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Jüdische Auswanderung · 1938-07-01 · Juli 1938 · p. Seite 13

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Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1938. Bestand LBI
Issue
Juli 1938
Date
1938-07-01
Page
Seite 13 (sequence 17)
Language
German
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IL Das Land A. Die Naturgegebenheiten 1. Natur und Haupteinteilung des Landes I. Grenzen und Größe Nordamerika wird, obwohl es mit Südamerika durch den Landstreifen Mittelamerika verbunden ist, allgemein als besonderer Erdteil bezeichnet. Seine Größe, seine geographische Gestalt und sein wirtschaftlicher Aufbau berechtigen dazu. Nordamerika erstreckt sich vom 24. bis zum 83. Grad nördlicher Breite, und reicht auch ohne die arktische Inselwelt bis zum 72. Breitengrad hinauf. Davon entfällt das Gebiet zwischen dem 49. Grad und dem 83. Grad auf Canada und Alaska und das Gebiet zwischen dem 24. Grad und dem 49. Grad auf die Vereinigten Staaten. Der Breitenunterschied ist also ebenso wie die Fläche beträchtlich größer als die Europas. Mit insgesamt 18 900 000 qkm ist Nordamerika nach Asien und Afrika der drittgrößte Erdteil und nahezu doppelt so groß wie Europa (9900000 qkm). Die größte nord-südliche Ausdehnung beträgt gegen 7500 km, die größte west-östliche gegen 4250 km. (Die Zeitabweichung zwischen New York und San Franeisko beträgt 3i/4 Stunden!) 9 700 000 qkm entfallen auf das Gebiet der Vereinigten Staaten von Amerika; ohne Alaska und die Außenbesitzungen beträgt ihr Flächeninhalt noch 7 800 000 qkm. Der Erdteil wird im Norden vom Nördlichen Eismeer, im Osten vom Atlantischen, im Westen vom Pazifischen Ozean begrenzt. Nach Süden verjüngt sich der Kontinent und wird vom Golf von Mexico auf der Höhe der Landenge von Tehuantepec abgeschlossen. Somit hat der größte Teil des Kontinents Meeresgrenzen, insgesamt 75 000 km. Davon entfallen auf die Vereinigten Staaten ohne Alaska 22 700 km, nämlich 11300 km am Atlantischen, 5900 km am Pazifischen Ozean, 5500 km am Golf von Mexico. Die Gliederung der Küsten ist überwiegend gering. Am Atlantic findet sich als ozeanischer Einschnitt die Hudson-Bay. Die nordatlantische Küste ist reich gegliedert und weist viele Buchten und natürliche Häfen auf, während die südöstliche Küste wenig zugänglich und hafenarm ist. Das gleiche gilt für die südöstliche pazifische Küste, in die aber der Gclf von Californien tief einschneidet. Halbinseln der Ostseite sind in Canada: Labrador, Neu-Braunschweig und Neu-Schottland; in den Vereinigten Staaten: Florida. An der Westseite erstrecken sich Alaska, das zu USA. gehört, in Canada Boothia Felix und Melville; nach Süden, zu Mexico gehörig: Niedercalifornien. Die wichtigsten Inseln sind: die arktische Gruppe, ferner im Osten Neu-Fundland und im Westen die Aleuten und Vancouver (Kanada). II. Geographische Gliederung Nordamerika ist bedeutend weniger gegliedert als z. B. die europäisch-asiatische Landmasse. Während diese in der west-östlichen Richtung mehrfach geteilt ist, verlaufen die den nordamerikanischen Kontinent gliedernden Gebirgszüge lediglich in der nordsüdlichen Richtung. Er läßt sich nach dem natürlichen Aufbau in drei Gebiete aufteilen, die wieder Untergruppen, gleichfalls in der Dreizahl, aufweisen. Sowohl die Westseite wie die Ostseite sind von gewaltigen zusammenhängenden Gebirgszügen fast im gesamten Verlauf der Küsten durchzogen. Zwischen ihnen breitet sich ein mächtiges Tafelland vom Eismeer im Norden bis zum Mexikanischen Golf im Süden, das durch keine Gebirgsbarriere unterbrochen ist. Das Gebirge im Westen, die Cordilleren, setzt sich von Alaska im äußersten Norden des Erdteils bis tief nach Mexico fort. Es ist ein verhältnismäßig junges, gewaltig aufgetürmtes und gefaltetes Massiv, dessen drei parallel verlaufende Züge durch ausgedehnte Hochländer getrennt sind. Die