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Jüdische Auswanderung · 1939-01-01 · Januar 1939 · p. Seite 49

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Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1939. Bestand LBI
Issue
Januar 1939
Date
1939-01-01
Page
Seite 49 (sequence 53)
Language
German
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gegen beträgt der Anteil der landwirtschaftlichen Produkte am Gesamtwert der Ausfuhr nur etwa 25 v. H., während der Anteil der Bergbauprodukte rund 75 v. H. beträgt. Obwohl die klimatischen Verhältnisse Mittelchiles der Landwirtschaft sehr günstig sind, ist Chile nicht in der Lage, seinen Bedarf an Agrarerzeugnissen selbst zu decken. Der Grund dafür ist in der extensiven Wirtschaft des durchschnittlichen chilenischen Landwirts zu suchen. Nach dem Landwirtschaftszensus von 1936 waren 14,5 Millionen ha oder 78 v. H. der gesamten Landwirtschaftsfläche im Besitz von 558 Betrieben mit je über 5000 ha Fläche. Durch den niedrigen Stand des Pesos flössen in den letzten Jahren der chilenischen Landwirtschaft große Gewinne zu; hierdurch wurden sie in die Lage versetzt, ihre Schulden im Inlande zu tilgen. Ihre Lage ist deshalb augenblicklich recht günstig. Zudem unterstützt die Regierung landwirtschaftliche Kolonisationsbestrebungen durch Anleihen an die Siedler. Etwa zwei Drittel der landwirtschaftlichen Anbauflächen werden mit Weizen bebaut. Die Erträge, die in den letzten Jahren bedeutend vermehrt wurden, reichen aus, einen kleinen Ausfuhrüberschuß zu erzielen. Die Weizenproduktion des Ernte jahres 1937/38 wird auf 827 200 t geschätzt. Neben dem Weizen ist die Kartoffel das wichtigste pflanzliche Nahrungsmittel Chiles; ihre Erntemenge belief sich im Jahre 1936/37 auf etwa 410 000 t. Auch andere Getreidesorten — vor allem Gerste (für Brauereizwecke), Hafer (als Pferdefutter) und Mais — werden in größeren Mengen angebaut, und ein gewisser Ueberschuß wird exportiert. Der Bedarf an Reis, Kaffee und Zucker muß durch ausländische Einfuhr gedeckt werden. Chiles Gemüse hat sich neuerdings ausländische Märkte erobert. Besonders in den U. S. A. werden chilenische Bohnen, Erbsen, Linsen (Ausfuhrwert der letzteren 1935: 10,3 Millionen Pesos) sehr geschätzt. Obst gedeiht in sehr guter Qualität in der Umgebung Valparaisos und in der Nähe Valdivias. Aepfel, Melonen, Pfirsiche, Walnüsse und neuerdings auch Birnen werden exportiert. Das Obst ist von vorzüglichem Geschmack und trifft auf dem nordamerikanischen Markt gerade während des dortigen Winters ein, so daß es gute Absatzmöglichkeiten findet. Die Regierung sucht durah Standardisierung und Verbesserung der Fruehtsorten, Verbesserung der Verpackungsmethode usw. den Obstexport zu fördern, und hat zur Ueberwachung der Obstproduzenten und -exporteure Kommissionen in den Hafenorten eingesetzt. Berühmt ist Chiles Weinbau. Die Reben Chiles sind groß, süß und saftig und gelten als die besten Südamerikas. Sie werden sowohl frisch als Tafeltrauben wie auch als Wein exportiert. Etwa 83 v. H. des Weinexports gingen nach Europa. Der chilenische Wein ähnelt den französischen und den rheinischen Sorten. Staatlicherseits wurden große Weinkellereien als Lagerstätten angelegt. Neben dem Ackerbau ist auch die Viehwirtschaft Chiles von großer Bedeutung. Der Export viehwirtschaftlicher Erzeugnisse bildet eine der Haupteinnahme-Quellen des chilenischen Außenhandels. . Der Bestand an Rindvieh betrug Anfang 1935 etwa 2,5 Millionen Stück, der an Schafen 1930 6,3 Millionen Stück. Das Vieh wird zum großen Teil im Territorium Magallanes gezogen, wo sich auch die fünf größten Gefrier- und Kühlfleischfabriken befinden. Der Wert des exportierten Fleisches betrug 1934 etwa 5,5 Millionen Pesos. — Wolle nimmt unter Chiles Exportprodukten die dritte Stelle ein. (1937: 13,2 Millionen Pesos.) 