Jüdische Auswanderung
- Journal
- Jüdische Auswanderung
- Volume
- 1938. Bestand LBI
- Issue
- Juli 1938
- Date
- 1938-07-01
- Page
- Seite 36 (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
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fortgeschritten; die Stadtbevölkerung macht zwischen 28,1 v. II. im Südatlantischen und 41,8 v. H. im Nordwest-Zentralbezirk aus. Ein großer Teil der Bevölkerung sucht hier seinen Erwerb in der Landwirtschaft; nahezu ein Drittel (30,8 v. H.) der Bevölkerung im Gebirgsbezirk, über die Hälfte (51,5 v. H.) im Südöstlichen Zentralbezirk sind „Farmbevölkerung". Im äußersten Westen schließt sich nun wieder ein Küstenstreifen an, der Pazifische Bezirk. Die Dichte der Besiedlung ist hier freilich ebenfalls gering (9,8 Menschen je Quadratkilometer). Dagegen ist — infolge des Vorhandenseins großer Hafen- und Industriestädte — die Verstädterung nahezu so groß wie im Nordosten; 67,5 v. H. der Einwohner wohnen in den Städten. Der Landwirtschaft gehört etwa ein Siebentel der Bevölkerung an. Bereits der erste Ueberblick hat uns also gelehrt, daß ein sehr großer Teil der Bevölkerung — nämlich ein Viertel — mit der Landwirtschaft verbunden ist, und zwar verhältnismäßig mehr als in Deutschland, in dem 1933 21 v. H. der Landwirtschaft zugehörten. Der wirklich stark industrialisierte Teil des Landes macht nur etwa ein Siebentel der Fläche aus, auf dem allerdings nahezu die Hälfte der Bevölkerung und zwei Drittel der Industriearbeiter mit fast drei Vierteln der von der Industrie gezahlten Lohnsumme konzentriert sind. Die amerikanische Bevölkerung 193 0 nach Rasse und Abstammung Bevölkerungin 1000 , v. H. Weiße 108 864/ 88,7 Eingeborene 95 49B 77,8 „ von eingeborenen Eltern 70187 57,1 ,, anderer Abstammung 25 361 20,7 Einwanderer (..foreign born") 13 366 10,9 Mexikaner 1 422 i,2 Neger 11891 9,7 Indianer 332 0,3 Chinesen 75 0,1 Japaner 139 0,1 übrige 51 0,0 Insgesamt 122 775 100,0 Fast neun Zehntel der amerikanischen Bevölkerung gehören der weißen Rasse an. Davon sind jedoch über 13 Millionen im Auslande geboren, 25 Millionen im Lande geboren, stammen aber von im Ausland geborenen Eltern oder Elternteilen, und nur 70 Millionen oder etwas über die Hälfte der gesamten Bevölkerung sind eingeborene Amerikaner im engsten Sinne. Die nächst große Gruppe bilden die Neger mit nahezu einem Zehntel der Bevölkerung. Von diesen sitzt der größere Teil in den Südstaaten, die seinerzeit die sklavenhaltenden Staaten gewesen sind. In den Südstaaten machen sie mit 9,3 Millionen rund ein Viertel der dort ansässigen Bevölkerung aus, doch steigt ihr Anteil in einzelnen Staaten bis über die Hälfte (Staat Mississippi). In den Nordstaaten wurden 2,4 Millionen Neger gezählt. Davon waren über die Hälfte aus den Südstaaten zugewandert; seit 1920 hat sich die Negerbevölkerung der Nordstaaten — zum großen Teil infolge der neu eingeführten Einwanderungsbeschränkungen, die einen Mangel an billigen Arbeitskräften hervorriefen! — um 1 Million (rund 65 v. H.) vermehrt. Die Wanderung der Neger richtet sich vor allem in die Industriegebiete, da sie dort einige Aufstiegsmöglichkeiten zu haben glauben. Die 332 000 