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Jüdische Auswanderung · 1937-01-01 · Herbst 1937 · p. Seite 79

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Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1937. Bestand LBI
Issue
Herbst 1937
Date
1937-01-01
Page
Seite 79 (sequence 85)
Language
German
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Siedlung die Lage von größter Bedeutung. Je bessere Absatzmöglichkeiten vorhanden sind, desto größere Aussichten für den Erfolg. Süd-Rhodesien hat ein sehr gut ausgebautes Straßennetz, mit Autostraßen, die sich auch in Europa sehen lassen können. Das Eisenbahnnetz ist gut ausgebaut. Nach abgelegenen Bezirken betreibt die Eisenbahn-Gesellschaft, die sich in Rhodesien im Privatbesitz befindet, Autoverkehr. Die Tarife sind billig. Von besonderer Bedeutung für die Auswahl des Siedlungsgeländes ist ferner die Höhe des Grundwasserstandes, da ohne Frischwasser kein Farmbetrieb möglich ist. Ihrer verschiedenen geologischen Beschaffenheit entsprechend, sind die unteren Schichten vielfach wasserdurchlässig, so daß sie das Grundwasser nicht halten und der Grundwasserspiegel absinkt. Die Tiefe der erbohrten Brunnen ist hierfür aufschlußreich. In einigen Teilen des Landes sind Staudämme errichtet. Hierdurch wird, neben industrieller Kraft, eine künstliche Bewässerung großer Flächen während der Trockenheit ermöglicht. Was den Landkauf selbst betrifft, so bieten sich in Süd-Rhodesien zwei Möglichkeiten, und zwar Kauf von Kronland vom Staate oder von Privatbesitz. Etwa 17 Millionen acres Kronland sind seitens der Regierung für diesen Zweck zur Verfügung gestellt. Der Preis variiert von 4 bis 15/- per acre, je nach Lage und Qualität. Der Kaufpreis ist in 20 gleichbleibenden Raten zahlbar, in der Regel mit einem Aufschlag von 10 °/o für administrative Kosten, doch können auch von der Regierung weitgehende Erleichterungen eingeräumt werden, da es das Ziel der Regierung ist, weiße Ansiedler ins Land zu ziehen, und ihre Tendenz die ist, das den Siedlern zur Verfügung stehende Kapital voll für die Entwicklung der Farmen zu belassen. Der Besitztitel kann nach 5 Jahren erworben werden. Die Qualität des Bodens in Süd-Rhodesien ist außerordentlich verschieden, auch in den Regionen, in denen die Voraussetzungen für eine landwirtschaftliche Ansiedlung gegeben erscheinen. Der Boden wechselt vom leichten bis zum schweren Boden. Es gibt rote und schwarze Erde, die sich für Mais und Tabak eignet, ebenso leichten Boden, der nur dürftige Viehweide gibt. Am empfehlenswertesten ist sandiger Lehm. Dieser eignet sich am besten für gemischte Wirtschaft, bestehend aus Viehzucht und Ackerbau. Daneben gibt es Plantagenwirtschaft und solche, die sich auf Viehzucht aufbaut, sei es Rindvieh oder Schafe. Im allgemeinen sind bisher nur große Wirtschaften in Rhodesien üblich, doch finden sich in neuerer Zeit bereits Ansätze für kleinere intensiver bewirtschaftete Betriebe. Das Schürfrecht für Erze und andere Bodenschätze ist in keinem Falle bei Landerwerb mit erworben, sondern verbleibt den vom Staat konzessionierten Gesellschaften. Beim Kauf aus Privathand ist mit Preisen von 5 bis 7/6 per acre für Grundstücke minderer Qualität, von 7/6 bis 21/- per acre für Grundstücke in guter Lage und guter Qualität zu rechnen. Für ganz besonders gut gelegene Grundstücke werden auch weit höhere Preise gezahlt. Auch bei Kauf