Date
- 1939-04-01
- Page
- Seite 37 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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heute auf je 9 Personen 1 Kraftwagen kommen; damit steht Australien, was die „Kraftfahrzeugdichte" anbelangt, etwa an vierter Stelle unter allen Ländern der Welt. 6. Außenhandel Ebenso wie andere Wirtschaftsgebiete, ist der Außenhandel Australiens von einem dichten Netz staatswirtschaftlicher Vorschriften überzogen. Die Ausfuhr der wichtigsten Agrarprodukte wird durch Absatzämter kontrolliert, an die der Farmer seine Produkte abliefern muß. Diese Absatzämter überwachen den Export und setzen sowohl Ankaufsals auch Exportpreise fest. Auf diese Weise gelingt es einerseits, auf Staatskosten die Preise australischer Produkte auf den unter Umständen niedrigeren Weltmarktpreis hinabzudrücken, andererseits aber, bei Waren, für die Australien Hauptlieferant ist und den Weltmarktpreis bestimmt, die Preise möglichst hoch zu halten. — Auch die Einfuhr lebenswichtiger Waren unterliegt mannigfachen Beschränkungen. Teils bestehen diese aus Schutzzöllen, die das Preisniveau der inländischen Industriewaren (und damit die Löhne) hoch halten sollen, teils haben sie den Zweck, das Zurückfließen australischer Waren, die im Auslande durch Dumping billiger als im Inlande verkauft werden, zu verhindern. Hierbei werden allerdings häufig Maßnahmen getroffen werden, deren Zweckmäßigkeit in volkswirtschaftlicher Hinsicht stark bezweifelt werden darf. In der australischen Außenhandels-Struktur prägt sich vor allem die Tatsache aus, daß Australien ein Teil des Britischen Empire ist, das mit dem Mutterlande und den übrigen Dominions wirtschaftlich in enger Verbundenheit lebt. Schon 1930, vor der Konferenz in Ottawa, die zum Ausbau der Vorzugszölle zwischen den Empireländern führte, gingen 55 °/o aller aus Australien ausgeführten Waren in Länder des Empire, 45 °/o allein nach England. Diese Tendenz zur stärkeren Einfügung in das britische Weltreich ist nach der Konferenz von Ottawa noch gewachsen. Im Jahre 1936 37 gingen dem Werte nach über zwei Drittel aller ausgeführten Waren nach den Staaten des britischen Weltreiches, und fast 60 v. H. der gesamten Ausfuhr wurden von England aufgenommen. Für wichtige Export-Produkte ist England überhaupt der einzige Abnehmer; so richtet sich Australiens Butterexport, seine Fleischausfuhr und die Eierausfuhr fast ganz nach Großbritannien. Bei anderen Ausfuhrwaren ist die Bindixng zum Mutterlande wenig ausgeprägt; so gingen z. B. nur 40 °/o der Schweißwolle- und 30 °/o der Waschwolle-Verschiffungen nach England. In etwas geringerem Maße prägt sich Australiens Einfügung in das Empire auch auf dem Gebiete der Einfuhr aus. 55 °/o aller eingeführten Waren (wertmäßig) kamen aus Ländern des Empire, 42 °/o allein aus England. Vor allem seinen Einfuhrbedarf an Maschinen, Metallen und Metallwaren deckt Australien durch Einkauf im Mutterlande. Bei der engen Verbundenheit Australiens mit dem Mutterlande mußte die englische Landwirtschaftspolitik der jüngsten Zeit Australien vor schwierige Probleme stellen. Durch die Förderung der britischen Landwirtschaft, die selbst gegen Einfuhr aus den Dominions durch Zölle geschützt wird, wird den australischen Exporteuren von landwirtschaftlichen Produkten ein schwerer Schaden zugefügt, und so sieht sich Australien gezwungen, sich