westlichste Kette steigt gleich von der Küste empor; sie trägt danach ihren Namen Coast Ranges. Ihre höchsten Erhebungen erreichen 3000 m. Landeinwärts schließen sich die Längstäler Oregons und Californiens (Pugetsund, Sacramento, San Joaquin) an. Hinter ihnen baut sich der westliche Hauptzug der Cordilleren auf: im Norden die bis über 6000 m Höhe ragenden Seealpen, südlich daran schließend das Kaskadengebirge und schließlich die Sierra Nevada, das höchste und landschaftlich schönste Gebirge der Vereinigten Staaten. Die östliche Kette, die Rocky Mountains (Felsengebirge), ist durch weite Hochbecken von der westlichen getrennt, vor allem in nordsüdlicher Reihenfolge vom Columbia- Plateau, vom Großen Becken (Great Basin) und dem hochgelegenen Colorado-Plateau. Die wichtigsten Züge der Rocky Mountains sind: Front-, Sawatch-, Sangre de Christo-, Uinta-, Vahsatch-Gebirge. Nach Osten fallen die Rocky Mountains steil in das Präriengebiet ab. Die Breitßnausdehnung der Cordilleren ist gewaltig, auf der Höhe von San Francisco erreicht sie 1700 km. Die Flora zeigt vorwiegend Nadelholzwald, in Californien immergrüne Hartlaubgewächse. Die Appalachen im Osten Nordamerikas sind bedeutend älter als die Cordilleren und auf Mittelgebirgshöhe abgetragen; im Charakter gleichen sie den nordwesteuropäischen Gebirgen. Im Norden an der Labrador-Küste reichen sie bis an den Atlantischen Ozean, weiter südlich lassen sie zwischen sich und dem Meer eine fruchtbare Küstenebene. Sie sind aus zwei parallel verlaufenden, von einem breiten Talgebiet getrennten Ketten zusammengesetzt : dem Cumberland-Plateau im Westen und dem Hauptzug, den Alleghanies, mit dem ihnen östlich vorgelagerten Piedmont-Hochland. Die Alleghanies steigen in zusammenhängenden Kämmen bis zu 2000 m im Süden empor. Ihre wichtigsten Züge sind hier: Unaka-, Smoky-Mountains, Black Mountains, Blue Ridge. Im Norden ist das Gebirge häufiger unterbrochen, die wichtigsten Züge sind dort: die Adirondacks, die Green- und die White Mountains. Insgesamt erreichen die Appalachen bei einer Breite von 200 km eine Länge von 2600 km. Im Norden überwiegen die Nadelhölzer, im größten Teil herrscht reich gemischter Laubwald vor, im Süden finden sich subtropische immergrüne Gewächse, wie Kakteen, Agaven, Palmen usw. Zwischen den Gebirgen breitet sich ein riesiges Tafelland, das sich von beiden Seiten zum Flußtal des Mississippi senkt. Oestlich des Mississippi erstrecken sich das Mississippi- und Ohio-Becken, westlich die Prärientafel Canadas und der Vereinigten Staaten. Der durch die Mississippifurche markierte Ostteil der Prärien ist infolge seiner geringen Höhenlage und der ausreichenden Feuchtigkeit ein mächtiges zusammenhängendes Wiesenland mit einer Vielzahl von Grasarten und einer reichen, freilich kurz blühenden Blumenflora; für zusammenhängenden Baumwuchs reichen der kalte Winter und der trockene Sommer nicht aus. Das Prärienland ist zum sehr großen Teil durch Umpflügen in Ackerland verwandelt worden, nicht immer zum Segen des Bodens und der Bewässerungsverhältnisse; der seit der Zerstörung der Grasnarben ausgetrocknete Boden wird für die Landwirtschaft weiter Gebiete zur Gefahr, wie im Abschnitt über das Klima (S. 22) ausgeführt ist. In den höheren westlichen Regionen, dem Gebiet der großen Ebenen, ändert sich das Landschaftsbild mit zunehmender Trockenheit: Nur lückenhaft ist der Boden mit Büschelgras und Staudengewächsen, Dorngestrüpp, Kakteen, Agaven usw. bestanden, bis im Südwesten der Uebergang in Steppe und teilweise Wüste erfolgt. Das Tafelland zwischen den Cordilleren und Appalachen kennzeichnet sich um so mehr als eine Verknüpfung der beiden Gebiete, als es in dem größten Flußsystem der Erde, dem Mississippi-Missouri, eine mächtige Verkehrsader in der Nord-Südrichtung und Sitlv' 0M4, 3mA' UH ~ UiM tf\l!>~VM±tU<l! 13

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