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Jüdische Auswanderung · 1937-01-01 · Herbst 1937 · p. Seite 12

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Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1937. Bestand LBI
Issue
Herbst 1937
Date
1937-01-01
Page
Seite 12 (sequence 16)
Language
German
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praktisch fast alle Tropen- und Subtropengebiete! — ist deshalb das Tragen festen Schuhwerks Bedingung! Ein anderer Wurm, der Bilharziawurm, der ebenfalls schwere Krankheitszustände hervorruft, lebt in Flüssen und Seen, Teichen und Tümpeln und bohrt sich, ebenso wie der Haken wurm, durch die Haut, so daß das Baden, natürlich auch das Waten in solchen als verseucht bekannten Gewässern schwere Gefahren in sich birgt. Hier sei auch der Sandflohplage gedacht. Die kleinen Tiere bohren sich in die Haut, besonders der Zehen, ein, und rufen dort leichte Entzündungen hervor. Sie lassen sich aber leicht entfernen. Um sich vor ihnen zu schützen, soll man nicht barfuß gehen, auch nicht im Hause! In der menschlichen Haut entwickeln sich auch die Maden einiger Fliegenarten, die im allgemeinen harmlos sind und sich leicht abtöten und herausziehen lassen. Wenn sie in Nase oder Ohren sitzen, kann aber eine tödliche Krankheit die Folge sein, weshalb ärztliche Hilfe unbedingt erforderlich ist! i | | _i |j [ß Ganz besondere Aufmerksamkeit kommt natürlich der Malaria zu, die in allen wärmeren Klimaten anzutreffen ist. Die Maßnahmen zu ihrer Verhütung und Behandlung sind relativ einfach, und eine im Erkrankungsfalle lange genug durchgeführte Chininkur ist der beste Schutz vor dem gefährlichen und mit Recht gefürchteten Schwarzwasserfieber. Die Verhütungsmaßnahmen sind: ausreichende Bekleidung in der Dämmerung und nachts, so daß vor allem auch die Beine vor Mückenstichen geschützt sind (Gamaschen oder hohe, über die Wade reichende Schuhe); im Hause sind gazeverschlossene Fenster und Türen erforderlich. Dazu kommt die Einnahme von Chinin in ganz bestimmtem Turnus, der mit absoluter Gewissenhaftigkeit durchgeführt werden muß, weil sonst die Gefahr besteht, daß sich die Parasiten an Chinin gewöhnen und dann die Malaria nicht mehr mit Chinin bekämpft werden kann. Vorkehrungen zur Bekämpfung der Mückenbrut, die sich in Wassertümpeln entwickelt, sind ebenso unerläßlich. Sie bestehen im Zuschütten der Wasserlachen, Aussetzen von solchen Fischen, die die Mückenlarven fressen, Bedecken kleinerer Wasserflächen mit Petroleum, um die Brut zu ersticken, schließlich Vertilgen der Mücken in der Wohnung durch Ausgasen, Zerstäuben von Flit usw. In Gemeinschaftssiedlungen sorge jeder dafür, daß auch der Nachbar sich am regelmäßigen Chinineinnehmen wie am Bekämpfen der Mücken und ihrer Brut beteiligt. Aehnlich wie mit dem Schutz gegen die Malaria steht es mit dem gegen das Gelbfieber. Auch hier sind die Ueberträger Stechmücken, nur daß diese nicht außerhalb, sondern gewöhnlich innerhalb der Häuser ihre Brutstätten haben. Dazu genügt ihnen schon ein Glas voll Wasser, so daß in gelbfieberverseuchten Gegenden die Bekämpfung nicht nur im allgemeinen Mückenschutz, sondern vor allem auch im mückensicheren Verschluß aller Flüssigkeiten enthaltenden Gefäße besteht. Außer diesen beiden werden noch eine ganze Reihe anderer in Tropen und Subtropen weitverbreiteter Krankheiten durch Stechmücken übertragen, von denen die wesentlichsten Kala-Azar, Orientbeule, Dengue, peruanische Warzenkrankheit und die Bancroftsche Filarienkrankheit sind. Wieder andere Erkrankungen werden durch Fliegen übertragen, von denen die afrikanische Schlafkrankheit, die durch die Tsetse-Fliege übertragen wird, die bekannteste ist. Auch für einige andere Arten der Filarienkrankheiten sind Fliegen die Ueberträger. Dem Biß der Kleider- und Kopfläuse ist Fleckfieber und Rückfallfieber zuzuschreiben, welch letzteres auch durch Zecken übertragen wird. Die beiden Formen der Ruhr, Bazillenruhr ebenso wie Amöbenruhr, werden durch den Genuß verunreinigten Wassers erworben, sowie durch Gemüse oder Obst, das mit infiziertem Dung gedüngt und vor dem Genuß nicht ausreichend gereinigt worden ist. Auf die Ueberträgerrolle des Wassers für ernsthafte Wurmkrankheiten wurde schon oben hingewiesen. Im ganzen ist der Kreis von Möglichkeiten, die zu Erkrankungen in den wärmeren Ländern führen können, relativ klein, um so dringender aber ist die Befolgung der ziemlich einfachen Gesundheitsregeln, die wir kennengelernt haben. Das erste Gebot ist: Sauberkeit — Sauberkeit des Hauses, Sauberkeit des Körpers und der Kleidung, saubere, dem Einfluß der Fliegen entzogene Abortanlagen, und tadellose Sauberkeit der Küche und des Kochens. Das zweite Gebot ist: Vorsicht beim Essen und Trinken — d. h. Vermeidung des Rohgenusses von Fleisch, Fischen, Krabben u. dgl., sachgemäße Reinigung von Gemüse und Obst, Verwendung nur einwandfreien Wassers zum Trinken und in der Küche, wie auch zum Waschen und Baden. Endlich: Vorsicht in der Wahl der Kleidung, sowie beim Sport: Schwimmen in Flüssen und Seen nur, wenn nach ärztlicher Aussage dabei keine Gefahr besteht; möglichst moskitosichere Kleidung in der Dämmerung und nachts, ferner geeignetes Schuhwerk, mückenfreies Haus und Bett. Bei Beachtung dieser Regeln sind die Erkrankungsgefahren in wärmeren Klimaten wohl kaum größer als in Europa! (Vgl. zu diesem Aufsatz die Literaturangaben über „Lebensführung in den Tropen" im Anhang.) Auftäsunf mt \ti(^m**ty$tifriiM[AA*tyeM, £rsle übernimmt J ' A B IS C H Tel. 41 45 27 Höchs)e Referenzen Berlin C 2, Große Präsidentenstraße 7 pre,se 12

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