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Jüdische Auswanderung · 1938-07-01 · Juli 1938 · p. Seite 89

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Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1938. Bestand LBI
Issue
Juli 1938
Date
1938-07-01
Page
Seite 89 (sequence 95)
Language
German
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tungsbefugnisse aus; der Präsident muß eingeborener Philippino sein. Die Gesetzgebung ist einer Kammer von bis zu 120 Mitgliedern übertragen; der Präsident hat das Vetorecht gegenüber den von ihr beschlossenen Gesetzen. Der oberste Gerichtshof wird vom Präsidenten ernannt; gegen seine Entscheidungen kann während der Uebergangszeit an die Bundesgerichte der Vereinigten Staaten appelliert werden. Die Verfassung erklärt alle Bodenschätze und Kraftquellen für Staatseigentum; ihre .Ausbeutung ist den philippinischen Staatsangehörigen und Gesellschaften vorbehalten, in denen wenigstens 60 v. H. des Kapitals sich in philippinischen Händen befinden. Die Innenpolitik hat die Vermittlung zwischen den Interessen des Kapitals auf der einen Seite und der Arbeiter und kleinen Landwirte auf der anderen Seite zum Ziel; die Lage der wirtschaftlich schwachen Schichten soll verbessert werden. In der Wirtschaftspolitik wird eine Verbreiterung des Anbaus anderer Handelsgewächse neben dem Zucker und eine stärkere Industrialisierung gefördert. III. Die Wirtschaft 1. Landwirtschaft Die Phüippinen sind in erster Linie ein Landwirtschaftsland. Die gründlichere Entwicklung der Landwirtschaft setzt allerdings erst mit dem Uebergang der Philippinen aus spanischem in US-amerikanischen Besitz ein (1898). Seitdem wurden landwirtschaftliche Schulen und Versuchsstationen in jeder Provinz errichtet und unter Leitung und Ermutigung der Amerikaner hat die Landwirtschaft in diesem Lande eine bemerkenswerte Entwicklung genommen. Allerdings steht erst etwa ein Fünftel der Gesamtfläche unter Bewirtschaftung, während etwa drei Fünftel als kultivierbar angesehen werden. Die Haupternten sind P a 1 a y (Rohreis), A b a c ä (Manilahanf), Kokosnüsse, Tabak, Zuckerrohr, Getreide, Kakao und Kaffee. Der Anbau von Gummi ist in der Entwicklung begriffen. Der Wert der gesamten landwirtschaftlichen Erzeugung (außer Viehzucht) wurde 1932 auf ca. 151 Millionen Dollar geschätzt. Reis: Reis ist eines der wichtigsten Erzeugnisse der Philippinen und war schon vor dem spanisch-amerikanischen Krieg (um die Jahrhundertwende) ein wichtiger Posten der Ausfuhr. In letzter Zeit ist dagegen die Reisernte sogar unter den einheimischen Bedarf heruntergegangen, da andere Pflanzen an dessen Stelle traten. Die Menge der Ernte betrug 1935 1,3 Millionen t; der Wert der Ernte von 1936 wurde auf 119 Millionen Pesos geschätzt. A b a c ä: Der „ Abacä" genannte Manilahanf wird zur Herstellung von vorzüglichem Tauwerk verwandt. Bis vor wenigen Jahren besaßen die Philippinen das Monopol seiner Erzeugung. Im Jahre 1933 (nach dem Krisentiefpunkt) wurden 134 000 t produziert, 1936: 162 000 t. Der Wert des ausgeführten Manilahanfs belief sich 1935 auf rund 23 000 Pesos. Zum Teil werden die Fasern auch auf den philippinischen Inseln selbst zu Seilen und dergleichen verarbeitet. Zucker: Die Zuckerproduktion gilt als Quelle des Wohlstands der Philippinen; diese Inseln sind in letzter Zeit eines der reichsten Zuckerländer der Welt geworden. Sie besitzen ebenso günstige klimatische Bedingungen für den Anbau von Rohrzucker wie Cuba, Java, Hawaii und Portorico, die vier größten Ausfuhrländer für Rohrzucker. Die Entwicklungsmöglichkeiten für die Zuckerproduktion auf den Philippinen sind weiter sehr groß. 1936 wurden nahezu 1 Million t Zucker auf den Philippinen produziert; der Export belief sich im Jahre 1935 auf 66 Millionen Pesos. Seit 1934 ist er beträchtlich gesunken, da die Vereinigten Staaten damals die Zuckereinfuhrquoten aus den Philippinen stark herabsetzten. Der Gesamtwert der Zuckerrohrprodukte wurde 1936 auf 111 Mill. Pesos (gegen 76 Mill. Pesos im Jahre 1935) geschätzt. Kokosnüsse: Die Philippinen stehen in der Kokosnuß- Produktion unter allen Ländern der Welt an