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Jüdische Auswanderung · 1936-09-01 · September 1936 · p. Seite 21

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Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1936. Bestand LBI
Issue
September 1936
Date
1936-09-01
Page
Seite 21 (sequence 23)
Language
German
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Provinz oder Territorium Zahl der Bevölkerung (in 1000) Wichtigste Wirtschaftserzeugnisse Natürliche Beschaffenheit Jujuy 104 Zucker, Schafe, Orangen gebirgig, fruchtbare Täler Salta 192 Zucker, \\ ein, Orangen Ebenen und Berge Formosa 33 Rindvieh subtropischer \\ ald Los Andes (San Antonio Schafe, Ziegen trockenes Klima, unfruchtbarer Boden de Los Cobres) 3 bewaldete Ebenen Chaco (Resistencia) 88 Vieh, Zucker, Mais, Baumwolle ( atamarca 138 Rindvieh, Schafe gebirgig, bewaldet Tuouman 494 Zucker, Rindvieh, Pferde hauptsächlich bewaldet, gut bewässert Santiago del Estero 433 Rindvieh, Ziegen, Schafe, Pferde, Mais hauptsächlich bewaldete Ebene Corrientes 474 Rindvieh, Schafe, Pferde, Mandioca, Mais sumpfig, fruchtbar Misiones (Posadas) 92 Tabak, Yerba Mate, Reis, Obst, Honig subtropischer Wald und fruchtbarer und Wachs Boden La Rioja 104 Wein, Rindvieh, Ziegen trocken, gebirgig San Juan 194 Wein, Obst, Rindvieh, Pferde, Ziegen trocken, gebirgig San Luis 180 Rindvieh, Pferde, Schafe, Ziegen, Mais trocken, Hügel und Ebenen Cordoba 1 168 Rindvieh, Pferde, Weizen, Mais trocken, fruchtbar Entre Rios (Parana) 670 Rindvieh, Schafe, Pferde, Weizen, Leinsaat gewellte Ebenen, reiches Weideland Santa Fe 1 439 Weizen, Leinsaat, Mais, Rindvieh, Pferde fruchtbare Ebenen Mendoza 468 Wein, Obst, Vieh, Ziegen Berge, fruchtbares Tal Buenos Aires (La Plata) 3 282 Weizen, Mais, Hafer, Leinsaat, Rindvieh gut bewässerte Ebenen, reiches Weideland Buenos Aires 2 247 _ — (Bundeshauptstadt) La Pampa (Santa Rosa) 222 Rindvieh, Schafe, Pferde, Weizen, Mais gewellte Ebene, gutes Weideland Neuquen 43 Schafe, Ziegen, Pferde Berge und Wälder Rio Negro (Viedma) 67 Schafe, Wein, Obst Berge und fruchtbare Täler Chubut (Rawson) 59 Schafe, Pferde, Rindvieh trocken, kühl, ärmliche Vegetation Santa Cruz Schafe, Pferde trocken, kalt, bewaldet (Puerto Gallegos) 30 Tierra del Fuego Schafe kalt, stürmisch, regnerisch (Ushuaia) 4 (Nach: Soulh American Handbooh 1936.) Sie des des von Geographisch zerfällt Argentinien in folgende Gebiete (nach Andree — Heiderich — Sieger: „Geographie des Welthandels" Bd. II): A. Gran Chaco und Misiones gehören zu den am dünnsten besiedelten und auch wirtschaftlich unentwickeltsten Feilen Argentiniens. Ihr Gebiet ist teils von subtropischen Wäldern, teils von trockenen Graslandschat'ten bedeckt. Die drei großen Ströme Uruguav, Paraguay und Parana durchfließen diese Gebiete oder bilden teilweise ihre Grenzlinie. In den Wäldern des Chaqo leben noch wilde Indianer, treiben Viehzucht und primitiven Anbau. Der Hauptort Chacogebietes ist Resistencia. Die Wasser! alle des Iguazu, eines Nebenflusses Parana im Territorium Misiones, werden als Naturwunder vielen Reisenden den Niagara-Fällen gleichgestellt. Diese Iguazu Fälle, die inmitten einer prachtvollen Tropenlandschaft liegen, werden zur Elektrizitätsgewinnung ausgenutzt, obwohl sie von den industriellen Zentren weit entfernt liegen. B. Mittelargentinien ist derjenige Teil des Landes, der sich in einem gewaltigen Halbkreis mit einem Radius von etwa 900—1000 km um Buenos Aires legt. Er ist das Herz Argentiniens, die Pampa. („Pampa" heißt in der Sprache der Indianer: Ebene, Steppe.) — Das Pampa-Gebiet ist innerhalb der argentinischen Volkswirtschaft herrschend, es ist besonders geeignet für den Anbau von Getreide und für Viehzucht. Hier gedeihen, ohne Bodendüngung, auch Weizen, Mais, Hafer, Gerste, Futtermittel usw. In den fruchtbarsten Gegenden wird zweimal im Jahre geerntet. Die Pampa enthält vom gesamten argentinischen Kulturland 90 o/o, vom Rinderbestand 78 o/0j vom Schafbestand öbo/o, von industriellen Unternehmungen 80 o/0j vom Bahnnetz 70 o/o, vom Automobilbestand 84 °/o. Von der Gesamtbevölkerung leben über zwei Drittel im Gebiet der Pampa. Hier liegen auch die größten Städte: Buenos Aires, Rosario, Santa Fe, La Plata und Cordoba. — Buenos Aires bedeutet für Argentinien weit mehr als im allgemeinen die Hauptstadt für ein Land. Die Natur selbst hat diesem großen Einfallstor der Einwanderung, dem Ausfallstor des argentinischen Exportes eine einzigartige Bedeutung verliehen; die geringe „Aufgeschlossenheit" der argentinischen Küste weist Handel und Verkehr um so mehr auf diesen großen Hafen hin. Jeder europäische Einwanderer, der nach Argentinien kommt, landet in Buenos Aires, einem der bedeutendsten Häfen der Welt. Die mit allen Errungenschaften der modernen Technik versehenen Hafenanlagen sind höchst eindrucksvoll. Ueber 4000 Ueberseedampfer stellen jährlich den Hafenverkehr dar. Reguläre Einwanderer können gleich im Hafen in dem staatlichen Einwandererheim beherbergt werden. Der Staat gibt ihnen in diesem Heim fünf Tage umsonst Obdach und Verpflegung. Nach Ablauf dieses Zeitraums muß der Einwanderer das Haus verlassen. Buenos Aires ist eine kosmopolitische Weltstadt mit 2,25 Mill. Einwohnern. Es ist der Brennpunkt des argentinischen Großhandels, Bankwesens und der Industrie, der Mittelpunkt der argentinischen Kunst und Wissenschaft. Wie die meisten südamerikanischen Kolonialstädte ist Buenos Aires schachbrettartig gebaut (ähnlich w ie Mannheim in Deutschland). Die längste und breiteste Prachtstraße, die Avenida de Mayo, durchschneidet die engen Straßen der City zwischen dem Regierungsgebäude am einen Ende und dem Kongreßgebäude am anderen. Die Bauweise ist uneinheitlich, im Innern der Stadt findet man vielfach Wolkenkratzer und Hochhäuser, im W esten moderne \ illenbauten, in den Außenvierleln noch niedrige Erdgeschoßhäuser und Gebäude im Kolonialstil. Natürlich gibt es 21

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