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Jüdische Auswanderung · 1937-01-01 · Herbst 1937 · p. Seite 39

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Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1937. Bestand LBI
Issue
Herbst 1937
Date
1937-01-01
Page
Seite 39 (sequence 43)
Language
German
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Dabei ist zu beachten, daß die Bodengestaltung des australischen Landesinnern dem Straßenbau wenig Schwierigkeiten bereitet; trotzdem ist ein großer Teil der Landstraßen nach Regenfällen völlig unbrauchbar. Das Kraftfahrwesen ist in Australien erstaunlich weit entwickelt. Fast alle größeren amerikanischen und englischen Automobil-Firmen unterhalten Montage-Fabriken in Australien. Aus Verzollungsgründen werden nämlich an Stelle von fertigen Kraftwagen hauptsächlich Automobil-Einzelteile eingeführt. Die Einzelteile werden dann in das ebenfalls eingeführte Fahrgestell eingebaut, und die Karosserie, die häufig in Australien selbst hergestellt wird, wird darauf montiert. Mitte 1935 zählte man in Australien 688 450 Kraftfahrzeuge, davon 457 992 Personenkraftwagen. Inzwischen hat sich die Anzahl der Automobile noch bedeutend vermehrt. Es dürfte heute auf je 10 Personen 1 Kraftwagen kommen; damit steht Australien, was die „Kraftfahrzeugdichte" anbelangt, etwa an vierter Stelle unter allen Ländern der Welt. 6. Außenhandel Ebenso wie andere Wirtschaftsgebiete, ist der Außenhandel Australiens von einem dichten Netz 'staatswirtschaftlicher Vorschriften überzogen. Die Ausfuhr der wichtigsten Agrarprodukte wird durch Absatzämter kontrolliert, an die der Farmer seine Produkte abliefern muß. Diese Absatzämter überwachen den Export und setzen sowohl Ankaufsals auch Exportpreise fest. Auf diese Weise gelingt es einerseits, auf Staatskosten die Preise australischer Produkte auf den unter Umständen niedrigeren Weltmarktpreis hinabzudrücken, andererseits aber, bei Waren, für die Australien Hauptlieferant ist und den Weltmarktpreis bestimmt, die Preise möglichst hoch zu halten. —■ Auch die Einfuhr lebenswichtiger Waren unterliegt mannigfachen Beschränkungen. Teils bestehen diese aus Schutzzöllen, die das Preisniveau der inländischen Industriewaren (und damit die Löhne) hoch halten sollen, teils haben sie den Zweck, das Zurückfließen australischer Waren, die im Auslande durch Dumping billiger als im Inlande verkauft werden, zu verhindern. Hierbei werden allerdings häufig Maßnahmen getroffen werden, deren Zweckmäßigkeit in volkswirtschaftlicher Hinsicht stark bezweifelt werden darf. In der australischen Außenhandels-Struktur prägt sich vor allem die Tatsache aus, daß Australien ein Teil des Britischen Empire ist, das mit dem Mutterlande und den übrigen Dominions wirtschaftlich in enger Verbundenheit lebt. Schon 1930, vor der Konferenz in Ottawa, die zum Ausbau der Vorzugszölle zwischen den Empireländern führte, gingen 55 o/o aller aus Australien ausgeführten Waren in Länder des Empire, 45 °/o allein nach England. Diese Tendenz zur stärkeren Einfügung in das britische Weltreich ist nach der Konferenz von Ottawa noch gewachsen. Im Jahre 1935/36 gingen über 60°/o aller ausgeführten Waren nach den Staaten des britischen Weltreiches, und fast 51 o/o der gesamten Ausfuhr wurden von England aufgenommen. Für wichtige Export-Produkte ist England' überhaupt der einzige