aus Privathand können vom Staate Darlehen und Beihilfen erwirkt werden. Die Optionsverträge sind in solchen Fällen dem Ackerbau- Minister vorher zur Genehmigung vorzulegen. Auch hier kann der Kaufpreis 20 Jahre gestundet werden, bei Ratenzahlungen vom dritten Jahre ab. Siedler haben außerdem noch Vergünstigungen bei Gepäckbeförderung und Zollerleichterungen. Trotzdem ist ein größeres Betriebskapital erforderlich, das bei gemischter Wirtschaft auf mindestens £ 250 bis 300 veranschlagt wird, bis evtl. £ 2000. III. Der Bergbau Der Reichtum Süd-Rhodesiens beruht im wesentlichen auf seiner Minenindustrie. Unter den geförderten Mineralien (Gold, Kohle, Chrom und Asbest) steht Gold an erster Stelle. Die Goldproduktion bestimmt die Konjunktur des Landes. Der Höhepunkt der Goldproduktion wurde in der Nachkriegszeit im Jahre 1929 erreicht. Der damals geförderte Goldwert betrug £ 4,9 Millionen. Die Weltkrise ließ die Goldproduktion im Jahre 1931 auf £ 2,3 Millionen sinken. Seitdem aber befindet sich die Goldproduktion in einem einzigartigen Aufstieg, was nicht nur mit dem Steigen des Goldpreises zusammenhängt. Der Wert der Goldproduktion des Jahres 1935 überschritt die £ 5 Millionen-Grenze. In den ersten 6 Monaten des Jahres 1936 wurden 356000 t Kohle gefördert, gegenüber 1,14 Millionen t im Jahre 1929 und 4830.00 t im Jahre 1932. Süd-Rhodesien weist große Asbestlager von guter Qualität auf, die einen verhältnismäßig hohen Aktivposten in der Außenhandels-Bilanz des Landes ausmachen. Asbest wird zum Teil im Lande verarbeitet und speziell mit Zement zur Herstellung von Baumaterialien kombiniert. Die Gesamt-Minenproduktion des Jahres 1935 hatte den Wert von £ 6,2 Millionen, die des ersten Halbjahres von 1936 bereits den Wert von £ 3,5 Millionen. Die Zahl der in den Minen beschäftigten Europäer betrug 1935 2890, die der eingeborenen Arbeiter 77 383. Das Minen-Department hat für 1936/37 einen Etat von 128 000 £ festgesetzt, etwa das Dreifache des Etats von 1933/34. Dem Minen-Anleihefonds werden von Regierungsseite im Jahre 1936 und 1937 £ 65000 zur Verfügung gestellt (gegen £ 15 000 im Jahre 1933/34). Das Bergbauwesen wird auch durch Einrichtung von technischen Schulen, Anlage von Verkehrswegen, Wasserversorgung usw. von Regierungsseite gefördert. IV. Verarbeitende Industrie Die älteste Industrie im Lande ist die Mühlenindustrie. An erster Stelle steht Maismehl, an zweiter Weizenmehl. Die Zentren der Mühlenindustrie sind Bulawayo, Salisbury und Gwelo. Die von Eingeborenen und Europäern angebauten Erdnüsse werden zur Gewinnung von Oel und Oelk u c h e n ausgenutzt, ferner zur Erzeugung von Seifen und Kerzen. Die Kerzenproduktion hat ihren besonderen Aufschwung durch den Kerzenbedarf der Minen erhalten. Es bestehen Kühlanlagen in Bulawayo. Kühl- und Gefrierfleisch wird nach der Südafrikanischen Union und dem überseeischen Ausland, insbesondere nach England, exportiert. Die Firma L i e b i g errichtete in West-Nicolson eine Fleischextrakt-Fabrik. Düngemittel werden im r Tropensidiere Armbanduhren stoßgesichert - rostfrei - wassergeschützt Auswahlsendungen 1 ARNHOLD ROSENTHAL Breslau 5 Neue Schweidnitzer Straße 5 f WiUkmimene gWf* Qt - Ut derneuen ^imaf sUuf- Fldctrxr O&ttjkcttAnitke, WMckvMMschUitki., fkn9e. _ SH\M.fnnMMr wem. PDOLF HEIDE &ielefei& Jüefetuhfy ptatilta {edet deuUcU&t Station 79

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