Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Journal
- Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Volume
- 1935. Bestand LBI
- Issue
- September 1935
- Date
- 1935-09-01
- Page
- Seite 97 (sequence 99)
- Language
- German
- Belongs to
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Studiendauer: 5 Jahn-. Studiengebühr: 500 Gulden pro Jahr. Keine Anerkennung deutscher Semester, Berufsaussichten ungünstig. Jüdisches Werkgut Nieuwessluis (b. Wieringen) Nord- Holland. Gemeinnütziges jüdisches Unternehmen für die Ausbildung junger Landwirte. 75 Hektar Land. 3jähriger Kursus. Spezialisierung auf allgemeine Landwirtschaft, Gartenbau, Zimmerei, ländliches Schmiede- und Bauhandwerk möglich. Für die weiblichen Teilnehmer Einführung in alle Arten der Haushaltskunde. Möglichkeit zur Erlernung von Fremdsprachen. Quäkerschule Schloß Eerde in O m m e n bei Zwolle. Quäkerschule, doch ohne religiösen Zwang. Modernes Landei ziehungsheim. Vorbereitung auf höhere- und Hochschulen. Daneben praktische Arbeit in Hauswesen, Garten und Werkstatt. Auch regelrechte Ausbildung in Handwerk und Kunstgewerbe möglich. Schulgeld (einschließlich Pension) 100 M monatlich. Ermäßigung bei Bedürftigkeit vielleicht möglich. Koedukation. Anmeldung bei den Quäkern: Berlin, Prinz-Louis-Ferdinand-Str. 5, Frankfurt a/M., Liebigstr. 16, Amsterdam, Prins Hendriklaan 21, London NW 1, Friends House, Euston Road (Bertha Bracey). Koloniale School voor Meisjes en Vrouwen, (s'Gravenhage) Haag, Westeinde 46. Kolonialschule (unter dem Patronat der Königin) für Mädchen und Frauen, die in die Kolonien gehen (vorzüglich in die holländischen). 3 Monatskurse. Kursusgeld 100 Gulden. Die Kurse sind sowohl für Schülerinnen gedacht, die in den Kolonien einen selbständigen Haushalt führen, als auch für solche, die dort Berufe ausüben wollen. 3 Kurse im Jahr. Man kann auch an mehreren Lehrgängen hintereinander teilnehmen. Heime in Holland: Schülerheim Frl. Bielschowsky, Hilversum: Waldecklan 38, Amersf ort : Dr. Levy-Suhl u. Frau, Aerzteehepaar, Amsterdam: Frau Dr. Lise Löwenthal- Dessau, Rotterdam : Frau Steiner, p. Ar. Frau Marx, Orangelaan 34, Amsterdam : Kinderheim Bingo, Tintorettostraat 6. Frankreich. Siebzehn französische „Akademien" bilden die „Universite de France" (Université im alten Sinne der Universitas litterarum). Diese Université und der ihr zugeteilte Bezirk der „Academie" umfaßt a) das staatliche Volksschulwesen: enseignement primaire das staatliche Mittelschulwesen: enseignement primaire supérieur, b) das staatliche höhere Schulwesen: enseignement secondaire, c) die Hochschulen: enseignement supérieur, d) das Handels- und Berufsschulwesen: enseignement technique. Hochschulen: An der Spitze der Académie steht der Recteur, ein Berufsbeamter mit ausgedehnter Machtbefugnis. Am Sitz jeder Akademie befindet sich eine Universität (Université im engeren Sinne). Die französischen Universitäten sind in Paris, Lille (Norden), Caen (Normandie), Rennes (Bretagne), Nancy (Ostfrankreich), Straßburg (Elsaß), Poitiers (Mittelf rankreich), Dijon (Burgund), Besançon (Juragebiet), Clermont-Ferrand (Mittelf rankreich), Lyon, Grenoble (Französische Alpen), Aix-en-Provence Montpellier (Südfrankreich), Toulose (Südfrankreich), Bordeaux und Algier (Nordafrika). An Fakultäten bestehen: a) die Faculté des lettres (Geisteswissenschaften), b) die Faculté des sciences (Naturwissenschaften), c) die Faculté de droit, d) die Faculté de médecine (auch für die zahnärztliche und Apothekerlaufbahn). Für das Studium der Medizin und Pharmazie gibt es auch besondere Fachschulen, die der Fakultät eingegliedert sind. (Ecoles de plein