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Jüdische Auswanderung · 1938-07-01 · Juli 1938 · p. Seite 53

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Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1938. Bestand LBI
Issue
Juli 1938
Date
1938-07-01
Page
Seite 53 (sequence 59)
Language
German
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Der Unterschied zwischen Nord und Süd macht sich auch in den Ernährungsgewohnheiten geltend; der Fleischverbrauch ist im Norden, der Verbrauch an Obst und Gemüse im wärmeren Süden größer. Ein Einkommen von etwa $ 125 im Monat macht eine gesundheitlich einwandfreie Kost für eine Familie möglich, wie nachstehende Angaben über Kalorienverbrauch, Vitamingehalt usw. zeigen: Täglicher Verbrauch je Erwachsenen: tatsächlich, in 8 Städten experimentell Gegenstand des nordatlantischen als ausreichend Bezirks festgestellt Kalorien 2930 3000 Eiweiß (g) 72 70 Kalk (g) 0,46 0,68 Vitamin A 4990 3000—4000 Vitamin B 460 500—750 Vitamin C 90 75—100 Vitamin G 540 500—750 (Vitamine in Sherman-Einheiten) Die berühmten Konserven spielen im Familienhaushalt nur eine nebensächliche Rolle. Die Preise der Lebensmittel sind in zum Teil niedriger als in Deutschland. Zum Amerika in JJeutsctiland. z,um Beispiel kosteten im Oktober 1937 (im Durchschnitt von 51 großen Städten): amerik. Pfund (Lb) (453 Gramm) cents Weizenmehl 4,7 Reis 8,3 Weißbrot 8,9 Lendenstück 46,1 Leber 25,5 Huhn 36,5 Butter 42,3 Käse 29,4 frische Milch (Quart) 12,5 Eier (Dutzend) 42,1 Aepfel 4,3 Apfelsinen (Dutzend) 44,9 Kohl 3,0 Kartoffeln 1,9 Kaffee 26,0 Zucker 5,8 Nach Einwanderermitteilungen kosten in Großstädten: ein einfaches Frühstück c 25—30, Mittagessen c 45, Abendessen c 60. Die Preise variieren natürlich mit der Jahreszeit; die Schwankungen von Ort zu Ort sind infolge der Größe des Landes recht beträchtlich. Die obige Aufstellung kann daher nur Anhaltspunkte bieten. b) Die Wohnverhältnisse Ein sehr großer Teil auch der Arbeiter- und Angestelltenschaft wohnt in kleinen Einfamilienhäusern. Fast alle Wohnungen haben Wassertoilette, fließendes warmes Wasser, elektrisches Licht, Gas oder Strom als Küchenwärme und Zentralheizung. Im Süden ist auch ein Kühlschrank notwendig, der dort meist noch auf Eis eingerichtet ist; ein großer Teil der Familien hat aber bereits mit Elektrizität betriebene Refrigeratoren. Eingebaute Schränke findet man sehr oft in den moderneren Bauten der Großstädte; anderwärts kann man nicht damit rechnen. Hausangestellte sind knapp und teuer. Nur 5 v. H. aller amerikanischen Familien hatten 1929 — auf der Höhe der Prosperity — bezahlte Hilfskräfte im Haushalt. Die städtische Hausfrau verbringt durchschnittlich 7 Stunden des Tages mit Hausarbeit, denn die modernen arbeitsparenden Maschinen sind für den kleinen Mann doch zu teuer. -Vielfach findet man — auch in den Nordstaaten — Negerinnen als Personal für Küche, Bedienung und Kinderpflege. Nach einem Auswandererbrief aus Chicago erhält eine perfekte Köchin $ 35—100 im Monat bei freier Station; ein Mädchen im Haushalt $ 10—12 in der Woche. Aufwartefrauen bekommen $ 2 je Tag und eine Mahlzeit. Während sich aus den Angaben über die Lebensverhältnisse der Arbeiter und Angestellten entnehmen läßt, daß die Miete (oder die Ausgaben für das eigene Haus) mit 15—20 v. H. der Ausgaben um $ 20—25 im Monat liegt, stellt die besondere Erhebung von 1933 für die großstädtischen Verhältnisse einen Anteil von 24 v. H. des Einkommens fest. Berichten von- Auswanderern entnehmen wir folgende Angaben, die wohl für die Wohnungen bessersituierter Kreise gelten: Chicago Wohnung von Dollar im Monat 2 Zimmern und Küche :....... von 30 aufwärts 3 ,j >, '•....... J5 45 ,, 4 „ „ „ : •..... „50 möblierte Wohnungen (einschließlich Tisch-, Bett- und Haushaltswäsche, Geschirr, Gas, elektr. Eisschrank) 1 Zimmer, Bad, Kochnische von $ 40 aufwärts, 1 Zimmer, mit wegklappbarem Bett, Bad, Küche, Kleiderkammer von $ 50 aufwärts, möblierte Zimmer: im Hotel $ 25, privat $ 18 im Monat. (Nord- und Südseite Chicagos; im Westen billiger.) Los Angeles Möblierte Wohnungen (wie oben): 2 Zimmer, Bad, Küche . . möblierte Zimmer 8 30—60 $ 20—30. Aus verschiedenen Städten wird die Wochenmiete für ein möbliertes Zimmer mit $ 2—6 angegeben. Die Preise für Gas, Strom, Kohle stellten sich nach amtlichen Statistiken im 2. Halbjahr 1937 wie folgt: Gas, 1000 Kubikfuß1) zwischen 80 und 150 cents, Strom, Kilowattstunde zwischen 2 und 8 cents, Kohle, 2000 Pfund um 8,40 Dollar. c) Sonstiges Die Kleidung richtet sich nach den klimatischen Verhältnissen; über diese siehe Seite 21 ff. und auch Seite 58. Der Amerikaner trägt hauptsächlich Konfektionskleidung; diese ist im allgemeinen billiger als in Deutschland. Auch die billigsten Qualitäten sollen gut tragbar sein. Die Billigkeit der Kleidung hat dazu geführt, daß die Ansprüche an die Haltbarkeit von Strümpfen, Wäsche, auch Frauenkleidern nicht groß sind; statt zu flicken, wirft man beschädigte Stücke oft einfach fort. Ueber Preise entnehmen wir dem erwähnten Auswandererbericht folgendes (Chicago): Herrenanzüge (Konfektion) Wintermantel Herrens chuhe Herrenhemden Unterwäsche Strümpfe Damenkleider Unterwäsche Strümpfe $ 18 bis 45 dasselbe von $ 3 aufwärts von 75 c aufwärts von 50 c aufwärts von 10 c aufwärts von $ 2,50 aufwärts von 75 c aufwärts von 30 c aufwärts 1 Kubikfuß 0,0283 Kubikmeter. BERLIN S036 . REICHE NB E R G E R STRASSE 1 5~4 53

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