dritter Stelle. Etwa 108 Millionen Kokospalmen gibt es dort, von denen über 70 Millionen Früchte tragen. Die Zahl der geernteten Nüsse wurde im Jahre 1932. auf 1,94 Milliarden geschätzt. Aus den Kokosnüssen wird auf den Inseln selbst Oel gewonnen, die Fasern der Kokosnuß werden auf den Inseln bearbeitet und aus der harten Schale der Kokosnuß werden in kleinindustriellen Betrieben mehr als 70 verschiedene Produkte hergestellt. Das in Streifen zerschnittene und getrocknete Fleisch der Kokosnuß wird als „Kopra" ausgeführt; es dient in den Einfuhrländern als Rohstoff zur Kokosfettbereitung für Seifen u. dgl. Die Ausfuhr der Kopra betrug 1935: 253 000 t im Werte von 22 Mill. Pesos, wozu noch 102 000 t Koprakuchen und 165 000 t Oel kommen. Der Gesamtwert der Kokosnußerzeugnisse betrug 1936 ca. 62 Mill. Pesos. Tabak: 1935 wurden auf den Philippinen 29 Millionen Kilogramm Tabak produziert. Der größte Teil wurde auf den Philippinen selbst verarbeitet, besonders zu sogenannten „Manila"-Zigarren, die wegen ihres vorzüglichen Aromas auf der ganzen Welt geschätzt werden. Der Wert der im Jahre 1935 ausgeführten Zigarren belief sich auf 6,8 Mill. Pesos. Erntewert 1936: 3,7 Mill. Pesos. Getreide: Das auf den Philippinen geerntete Getreide deckt nur knapp den eigenen Bedarf. Eine gewisse Menge Weizenmehl muß regelmäßig eingeführt werden (1935 im Werte von 5,7 Mill. Pesos). Obst: Im warmen Klima der Philippinen gedeihen eine Fülle von Obstsorten, die uns zum Teil unbekannt sind. Die wichtigste Obstart, die auch ausgeführt wird, ist die Banane. Viehzucht: Der Viehbestand der philippinischen Inseln nimmt ständig zu. Ende 1935 schätzte man den Bestand an Wasserbüffeln (sog. Carabaos) auf 2,7 Mill. Stück. Ferner gab es 1,5 Mill. Stück Rindvieh, 3 Mill. Schweine und 400 000 Pferde und Maultiere. Der Viehbestand wird aber nicht voll zur Ernährung der Bevölkerung der Inseln ausgenutzt; die Fleischeinfuhr der Philippinen ist recht hoch (1933 wurden Fleisch- und Molkereiprodukte im Werte von 9,2 Mill. Pesos eingeführt). Fischerei: Neben Reis bilden Fische und Fischprodukte das Hauptnahrungsmittel der Filipinos. Die See, die die Inseln umgibt, ist von großem Fischreichtum; trotzdem spielen die auf den Philippinen gefangenen Fische eine geringere Rolle für die Ernährung der Bevölkerung als die importierten. Fischprodukte verderben sehr schnell, und die große Luftfeuchtigkeit und die hohe Temperatur gestatten nicht, die Fische zu konservieren. Zudem bewirken die Monsunwinde, daß je nach der Jahreszeit den einzelnen Inseln bald ein Ueberfluß an Fischen, bald gar keine Fische zugetrieben werden. Alle diese Faktoren bewirken, daß lediglich in der Nachbarschaft der großen Städte Fischfang für den Markt betrieben wird. — Im Jahre 1935 wurden Fische und Fischprodukte im Werte von 2,7 Mill. Pesos eingeführt. 2. Bergbau und Industrie Der Abbau der philippinischen Bodenschätze erfolgt erst seit einigen Jahren in größerem Umfang. Von Bedeutung ist bisher lediglich die Gold ausbeute geworden; seit 1931 hat sie sich versechsfacht. Dabei erweist sich die Gold-Bergbauindustrie als eine Schlüsselindustrie: die Prosperität der Bergwerksgesellschaften regt die Bauindustrie und den lokalen Arbeitsmarkt an. Der hohe Stand ihrer Papiere an den Börsen lockt die Spekulation, und die ständig wachsenden Dividenden bieten einen starken Anreiz für das Anlage suchende Publikum. Die fast überstürzte Entwicklung der letzten Monate veranlaßt Sachkenner zu der Befürchtung, daß ein Rückschlag die stürmische Hausse abbremsen dürfte. 1936 wurden 18 600 kg Gold gewonnen. In den ersten fünf Monaten 1937 allein für 20 Mill. Pesos. Es finden sich neben Gold auch andere Metalle auf den Philippinen, aber bisher lohnte es sich kaum, sie abzubauen. Lediglich Chrom-, Eisen- und Manganerze werden in kleinem Maßstab gefördert und exportiert. -=-' Von anderen Bodenschätzen, die auf den Philippinen gefunden und abgebaut werden, verdienen Kohle und Salz Erwähnung. So JOSEPH Berlin-Schöneberg Hauptstraße 1, Ecke Grünewaldstr. Das Haus der guten Herrenu. Knabenkleidung 89

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