exercice de médécine et de pharmacie.) Auch für die technischen Fächer gibt es Hochschulen, die aber der Faculté des sciences angegliedert sind. Voraussetzung für die Immatrikulation ist im allgemeinen das Abitur. Das akademische Jahr dauert von November bis Juni. Die Studienkosten betragen im Durchschnitt 120 Mark pro Studienjahr. Das französische Abitur ist eine llochschulprüfung. Es wird in zwei Abschnitten abgelegt. Die zweite Prüfung liegt ein Jahr nach der ersten. Studiengang für Jurist e n. Studiendauer: 3 Jahre (mindestens). Außer dem Studium ist eine dreijährige praktische Tätigkeit nötig. Prüfungen und Diplome: 1e) Bacalauréat en Droit (2 Jahre), 2e) Licence en droit (3 Jahre), 3e) Diplome d'études supérieures de droit (ein weiteres Studienjahr), 4e) Doctorat en droit (mit Einreichung einer These verbunden). An den juristischen Fakultäten wird unter gleichen Bedingungen auch Volkswirtschaft und Kameralwissenschaft studiert. Studiengang für Mediziner: 1. Die P. C. N. Prüfung nach einem Jahr ist eine Vorprüfung in Physik, Chemie und Naturwissenschaften. 2. Dann eigentliches Fachstudium (5V2 Jahre) mit abschließendem Doktorexamen (Docteur en médicine). Studiengang für Zahnärzte: Gesamtdauer 5 Jahre. Zunächst 2 Jahre praktische Arbeit, sodann 3 Jahre Fachstudium. Nach den 2 Praktikantenjahren: Examen de validation. Am Abschluß (nach 5 Jahren) Prüfung für das Diplome d'Etat. Apothekerlaufbahn : Studiendauer 5 Jahre. Das erste Jahr ist ein praktisches. Hierauf Examen de validation. Nach dem Abschluß der Studien Prüfung für das Diplome de pharmacien. Studienkosten 920 francs pro Studienjahr. Tierärzte studieren auf einer der drei tierärztlichen Hochschulen in Alf ort (Seine), Lyon oder Toulouse. Studiendauer 4 Jahre. Die Studierenden können am Schluß ihrer Studien nach Prüfung (Vorlegung einer These) den Docteur vétérinaire vor den medizinischen Fakultäten in Paris, Lyon oder Toulouse machen. Die oben genannten Schulen sind mit Internat verbunden. Preis der vollen Pension für Ausländer 2400 francs pro Jahr (Externe 600 francs pro Jahr). Hebammen müssen 2 Jahre studieren. Studienkosten 140 francs pro Jahr. Studiengang in den geistes- und naturwissenschaftlichen Fächern: Ie) Licence (ès-lettres oder ès-sciences). Studiendauer 2 Jahre. Für die sogenannte Licence d'enseignement (mit Lehrerlaubnis) ist das französische Abitur Vorschrift. Nach der Licence kann das Diplom d'études supérieures und der Doktortitel erworben werden. Für Lehrer an den höheren Schulen des Staates (Lycées) ist meist die Agrégation erforderlich, ein sehr schwieriges Wettbewerbsexamen (Concours). Voraussetzung sind die Licence d'enseignement und das Diplome d'études supérieures. Die Licence-ès-sciences öffnet auch den Weg in industrielle Laufbahnen. Die technischen Hochschulinstitute, etwTa auf der Stufe unserer Technischen Hochschulen stehend, erkennen zum Teil das deutsche Abitur an. Die Studienbedingungen sind verschieden. Das französische Studienjahr dauert von November bis Juli. Schulen: Ie) Höhere Schulen (für Knaben und Mädchen gleicher Lehrgang). Trennung der Geschlechter üblich. Der größte Teil des Schulwesens ist öffentlich. Neben dem staatlichen Schulwesen und einigen Privatschulen gibt es das katholische Schul- und Hochschulwesen (enseignement libre). Man unterscheidet Lycées, staatliche, und Collèges, kommunale (oder religiöse) höhere Lehransalien. Die Lycées sind meist größer und reicher an Lehr- und Lernmöglichkeiten. Schulgeld wird nicht erhoben. Viele Anstalten haben ein Internat. Auch Tagespensionäre werden angenommen. Der Pensionspreis für Interne liegt bei 300—400 francs pro Monat. 97