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Jüdische Auswanderung · 1938-07-01 · Juli 1938 · p. Seite 55

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Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1938. Bestand LBI
Issue
Juli 1938
Date
1938-07-01
Page
Seite 55 (sequence 61)
Language
German
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Die Durchschnittsgehälter der Angestellten in den Fabriken im Staat New York betrugen im Oktober 1937: Wöchentliche Gehälter in f Stadt New York übrige Orte männlich 45,25 44,48 weiblich 23,80 21,50 Für einige Berufe in New York Stadt sind wir auch über die niedrigsten und höchsten bezahlten Beträge unterrichtet (Mai 1937): Berufe niedrigstes höchstes Wochengehalt in % durchschnittliches Kalkulator 18,46 225,— 52,14 Rechnungsprüfer 19,80 208,— 51,91 Buchhalter 12 — 90 — 29,60 Sekretäre: männlich 15- 140,60 35,52 weiblich 14,- 100 — 31,28 Maschinenschreiber 10 — 47,30 22,67 Aufsichtspersonal u. gehobene Posten 15- 575— 54,45 $ 15 je Woche $ 12 je Woche $ 15—40 je Woche. Die niedrigsten Sätze, die vermutlich als Anfangsgehälter anzusehen sind, gewähren sogar für die hochbezahlten gelernten Angestelltenberufe des Accountant und Auditor — etwa dem Kalkulator und dem Buchprüfer zu vergleichen — nur ein bescheidenes Auskommen. Zur Ergänzung geben wir nach einem Auswandererbericht Mindestgehälter in Chicago: Stenotypistinnen Verkäuferinnen kaufmännische Angestellte Die Verdienste einiger als Angestellte tätigen männlichen Einwanderer liegen zwischen $ 14 und 30 je Woche. Von Interesse dürften auch die Gehaltsverhältnisse einiger Lehrergruppen sein: Jahresgehalt 1936/37 Kindergärtnerinnen .$ 2045 Elementarschullehrer $ 2027 Hochschullehrer $ 2551 Krankenpflegerinnen $ 1706 Diese Gehälter liegen zum Teil unter dem, was ein gelernter Arbeiter erreichen kann und auch oft erreicht. Es sind nur wenige qualifizierte Berufe, in denen der Angestellte höhere Einkommen erreichen kann als der Arbeiter. Dieser Einkommensschichtung entspricht, daß der Angestellte vielfach als „white collar worker", als „Arbeiter mit weißem Kragen" bezeichnet wird — ein Ausdruck, der selbst in die amtlichen Veröffentlichungen z. B. des Department of Labor (etwa Arbeitsministerium) eingegangen ist. Das Einkommen verhältnismäßig hoch bezahlter Angestellter, nämlich der im „professional service" der Bundesregierung in Washington Tätigen (etwa dem höheren Beamten in Deutschland vergleichbar), betrug 1932/33 durchschnittlich $ 3378 im Jahre. Doch ist darauf hinzuweisen, daß in diesen Staatsstellungen fast nur amerikanische Bürger ankommen. 3. Frauen Da in vielen Fällen die Frau des Einwanderers mitarbeitet oder sogar allein sich und eine Familie erhalten muß, wird den Lohn Verhältnissen der Frauen hier ein besonderer Abschnitt gewidmet. Wie aus den Ausführungen der vorhergehenden Abschnitte mehrfach hervorging, ist der Arbeitsverdienst der Frau auch in den USA. im allgemeinen geringer als der Verdienst der Männer. Im großen und ganzen liegt die Bezahlung der Frauenarbeit selbst bei gleicher Beschäftigung etwa 30 v. H. unter dem Niveau der Männerlöhne; häufig wird gelernte Arbeit der Frau in einer Industrie niedriger bezahlt als ungelernte Männerarbeit. Die Mindestlohngesetzgebung der einzelnen Staaten und der New Deal haben sich der Frage der Entlohnung der Frauenarbeit besonders angenommen und zum Teil bedeutende Verbesserungen gegenüber den früheren Zuständen gebracht. Ein allgemeines Bild typischer Verdienste in typischen Frauenberufen geben folgende, z. T. einem Bericht des Women's Bureau beim Arbeitsministerium entnommene Zahlen aus neuerer Zeit: Häusliche und persönliche Dienste: Haushalt: Barlohn $ 5,79—14,65 je Woche. Schönheitspflege (beauty parlors): $ 14,25—19,65 je Woche. Hotels und Restaurants: $ 5,75 bis 16,25 je Woche. Wäschereien: $ 6,67—13,42 je Woche. Staat New Jersey, November 1936: Durchschnitt $ 12,36 je Woche bei 42 Wochenstunden; Wäscherinnen $ 16, dry cleaners (chemische Reinigung) $ 17,80. Büroangestellte: $ 16,50—28,65 je Woche; Durchschnitt im District of Columbia, dem Sitz der Bundeshauptstadt: $ 16,65 je Woche. Verkaufspersonal: in Warenhäusern $ 13,85—16,60 je Woche; Illinois (1936) $ 11,73; in Einheitspreisgeschäften $ 12 je Woche. Industrie: Gesamtdurchschnitt aus 24 Zweigen im Februar 1938: 48 c je Stunde und $ 15,35 je Woche. Sehr schlecht wird Heimarbeit bezahlt. Die tatsächlichen Stundenverdienste liegen hier zwischen 2 und 20 cents; bei sehr fleißiger Arbeit und langer Arbeitszeit kommt die Frau auf einen durchschnittlichen Wochenverdienst von $ 4—8. Wissenschaftliche und soziale Arbeit: Es liegen die Gehälter für im Jahre um $ Lehrerinnen 1200 Gelernte Krankenpflegerinnen 1800 Aerztinnen 3000 Bibliothekarinnen 1500 Sozialarbeiterinnen 1650 3. Haushaltsführung und Lebensweise in New York Die Amerikanerin ist eine gute Hausfrau. Wer anders über sie denkt, kennt sie nicht. Es ist für sie eine Lebensnotwendigkeit, kochen, waschen, plätten, nähen zu können und die sonstige Hausarbeit zu verstehen. Denn auch für sie und für ihren Haushalt gilt das amerikanische Motto: „Help yourself". Die Hausangestellte ist drüben teuer und schwer zu haben und es kommt vor, daß sie plötzlich die Arbeit niederlegt. Der Amerikaner lebt ein ungesichertes Leben. Er kann heute reich und morgen arm sein. Er wechselt leicht Arbeitsplatz und Beruf. Anstellungen auf Lebenszeit sind Seltenheiten. Darum gibt die Frau ihren „job" (Arbeitsplatz) mit der Heirat nicht auf. Sie bleibt im Arbeitskampf, bleibt Mitverdienerin, um die Lebensgrundlage breiter zu halten. Die Technik steht ihr zur Seite, sie erleichtert ihr in immer steigendem Maße die Haushaltsführung. Die Kinder werden sehr früh zur Selbständigkeit und zur Hilfe im Haushalt erzogen, besonders die Jungen, die es ebenso wie die Ehemänner als ihre Pflicht betrachten, der Hausfrau wie der Hausangestellten jede schwere körperliche Arbeit abzunehmen. Technik, Dienst am Kunden, Ehemann und Söhne, die gewohnt sind, mit im Haushalt ■H2 (oh„ H«rl( BERLI HINDENBU R O C r e i Ml I H JONN N - LICHTE RF BGOAMM V9 MMMEINR L L E I F L O IM T LEICA, D / T E C CR O / KO 55

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