Abnehmer; so richtet sich Australiens Butterexport zu 93o/o, seine Fleischausfuhr zu 95 o/0 und die Eierausfuhr sogar zu 99 o/o nach Groß-Britannien. Bei anderen Ausfuhrwaren ist die Bindung zum Mutterlandc wenig ausgeprägt; so gingen z. B. nur 40 o/0 der Schweißwolle- und 30 o/0 der Waschwolle- Verschiffungen nach England. In etwas geringerem Maße prägt sich Australiens Einfügung in das Empire auch auf dem Gebiete der Einfuhr aus. 58 0/0 aller eingeführten Waren kamen aus Ländern des Empire, 41 o/„ allein aus England. Vor allem Mutterlande mußte der jüngsten Zeit stellen. Durch die seinen Einfuhrbedarf an Maschinen, Metallen und Metallwaren deckt Australien durch Einkauf im Mutterlande. Bei der engen Verbundenheit Australiens mit dem die englische Landwirtschaftspolitik Australien vor schwierige Probleme Förderung der britischen Landwirtschaft, die selbst gegen Einfuhr aus den Dominions durch Zölle geschützt wird, wird den australischen Exporteuren von landwirtschaftlichen Produkten ein schwerer Schaden zugefügt, und so sieht sich Australien gezwungen, sich für seine Ausfuhrprodukte neue, nichtbritische Absatzmärkte zu erschließen. Es ist deshalb bezeichnend, daß gerade der Delegierte Australiens auf der Empire-Konferenz im Mai dieses Jahres für den Abbau der Handelsschranken eintrat. Australien selbst möchte allerdings mit diesem Abbau nicht den Anfang machen; erst im Mai 1936 wurde ein Einfuhr-Lizenz-System eingeführt, das sich praktisch als eine Diskriminierung der Nicht-Empireländer auswirkte. Betrachten wir nun die Zusammensetzung des australischen Außenhandels nach W arengattungen, so zeigt sich in der Ausfuhr die überragende Rolle der tierischen Produkte (Wolle!), daneben aber auch eine erhebliche Bedeutung des W e i z e n s und des Goldes. Im Fiskaljahre 1935/36 (vom 1. Juli 1935 bis 30. Juni 1936) betrug der Gesamtwert der Ausfuhr 108 Millionen engl. Pfund. Die Bedeutung der genannten Produkte im Verhältnis zur Gesamtausfuhr zeigt die folgende Tabelle: Ausfuhr 1935/36 nach Warengattungen (in £ 1000) Lammfleisch 4 020 Weizen 14 019 Viehhäute 753 Kaninchen- und Hasenfelle 1745 Schaffelle 2 824 Schweißwolle 46 192 Gewaschene Wolle 5 734 Zinkerz 534 Maschinen und Geräte 740 Rohblei 3 837 Zinkbarren und -blocke 905 Leder 641 Gold 12 005 Silber 1016 Butter 9 028 Eier 918 Rindfleisch 2 481 Hammelfleisch 446 Obstkonserven 805 Mehl 4 535 Neben den Ländern des Britischen Empires bezogen noch Japan und die Vereinigten Staaten größere Mengen australischer Produkte. Japan nahm 13,1 o/0 der australischen Ausfuhr ab, während die Vereinigten Staaten 7 o/0 bezogen. Die Ausfuhr nach Deutschland war im Verhältnis zu diesen Ländern minimal; sie betrug noch nicht einmal 2 0/0. Die Einfuhrseite der australischen Handelsbilanz wird weniger von den tatsächlichen Bedürfnissen des Landes als von den Schutzzollwünschen der aufkeimenden australischen Industrie bestimmt. Die Gesamteinfuhr hatte im Fiskaljahr 1935/36 einen Wert von 85 Millionen £- Sterling. Die folgende Tabelle gibt die wichtigsten Einfuhrwaren wieder: Wichtigste Einfuhrwaren im Fiskaljahr 1935/36 (in £ 1000) Treibstoff (Benzin) 4 332 Kraftwagenfahrgestelle und -teile 6 349 Waffen und Explosivstoffe 996 Motoren \ 899 Baumwollwaren 4 384 Seidenwaren 2717 SILBERSTEIN x CO BERLIN S 036.REICHENBERGER STRASSE 154 39

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