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Jüdische Auswanderung · 1937-01-01 · Herbst 1937 · p. Seite 20

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Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1937. Bestand LBI
Issue
Herbst 1937
Date
1937-01-01
Page
Seite 20 (sequence 24)
Language
German
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die nur durch die Inseln Ozeaniens unterbrochene Weite des Stillen Ozeans, und nur im Norden bildet die Inselwelt des austral-asiatischen Mittelmeeres eine gewisse Brücke nach dem asiatischen Kontinent hin. So erscheint Australien als äußerster nach Südosten vorgeschobener Vorposten der Alten Welt, und diese Nachteile seiner ungünstigen Lage werden noch verstärkt durch die geringe Gliederung und Küstenentwicklung des Kontinents. Im großen und ganzen bildet Australien eine geschlossene Landmasse von plumper Gestalt. Dementsprechend sind die größten Ausdehnungen im Verhältnis zu anderen Erdteilen sehr gering; sie messen von Westen nach Osten nicht mehr als 4100 km, von Norden nach Süden nicht mehr als 3200 km; ein Schnellzug von 90 km Geschwindigkeit könnte diese Entfernungen in 45 bzw. 35 Stunden überwinden. Da aber gerade das Innere Australiens zum großen Teil wüstenartigen Charakter trägt, ist die Verkehrsverbindung zwischen den einzelnen, dichter besiedelten Küstenlandschaften auf dem Landweg, trotz der relativ geringen Entfernungen, nur schwach entwickelt. — Es kommt aber hinzu, daß auch die Küstengestaltung im allgemeinen dem Verkehr nicht «günstig ist. Im Norden, Westen und Süden überwiegt die versandete Flachküste, im Südosten und Osten die Steilküste; im einzelnen gestaltet sich das Bild allerdings abwechslungsvoller. — Endlich war die Lage Australiens der Besiedlung durch Weiße auch insofern ungünstig, als gerade der der alten Welt zugewandte nördliche Teil ein tropisch heißes, für Weiße kaum erträgliches Klima aufweist. Vor allem aber hat die Natur des Landes selbst lange davon abgeschreckt, eine Erschließung in größerem Maße zu versuchen. Ungeheure Strecken Landes weisen eine solche Beschaffenheit auf, daß es erst den Völkern auf höchster Wirtschaftsstufe möglich war, sie in irgendeiner Weise zu verwerten, und selbst heute ermöglichen es die technischen Fortschritte noch nicht, das Innere Australiens einer intensiveren Nutzung entgegenzuführen, ja hier auch nur eine intensivere Weidewirtschaft zu betreiben. Im wesentlichen wird die Kultur Australiens immer auf die Küstenlandschaften beschränkt bleiben; etwa die Hälfte des Kontinents wird vermutlich immer nur zu extensiver Weidewirtschaft tauglich sein. Das in hohem Maße unfruchtbare Gebiet legt sich fächerförmig um die große Australbucht herum und reicht von dem südlichen Ufer dieser Bucht bis zum „90-Meilen-Strande" zwischen Port Hedland und Broome am Indischen Ozean, wodurch der fruchtbare und am dichtesten besiedelte Südwesten des Kontinents fast vom ganzen Rest abgetrennt wird. Dieses als zentrales Inselbergland bezeichnete Gebiet wird in der Hauptsache von der Spinifex-D ünenlandschaft eingenommen, während im mittleren Teil die zentralen Gebirge (vor allem die MacDonell- und Musgrave-Kette) Täler aufweisen, die für Weidewirtschaft gut geeignet sind. Diese Kernlandschaft ist wahrscheinlich in höherem Maße entwicklungsfähig, ist aber bis heute fast unerschlossen. Zählt doch die sogenannte Hauptstadt des Landes, Stuart, nur 40 Einwohner! Zentral-Australien wurde erst 1927 als besonderer Verwaltungsbezirk ausgeschieden und von dem