1935 wurden 9979 t Wolle im Werte von 20,4 Millionen Pesos exportiert (gegen 11293 t im Werte von 32 Millionen Pesos im Jahre 1934). Auch Häute und Felle bilden ein wichtiges Ausfuhrprodukt (1934 im Werte von 7,2 Millionen Pesos). Die Molkereiwirtschaft ist noch im Aufbau begriffen. Der große Holz reichtum des Landes wird noch lange nicht in vollem Maße ausgenutzt. Die Nutzholzbestände befinden sich zum größten Teil im wirtschaftlich erst wenig erschlossenen Süden. Eine chilenische Möbelindustrie ist im Aufbau begriffen. 2. Bergbau und Industrie Obgleich im Bergbau nur ein geringer Teil der Bevölkerung tätig ist, bietet doch der Export von Mineralien die wichtigste Einnahmequelle des chilenischen Außenhandels. Chile verfügt über das Weltmonopol an natürlichem Salpeter. Der Anteil Chiles an der Welterzeugung von Stickstoff betrug 1913 noch 90 v. H.; infolge der Entwicklung der Herstellung von synthetischen Stickstoffen (Kalkstickstoff usw.) ist sein Anteil auf etwa 9 v. H. gefallen. Als Nebenprodukt wird bei der Salpetererzeugung das Jod gewonnen. Auch hier verfügt Chile über ein nahezu vollkommenes Monopol; etwa 90 o/o des Weltbedarfs an Jod werden durch Chile gedeckt. Die Salpeter-Produktion Chiles hat — hauptsächlich infolge der allgemeinen Aufrüstung — in letzter Zeit wieder stark zugenommen; dabei spielte auch mit, daß die einzelnen Salpeterproduzenten nach Auflösung des großen staatlichen Zwangskartells, das ihnen bestimmte Produktionsquoten zuteilte, die Produktion erhöhten. Es wurden im Jahr 1936/37 1,31 Millionen Tonnen Salpeter gewonnen und rund 1,50 Millionen Tonnen ausgeführt. Der Wert der Ausfuhr von Salpeter und Jod zusammen betrug 190,4 Millionen Goldpesos, was etwa 20 o/o des chilenischen Gesamtexports ausmachte. Von etwa gleich großer Wichtigkeit ist Chiles Kupfer Produktion. Chile ist der zweitgrößte Kupferproduzent der Welt. Auch die Kupferproduktion und Ausfuhr wurde in den letzten Jahren stark ausgeweitet. Der Wert der Ausfuhr von Kupfer und Kupfererzen betrug 1937 etwa 502,4 Millionen Pesos und damit 53 v.H. der chilenischen Gesamtausfuhr. Die Produktion von Kupferbarren betrug 413 200 t, die Ausfuhr 383 000 t. Als Nebenprodukt der Kupfergewinnung und durch Waschen wird auch Gold und Silber gewonnen (1937: Gold 9815 kg, Silber 55558 kg). Chiles Eisenerz erzeugung ist mengenmäßig nicht unbedeutend (1937: 1530 000 t Eisenerz); hinzu kommt, daß Chile eines der wenigen Länder Südamerikas mit größeren Kohlenvorkommen ist (1937 wurden 2,0 Millionen t gefördert), so daß die Grundlagen für eine Verhüttungs-, Eisen- und Stahlindustrie gegeben sind. Da jedoch die Erzlager verhältnismäßig ungünstig zu den Kohlenvorkommen liegen, wird fast alles Eisenerz ausgeführt. — In Corral besteht ein Eisenwerk, das zur Zeit 1700 l Eisen und 1500 t Stahl im Monat erzeugt; das Walzwerk bringt im Monat 1500 t heraus. Die Erweiterung des Eisenwerks ist geplant. Das Werk arbeitet mit Holzkohle. Die Begründung der chilenischen Industrie ist nicht nur auf wirtschaftliche Notwendigkeiten, sondern auch auf nationalistische Motive zurückzuführen. Weiterhin sah sich die Regierung in den 20er Jahren, als der Salpeterexport und damit Chiles Kaufkraft für Fertigwaren ausländischer Herkunft zurückging, veranlaßt, den Aufbau einer heimischen Industrie zu begünstigen, eine Lage, die heute wieder eingetreten ist. Heute bestehen etwa 5000 Fabriken im Lande, und etwa 24 o/o der arbeitstätigen Bevölkerung Chiles sind in der Industrie beschäftigt. J« KClttGII Inh. Fritz Israel Kotten Berlin SW 68, Wilhelmstraße 113 Ruf: 19 22 74 * Samstags geschlossen Die Herstellung modischer Strickwaren auf modernsten ^tlirrtnrrnf' ••«»•'• "■-« ^^^m * überall Existenz Flachstrickmaschinen a „ i e r n u n g 4 VJ

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