für seine Ausfuhrprodukte neue, nichtbritische Absatzmärkte zu erschließen. Es ist deshalb bezeichnend, daß gerade der Delegierte Australiens auf der Empire-Konferenz im Mai 1937 für den Abbau der Handelsschranken eintrat. Australien selbst möchte allerdings mit diesem Abbau nicht den Anfang machen; erst im Mai 1936 wurde ein Einfuhr-Lizenz-System eingeführt, das sich praktisch als eine Diskriminierung der Nicht- Empireländer auswirkte. Betrachten wir nun die Zusammensetzung des australischen Außenhandels nach Warengattungen, so zeigt sich in der Ausfuhr die überragende Rolle der tierischen Produkte (vor allem der Wolle), daneben aber auch eine erhebliche Bedeutung des Weizens und des Goldes. Im Fiskaljahre 1936 37 (vom 1. Juli 1936 bis 30. Juni 1937) betrug der Gesamtwert der Ausfuhr 128 Millionen engl. Pfund. Die Bedeutung der genannten Produkte im Verhältnis zur Gesamtausfuhr zeigt die folgende Uebcrsicht: Ausfuhr 1936/37 nach wichtigsten Warengattungen (in 1000 £A) Wolle 62 529 Weizen 18 766 Gold 13 724 Fleisch 10 323 Butter 7 716 Häute und Felle 7 309 Mehl 5 596 Blei 5 073 Früchte, frisch, getrocknet, verarbeitet 5 053 Zucker 2 887 Erze 2 097 Zink 1314 Neben den Ländern des Britischen Empires bezogen noch Japan und die Vereinigten Staaten größere Mengen australischer Produkte. Die Ausfuhr nach Deutschland war im Verhältnis zu diesen Ländern minimal; sie betrug noch nicht einmal 2 o/o. Die Einfuhrseite der australischen Handelsbilanz wird weniger von den tatsächlichen Bedürfnissen des Landes als von den Schutzzollwünschen der aufkeimenden australischen Industrie bestimmt. Die Gesamteinfuhr hatte im Fiskaljahr 1936/37 einen Wert von 92,5 Millionen £- Sterling. Die folgende Uebersicht gibt die wichtigsten Einfuhrwaren wieder: Wichtigste Einfuhrwaren im (in 1000 £) Teile für Kraftwagen Kraftstoffe Baumwoll- und Leinenwaren Drogen und Chemikalien Elektrische Maschinen Seidenwaren Kraftmaschinen Eisen und Stahl Papier und Druckerzeugnisse Tee Fiskaljahr 1936/37 6 386 5 643 4 572 3 472 3 853 2 875 2 797 2 703 2 595 2 441 Unter den Herkunftsländern steht, wie oben gesagt, wiederum England an erster Stelle. Japan steuerte 4 v. H. zur Einfuhr bei, und die Vereinigten Staaten fast 14 v. H. Deutschlands Einfuhr nach Australien war im Verhältnis zu diesen Ländern außerordentlich gering; betrug doch sein Anteil, weniger als 4 o/o. Ein Vergleich der Zusammensetzung der Einfuhr von 1936 37 mit der vorjährigen zeigt, daß besonders die Einfuhr von Maschinen und Metallerzeugnissen zugenomm e n hat. Es ist dies ein Zeichen dafür, daß die australische Industrie ihre Ausbauwünsche in die Wirklichkeit umsetzt. Im Vergleich zum Vorjahr hat auch die Einfuhr von Treibstoffen zugenommen, was ein Zeichen des steigenden Wohlstandes ist. Die Einfuhr ausländischer Baumwollwaren hat dagegen im Vergleich zu früheren Jahren abgenommen, da die heimische Industrie jetzt in der Lage ist, ähnliche Waren in annehmbarer Qualität und zu konkurrenzfähigen Preisen zu liefern. Was die Entwicklung der Ausfuhr anbelangt, so fällt besonders die wertmäßige Steigerung der Wollausfuhr ins Auge. Ferner wurden in größeren Mengen als im Vorjahre ausgeführt: BOGDAN & SOHN, BERLIN W35 Potsdamer Straße 66 Ruf: 22 60 46 Umzugsberatung für AUSWANDERUNG - Lagerung, Valuta-Versicherun Möbeltransporte / Ausland und Übersee / Reisegepäck-Abfertigung 37