Indianer sind fast ganz in bestimmten, ihnen vorbehaltenen Gebieten (reservations) angesiedelt. Auf dem Arbeitsmarkt und sonst in der Wirtschaft spielt diese kleine Gruppe keine Rolle; dagegen bemüht die Bundesregierung sich darum, ihnen durch Gewöhnung an Landwirtschalt, Pflege ihrer überlieferten Kunsthandfertigkeiten und anderes eine wirtschaftlich befriedigende Basis für ihr Dasein zu schaffen. Die Bevölkerungsbewegung eines Landes setzt sich zusammen aus der natürlichen Bev ö 1 k e - rungsbewegung (der Differenz zwischen den Geburten und den Sterbefällen) und der W a n d e r u ngsbewegung. Für die Entwicklung der Bevölkerungszahl der Vereinigten Staaten ist die Einwanderung heule viel weniger entscheidend als bis zum Weltkrieg: trotzdem stammte von dem gesamten Bevölkerungszuwachs zwischen den beiden letzten Volkszählungen, d. h. 1920 und 1930 (insgesamt 17,1 Millionen Köpfe) nur die knappe Hälfte (8,4 Millionen oder 49 v. II.) aus der natürlichen Zunahme, während über die Hälfte (8,7 Millionen oder 51 v. 11.) den Einwanderungsüberschuß darstellte. Die gesamte Bevölkerungszahl der USA. stieg von 1920 auf 1930 um ein Sechstel. Der Zuwachs aus Geburtenüberschuß und Einwanderungsüberschuß verteilte sich aber nicht gleichmäßig über das ganze Land; vielmehr nahmen die an sich schon dichter bevölkerten Industriegebiete einen verhältnismäßig größeren Teil auf als die Landwirtschaftsgebiete. Denn die Industriegebiete ziehen den größeren Teil der Einwanderer an; dazu kommt noch die innerstaatliche und die zwischenstaatliche Abwanderung von der Landwirtschaft zur Stadt und zur Industrie. (Diese letztgenannte Bewegung ist unter dem Druck der Krise allerdings eine Zeitlang umgekehrt verlaufen; von den in der Stadt arbeitslos gewordenen Personen ging ein großer Teil aufs Land zurück.) Die Gesamtzahl der Geburten wird für 1934 mit 2 168 000 (17,1 je 1000 der Bevölkerung) angegeben, die Zahl der Todesfälle mit 1397 000 (11,0 je 1000). Es ergibt sich also ein natürlicher Bevölkerungszuwachs von 771 000; mit 6,1 je 1000 der Bevölkerung liegt er unter der damaligen Ziffer für das Deutsche Reich (7,1 je 1000). Die ländlichen Gebiete sind, wie fast In allen Ländern, an der natürlichen Bevölkerungsvermehrung stärker beteiligt als die Städte. In dem wirtschaftlich und sozial verhältnismäßig rückständigen Süden ist die Geburtlichkeit, aber auch die Sterblichkeit größer als im Norden; dasselbe gilt von der Negerbevölkerung im Verhältnis zu den Weißen. Die Einwanderung überschritt vor dem Weltkriege jährlich oft die Millionengrenze. Nach dem Kriege hat man sie jedoch durch Festsetzung von Einwanderungsquoten sehr beschränkt, um die verfügbaren Arbeitsplätze nach Möglichkeit den Einheimischen vorzubehalten und ein hohes Lohnniveau zu garantieren. Die Weltkrise hat dazu geführt, daß die Ausnutzung selbst der beschränkten BERLIN W9 Tel. 22 07 09 Potsdamer Straße 5 Wir stellen Ihre photographische Ausrüstung zusammen und beraten Sie fachmännisch und ausführlich. Kameras, Kino, Mikroskopie, Leica- und Kleinbildphotographie Eig. Labor. Versand portofrei Verlangen Sie Angebot! 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