jetzigen Nord-Australien, mit dem es bis dahin zum Nordterritorium vereinigt war, getrennt. Dadurch entstand ein staatliches Gebilde, das, etwa doppelt so groß wie das Deutsche Reich, bis heute so gut wie völlig unbewohnt ist — die Einwohnerzahl wird auf etwa 400 Weiße angegeben. Die Grenzen dieses Gebietes, in dem es überhaupt keine Verkehrswege gibt, sind nur Breiten- und Längengrade. Eine einigermaßen zureichende Verbindung besteht nur von Stuart nach Süden; nach Norden dagegen ist während der Regenzeit fünf Monate hindurch jeder Verkehr völlig unmöglich. Von der zentralen Gebirgslandschaft um Stuart erstrecken sich nach allen Seiten unendliche Dünen, die bis nach Queensland im Nordosten und bis zum nordwestlichen "Neu-Südwales hinüberreichen. Die größte Ausdehnung aber haben sie nach Westen, wo sich die Große Sandwüste bis an das Meer, an den sogenannten 90-Meilen-Strand zwischen Port Hedland und Broome erstreckt. Hunderte von Kilometern ziehen sich diese Dünenkämme, aus purpurrotem Sand bestehend und von Spinifexgras bewachsen, nach Nordwesten. Nach Süden schließt sich an die Große Sandwüste die sogenannte Gibson- und die Große Victoria-Wüste an; diese grenzt an die Nullarbor- Ebene an („Kein-Baum-Ebene"), die nur von niedrigem Salzbusch bedeckt ist und keinerlei Flüsse aufweist. Ueber eine Küstenlinie von 1600 km hin ergießt sich hier kein einziger Fluß, ja kein Bach ins Meer, ebenso wie über eine Entfernung von 2100 km vom Rand des Schwanlandes bis zu den Küstenflüssen des Golfes von Carpentaria kein einziger Flußlauf zu verzeichnen ist. So werden die entwicklungsfähigen Gebiete des Festlandes durch das regenarme Gebiet mit jährlichen Niederschlägen bis 250 mm in mehrere Teile geschieden, wodurch die Ueberwindung des Raumes eines der Kernprobleme Australiens wird. Im Westen ist das entwicklungsfähige Land verhältnismäßig klein. Es ist das Schwanland, das etwa 320 000 qkm umfaßt, also um ein Drittel kleiner ist als das Deutsche Reich. Im äußersten Südwesten sind die Niederschläge so hoch — über 1000 mm hinaus —, daß hier dichte Urwälder mit mächtigen Eukalyptusbäumen zu finden sind und an der Küste Gartenbau und Milchwirtschaft möglich werden. Nach dem Innern zu erstreckt sich Weizenland, das an sich schon verhältnismäßig wenig Niederschläge erhält, aber infolge ihrer günstigen Verteilung — die Niederschläge fallen gerade in die Vegetationsperiode des Weizens — noch zum Ackerbau geeignet ist. Das Schwanland weist auch einen blühenden Obst- und Weinbau auf und dürfte sich allmählich zu einem wirtschaftlichen Kernland des Westens entwickeln. Es ernährt augenblicklich fast die gesamte Bevölkerung des ungeheuren Gebietes von Westaustralien, welches fünfmal so groß ist wie das Deutsche Reich. Allein im Siedlungsbereich der Hauptstadt Perth leben etwa 200 000 Menschen. Die nördlich sich anschließende Landschaft Carnarvon erscheint weniger zukunftsreich; wahrscheinlich wird sich hier nur die Viehzucht und längs der Flußläufe auch tropischer Ackerbau entwickeln lassen; doch wird hier wohl niemals eine so dichte Bevölkerung möglich sein wie im Schwanland. Das übrige Westaustralien aber, das allmählich in unfruchtbare Dünenlandschaft übergeht, wird wohl immer nur eine ganz dünne Bevölkerung ernähren können; heute ist das riesige Gebiet fast y& A X)cti HUJJS PALÄSTINA* AMT IIEUL1N fpaühür ADOLF IMBACH & CO. BRESLAU 1 Telephon: 55441/3 SPEDITION LAG ERU NG Umzüge von Haus zu Haus Palästina-Übersee-Ausland 20

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