Jüdische Auswanderung
- Journal
- Jüdische Auswanderung
- Volume
- 1937. Bestand LBI
- Issue
- Herbst 1937
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 40 (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
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Unter den Herkunftsländern steht, wie oben gesagt, wiederum England an erster Stelle. Japan steuerte 6 o/o zur Einfuhr bei, und die Vereinigten Staaten fast 17 o/0. Deutschlands Einfuhr nach Australien war im Verhältnis zu diesen Ländern außerordentlich gering; betrug doch sein Anteil weniger als 4 o/o. Ein Vergleich der diesjährigen Einfuhrbilanz mit der vorjährigen zeigt, daß besonders die Einfuhr von Maschinen und Metallerzeugnissen zugenommen hat. Es ist dies ein Zeichen dafür, daß die australische Industrie ihre Ausbauwünsche in die Wirklichkeit umsetzt. Im Vergleich zum Vorjahr hat auch die Einfuhr von Kraftwagen und Treibstoffen zugenommen, was ein Zeichen des steigenden Wohlstandes ist. Die Einfuhr ausländischer Baumwollwaren hat dagegen abgenommen, da die heimische Industrie jetzt in der Lage ist, ähnliche Waren in annehmbarer Qualität und zu konkurrenzfähigen Preisen zu liefern. \\ as die Entwicklung der Ausfuhr anbelangt, so fällt besonders die wertmäßige Steigerung der Wollausfuhr ins Auge (Exportwert Juli 1936—April 1937: £A 50 750 000, gegen lJ A 42 950 000 in der gleichen Zeit des vorigen Fiskaljahres). Ferner wurden in größeren Mengen als im Vorjahre ausgeführt: Rind-, Lamm- und Hammelfleisch, Schaffelle, Talg, Silber-, Blei- und Zinkbarren. Die Butterausfuhr ist dagegen um fast ein Viertel zurückgegangen. Im Fiskaljahr 1936/37 wurden Waren im Werte von 90,5 Millionen £-Sterling eingeführt; der Wert der australischen Gesamtausfuhr betrug 126,2 Millionen £-Sterling, so daß sich also für das am 30. Juni dieses Jahres abgeschlossene Fiskaljahr ein Ausfuhrüberschuß von 35,7 Mill. C-Sterling ergab. Setzt man von dieser Summe den Wert der Goldausfuhr (9,5 Millionen £-Sterling) ab, so bleibt aus der reinen Warenausfuhr immer noch ein Ausfuhrüberschuß von 26,2 Millionen £-Sterling, der allein ausreichen würde, die Zins- und Amortisationszahlungen der australischen Anleihen zu decken. 7. W ährung und Staatsfinanzen Die Währungsgrundlage ist das australische Pfund (abgekürzt £A), dessen Parität im Verhältnis 125 £A 100 £-Sterling eng an das englische Pfund geknüpft ist. Legt man für das englische Pfund einen Kurs von 1 ^Sterling 12,34 Reichsmark zugrunde, so ergibt sich folgendes Verhältnis des australischen Pfundes zur Reichsmark: 1 £A 9,88 Reichsmark. Der Devisenverkehr unterliegt in Australien keiner Beschränkung. Der australische Bundeshaushalt wies für das vergangene Jahr einen Ueberschuß von 3,6 Millionen £A auf. Die Ausgaben betrugen 63 Millionen und die Einnahmen 66,6 Millionen £A. Aus dem Ueberschuß, der gegenüber dem Defizit vergangener Jahre sehr bemerkenswert und eines der deutlichsten Zeichen für die Ueberwindung der Krise ist, wurden 500 000 £A den Einzelslaaten zugewiesen. Der ordentliche Etat wird hauptsächlich durch Steuern und Zölle bestritten. Die Steuerlast — mehr als 14 £-Sterling pro Kopf der Bevölkerung im Jahre 1935 — läßt Australien als das (nach England) am höchsten besteuerte Land der Welt erscheinen. Allerdings muß man bei internationalen Vergleichen dieser Art immer in Betracht ziehen, daß Australien ein Land außergewöhnlichen Wohlstandes ist, und daß die Höhe der Einkommen den Steuerdruck dort weniger fühlbar macht als in anderen Ländern mit niedrigerem Einkommensniveau. Die Kritik der Arbeiterpartei an der hohen Steuerbelastung führte übrigens dazu, daß im Laufe des letzten Jahres