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Jüdische Auswanderung · 1937-01-01 · Herbst 1937 · p. Seite 31

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Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1937. Bestand LBI
Issue
Herbst 1937
Date
1937-01-01
Page
Seite 31 (sequence 35)
Language
German
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viel günstiger sind als die anderer Länder, ungenutzt bleiben, weil sie durch die hohen Lohnkosten keine Rentabilität versprechen. Vorläufig, d. h. unter günstigen weltwirtschaftlichen Voraussetzungen, ermöglicht die bevorzugte Stellung, die Australien bei der Produktion einzelner Standardprodukte einnimmt, trotz einer verhältnismäßig geringen Produktivität in anderen Wirtschaftszweigen die Aufrechterhaltung, ja allmähliche Steigerung des hohen Lebenshaltungsniveaus der Gesamtheit. Man wird aber der Londoner „Times" nur zustimmen können, wenn sie (am 20. August 1937), bei aller Genugtuung über die gegenwärtige Prosperität, zu dem Urteil kommt, daß Australien durch fallende Weltmarktpreise, ein Versiegen der Londoner Geldquellen oder eine Verkleinerung der Absatzmärkte heute ebenso verwundbar sei wie vor acht Jahren, wenn es allerdings auch stärker geworden sei, solche Rückschläge zu ertragen und eine geringere Belastung (an Zinsen) durch schwere Zeiten hindurchzuschleppen habe. 2. Die Landwirtschaft A. Allgemeiner Ueberblick Auch heute noch bildet die landwirtschaftliche Urproduktion die Grundlage und den gesündesten Teil der australischen Volkswirtschaft. Dies geht deutlich genug aus folgenden Zahlen hervor: Während der Gesamtwert der australischen Industrieproduktion (manufacturing) im Jahre 1934/35 rund 137 Millionen £ betrug, erzeugte der Ackerbau Produkte im Wert von 68,5 Millionen £; die Erzeugnisse der Weidewirtschaft (pastoral products) erreichten einen Wert von 74,5 Millionen £ (einige Jahre vorher sogar 95,6 Millionen £!), und andere Zweige der australischen Viehzucht, nämlich Milchwirtschaft, Geflügel- und Bienenzucht brachten zusammen 44,7 Millionen £ ein. Nimmt man noch hinzu, daß Waldwirtschaft und Fischerei zusammen Erträgnisse von 10,8 Millionen £ ergaben, und der Bergbau solche von rund 20 Millionen £, so folgt aus diesen Zahlen, wie sehr Australien trotz seiner mit allen Mitteln künstlich hochgezüchteten Industrie selbst heute noch vorwiegend von der Urproduktion lebt. Von den beiden Hauptzweigen der australischen Landwirtschaft, Ackerbau und Viehzucht, besitzt die letztgenannte die weit größere Bedeutung. Für beide aber bestehen noch ungemein große Ausdehnungsmögliehkeiten, so daß ein Kampf um den Boden, im Sinne der Verdrängung eines Wirtschaftszweiges durch den anderen, im ganzen kaum stattfindet, wenn dies auch in einzelnen Gegenden zuweilen der Fall ist. Nach Angaben von Hermann Lufft sind etwa 21 o/0 Australiens Wüste, also landwirtschaftlich nicht nutzbar. Auf einem etwa ebenso großen Gebiet kann Viehzucht nur mit einem sehr großen Risiko betrieben werden wegen der Unsicherheit der jährlichen Niederschläge. Dagegen sind etwa 34 o/0 — d. h. etwa 2,46 Millionen Quadratkilometer oder eine Fläche von der fünffachen Größe Deutschlands — gutes Weideland und 1,62 Millionen Quadratkilometer gutes Farmland in der gemäßigten Zone, wenn auch teilweise recht bergig; dazu kommt d'. in noch Ackerbauland in den Tropen. Von der Gesamtfläche Australiens ist aber nur etwa 1 o/o unter intensiver ackerwirtschaftlicher Nutzung. Von dieser Anbaufläche nimmt der Weizen allein etwa zwei Drittel für sich in Anspruch. An zweiter Stelle folgen dann Futtergräser, vor allem Luzerne, während die übrigen Getreidearten, wie Hafer, Gerste, Mais zusammen nur etwa 9 o/0 ausmachen. Auf Zuckerrohr und Obstgärten entfallen je etwa \% %. Die folgende Tabelle zeigt eine Uebersicht über Anbauflächen und Ernteerträgnisse der wichtigsten Zweige des Ackerbaus 1934/35 Gesamtfläche in Gesamtertrag in Fruchtart 1000 acres 1000 busheis (1 acre 0,4 ha) (1 bushel 36,35 1) Weizen 12 544 133 393 Hafer 1562 16 906 Gerste 455 8 032 Mais 295 8 100 in 1000 tons Heu 3 178 3 810 Kartoffeln 130 285 Zuckerrohr 322 4 499 Zuckerrüben 3 40 Außerdem dienten etwa 277 000 acres dem Obstbau und führten 1934/35 zu einer Erzeugung im Werte von 7,3 Mill. £, und 117 000 acres waren mit Wein bepflanzt; die Erzeugung betrug hier 360 000 tons Weintrauben und 16,2 Mill. gallons Wein. Insgesamt waren im Jahre 1934/35 etwa 20,4 Mill. acres mit den verschiedenen Fruchtarten bestellt, wovon nicht weniger als 12,5 Millionen unter Weizen standen. Betrachten wir nun die Verteilung der wichtigsten Produkte der australischen Landwirtschaft auf die verschiedenen Staaten bzw. Anbauzonen, so ergibt sich folgendes Bild: Die australische Landwirtschaft unterscheidet sich von der europäischen u. a. darin, daß in den verschiedenen Gebieten im allgemeinen Monokultur herrscht, d. h. es wird vorwiegend oder ausschließlich ein Produkt angebaut. So gibt es reine Weizen-Gegenden und andere Gebiete, wo etwa nur Zuckerrohr oder nur Mais angebaut wird. Den Anteil der verschiedenen Einzelstaaten an der Erzeugung des wichtigsten australischen Ackerbau-Produkts, des Weizens, zeigt folgende Tabelle: Weizen-Erzeugung nach Staaten 1934/35: Staat Ertrag in 1000 bushels Neu-Südwales 48 678 Victoria 25 850 Queensland 4 076 Südaustralien 27 456 Westaustralien 26 985 Tasmanien 308 Bundesbezirk 40 Insgesamt 133 393 Aus diesen Zahlen geht hervor, daß der Schwerpunkt der W e i z e n e r z e u g u n g auch heute noch im Wir haben uns vollkommen auf Lieferung von Auswanderungseinrichtungen wie Kühlschränke, Waschmaschinen, Gasnnd Petroleum- und elektrische Herde und -Oefen, Staubsauger, elektrische Geräte, Couchen usw. spezialisiert. Unsere große Erfahrung, billige Preise und fachmännische Beratung erleichtern Ihnen den Einkauf. Hamburger«Metzger, Mannheim seitherige Inhaber der Firma Hirsch Schuster jetzt F 4, i/I Telefon 26647 MEMHARDSTR.4 GEGENÜBER:HERTIE 31

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