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Jüdische Auswanderung · 1939-01-01 · Januar 1939 · p. Seite 55

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Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1939. Bestand LBI
Issue
Januar 1939
Date
1939-01-01
Page
Seite 55 (sequence 59)
Language
German
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weilig die tiefer liegenden warmen Regionen zur Erholung aufzusuchen. Doch kann im allgemeinen gesagt werden, daß das Klima in mittleren und höheren Höhenlagen für gesunde Europäer zuträglich ist. Ein günstiges Zeichen für die Gesundheitsverhältnisse des Landes ist die starke natürliche Vermehrung der Einheimischen; betrug doch 1933 der Geburtenüberschuß 16 auf das Tausend der Bevölkerung. 3. Die Bevölkerung Von der etwa 8V2 Millionen Seelen zählenden Bevölkerung besteht der größte Teil aus „weißer Mischrasse", d. h. aus Mestizen (Nachkommen von Weißen und Indianern) und Mulatten, die aus der Kreuzung von Weißen mit Negern stammen. Die Zahl der reinen Neger wird auf 5 v. H., die der reinen Indianer auf 2 v. H. angegeben. Die Zahl der reinen Weißen ist sehr ungewiß, da auch Mischrassige sich gern für Weiße ausgeben; nach manchen Angaben soll sie bis zu 35 v. H. der Bevölkerung ausmachen. — Nicht unbedeutend dürfte der jüdische Bluteinschlag der Bevölkerung, besonders in der Provinz Antioquia, sein, der auf die Ansiedlung von Marannen während des 17. Jahrhunderts zurückzuführen ist. Eine über das ganze Land verteilte indianische Unterschicht, wie wir sie etwa in Peru oder Bolivien finden, gibt es in Columbien nicht, vielmehr kann die einheimische Bevölkerung als ziemlich einheitlich betrachtet werden. Die Zahl der Ausländer in Columbien beträgt etwa 35 000, die sieh vor allem auf folgende Nationalitäten verteilen: Venezolaner 14 700 Engländer 1400 Amerikaner 1 600 Italiener 1900 Deutsche 1700 Syrer 3 000 Die Ueberwachung der Ausländer ist scharf; man bemüht sich, der Gefahr vorzubeugen, die die Anwesenheit unerwünschter Individuen mit sich bringen kann. Der Einwanderungsdienst überwacht in diesem Sinne sehr aufmerksam die Einwanderungsbewegung. Jeder Fremde, der ankommt, muß sich der Polizei stellen und einen Ausweis zu erlangen suchen; später muß er die Polizei von allen Veränderungen seines Aufenthalts in Kenntnis setzen und darf das Land ohne eine besondere Genehmigung der Polizei auch nicht verlassen. 4. Verfassung und Innenpolitik Columbien ist eine Republik, deren Verfassung seit 1886 nur unwesentlich geändert wurde. Sie besteht aus 14 in einigen Beziehungen autonomen Departements, die auch ihre eigenen Volksvertretungen wählen. An der Spitze der Republik steht ein auf vier Jahre gewählter Präsident, der die Minister ernennt. Das Parlament besteht aus zwei Kammern, nämlich dem Senat und dem Abgeordnetenhaus. Columbien hat das Zwei-Parteien-System; diese Parteien sind die Liberalen und die Konservativen. Die Verwaltungstätigkeit vollzieht sich in diesem Lande, dessen stetige politische Entwicklung — sehr im Gegensatz zu anderen südamerikanischen Ländern — jahrzehntelang durch keinen Umsturz und keine Revolution gestört wurde, im allgemeinen in einer ruhigen und geordneten Weise, da trotz der Opposition der Konservativen der Präsident in hohem Maße geachtet wird. Im allgemeinen genießt die Regierung den Ruf, daß es ihr ernstlich um die Hebung des materiellen und moralischen Niveaus des Volkes zu tun sei. In Columbien besteht absolute Rede- und Pressefreiheit. — Der Katholizismus ist zwar Staatsreligion, doch genießen alle Bekenntnisse, die „nicht der christlichen Moral oder dem Gesetz zuwiderlaufen", volle Freiheit. In letzter Zeit finden sich in der Presse wiederholt antisemitische Angriffe. Die Sozialgesetzgebung ist für südamerikanische Verhältnisse außerordentlich gut entwickelt. Dem Senat liegt z. Z. der Entwurf eines Arbeitsgesetzbuches vor, das die seit 1905 erschienenen Gesetze und Verordnungen über den Achtstundentag, die Sonntagsruhe, die Pflichtversicherung, Gesundheitsschutz usw. usw. zusammenfassen wird. Der Mutter- und Kinderschutz wird weiter ausgebaut; ^Awväka mit den bekannten Riesenschnelldampfern der GUNARD WHITE STAR // QUEEN MARY" (81 235 t) und „AQUITANIA" (46 000 t) Neu: MAU RET AN IA (34 000 t) Jungfernfahrt 17. Juni 1939 von LIVERPOOL nach New York wöchentlicher Dienst ab Southampton und Cherbourg Außerdem Abfahrten jeden Freitag und Sonnabend von Liverpool, Le Havre und Southampton Günstige Durchbuchungsbedingungen ab Hamburg, Bremen und Rotterdam Auf Wunsch rituelle Verpflegung! BORDAKKREDITIVE Auskunft und ScUiffoluwten duuk: CunardWhite Star Reisebureau G.m.b.H. Berlin W 8, Unter den Linden 37 Cunard See Transport Ges. m. b. H. Hamburg, Neuer Jungfernstieg 5* Cunard White Star Reisebureau G.m.b.H. Frankfurt a. M., Kaiserstr. 46 Cunard White Star Reisebureau G.m.b.H. Köln a. Rh., Deichmannhaus Reisebureau Continental Curt Fiedler Leipzig Cl, Georgiring 13 Reisebüro Carl Bierschenk Nachf. München, Karlsplatz 3 Bankhaus H. Anselm & Co. Stuttgart, Königstraße 12 5,

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