die Sätze wichtiger Steuern, u. a. der Umsatzsteuer, beträchtlich ermäßigt wurden. Die Mittel des außerordentlichen Etats werden hauptsächlich durch Anleihen aufgebracht. Für den Einklang der Bundesschulden mit den Schulden der Einzelstaaten sorgt eine besondere Körperschaft, der Anleihe- Rat (Loan Council). Kritiker der australischen Wirtschartspolitik bemängeln die außerordentliche Höhe der inneren und äußeren Verschuldung, die Mitte 1936 insgesamt 1,25 Milliarden £A betrugen. Während der letzten Jahre gelang es freilich, die äußere Verschuldung nicht unbeträchtlich — auf etwa 590 Millionen £A — zu ermäßigen, während die innere Verschuldung noch weiter auf 665 Millionen £A zugenommen hat. Die durch Anleihen aufgebrachten Mittel dienen u. a. der Arbeitslosenunterstützung sowie Arbeitsbeschaffungs- und Rüstungszwecken. 8. Konjunktur Während die australische Wirtschaft verhältnismäßig früh die volle Wucht der Krise spüren mußte und besonders durch den Sturz der Woll- und Weizenpreise auf dem Weltmarkt schwer getroffen wurde, machten sich nach 1933 allmählich immer mehr Zeichen der Besserung bemerkbar, und zur Zeit ist das Land von einer Hochkonjunktur nicht mehr weit entfernt. Dies zeigt sich in einer Reihe von Erscheinungen. Die australische Arbeitslosen-Statistik, die von den Gewerkschaften durchgeführt wird, stellte kürzlich den Prozentsatz der arbeitslosen Gewerkschaftsmitglieder während des Krisentiefpunktes, Somnier 1932, dem des Frühjahres 1937 gegenüber. Hierbei ergab sich für die Einzelstaaten folgendes Bild: Prozentsatz der arbeitslosen Gewerkschaftsmitglieder: Staat Neu-Südwales Victoria Queensland Südaustralien Westaustralien Tasmanien Sommer 1932 33,2 27,7 19,9 35,2 30,3 27,4 Frühjahr 1937 11,8 9,5 7,7 9,5 5,4 7,9 Australischer Bund 30,0 9,9 Augenblicklich ist die Beschäftigungslage so gut wie normal. Ein geringer Arbeitslosenrückstand bleibt selbst in Zeiten der Hochkonjunktur, zumal bei der mehrfach erwähnten Politik der gesetzlichen Mindestlöhne. Setzt man die Zahl der in der verarbeitenden Industrie Beschäftigten der Jahre 1928/29 für ganz Australien 100, so war die entsprechende Kennziffer 1931/32 71, und 1935/36 (unter Berücksichtigung des Bevölkerungswachstums) 97. Diese gute Beschäftigungslage ist eine Folge der lebhaften Entwicklung der australischen Industrie. Besonders auffällig ist die günstige Lage der Produktionsmittel erzeugenden industriellen Betriebe; gerade die Schwerindustrie und die Motorenwerke sind so gut beschäftigt, daß sie ihren Anfragen nur mit Verspätung nachkommen können. Mehrere Montagewerke für Automobile konnten in letzter Zeit eröffnet bzw. erweitert werden, und sogar die Flugzeugindustrie beginnt, sich zu entwickeln. Als eine der Ilauptursachen des industriellen Aufschwungs Australiens dürfte die Zunahme ausländischer Investitionen gelten. Der Aufschwung der Produktionsmittel-Industrie dürfte allerdings in nächster Zeit etwas nachlassen, da der nach der Krise dringend notwendige Erneuerungsbedarf inzwischen weitgehend gedeckt ist. Dagegen dürfte sich der Aufschwung der Verbrauchsgüter-Industrie weiter fortsetzen, da das während der letzten Jahre beträchtlich gestiegene Volkseinkommen sich allmählich in Kaufkraft umsetzt. Diese Vermehrung des Volkseinkommens beruht vor allem auf der wertmäßigen Steigerung des australischen Außenhandels. Die Preise der wichtigsten DAN ZAS & Co. b.S5: Abteilung für Auslandsumzüge Gutleutstraße 31 FRANKFURT a. H. Telefon 30041 Transporte nach allen Ländern in Lifts und Sammelladungen Fachmännische Beratung / Sachgemäße Verpackung / Lagerung / Versicherung Vetiuu^s PALÄSTINA- AMT MERLIN l/Jau'/etf r^ r\ 40