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Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen · 1935-09-01 · September 1935 · p. Seite 76

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Journal
Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
Volume
1935. Bestand LBI
Issue
September 1935
Date
1935-09-01
Page
Seite 76 (sequence 78)
Language
German
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handelt; die Küstenstädte können zu jeder Jahreszeit besucht werden, doch ist die Hitze Von November bis Mai ziemlich drückend. Aus einer Publikation der Reichsstelle vom April 1935 Nach den bekanntgewordenen Schäden durch die Heuschrecken muß in Angola mit einer starken Verschärfung der seit Mahren bestehenden Wirtschaftsschwierigkeiten gerechnet werden. Die Kolonie soll nach den Wünschen des Mutterlandes mit eigenen Mitteln wirtschaften und die Einfuhr und Zahlungen nach außerhalb aus den eigenen Erträgnissen decken. Als solche kommen überwiegend nur die wert- und mengenmäßig geschrumpften Kolonialerzeugnisse in Frage. Die Landwirtschaft hat im abgelaufenen Jahr durch die Heuschrecken, die sich seit 3 Jahren in immer stärkerem Maße zeigen, außerordentlich hohe Schäden erlitten. Von Wert für die Kolonie ist die Diamanienerzeugung. Die Companhia de Diamantes de Angola brachte monatlich 12 243 £ Devisen. Kenya. Gebiet: 219 731 englische Quadratmeilen (Land) 5229 Quadratmeilen (Wasser). Bevölkerung: Die Bevölkerung wurde 1933 geschätzt auf: Europäer 17 332, Inder 33 735, Goanesen 3246, Araber 11 932, Andere 1390, Eingeborene Bevölkerung 3 017 107. Die Einwanderungsgesetze von Kenya sehen die Deponierung von £ 50,— vor der Landung vor, wofern die Einwanderer nicht a) zu einer bestimmten Arbeit auf einen gesetzlich abgefaßten Kontrakt kommen;!)) eine Bürgschaft für sie von einer angesehenen Person unterzeichnet worden ist, die in der Kolonie wohnt (die Bürgschaft muß in Händen der Immigrationsbehörde vorder Ankunft der Immigranten sein); c) Personen sind, die von der Regierung beschäftigt werden; d) in einer Position sind, daß sie die Einwanderungsbehörde überzeugen können, daß sie finanziell gutsituiert sind, und es unwahrscheinlich ist, daß sie Arme werden oder der Oeffentlichkeit zur Last fallen. Die Lebenskosten gegen 1924 zu 100 gerechnet betrugen 1933: Alle Artikel: lokalproduzierte Artikel: importierte Artikel: 1933 82 87 80 Es ist ein Irrtum, daß die Preise gegenüber dem Vorkriegsniveau gefallen sind. Die Preise von 51 Artikeln mit Ausschluß von Vegetabilien, Petroleum, Mieten und Dienstboten sind noch 45—55 °/o über dem Vorkriegsniveau. Wenn Petroleum, Transporte, Vegetabilien usw. eingeschlossen werden, ist das allgemeine Preisniveau bezüglich der Lebenskosten Ende von 1933 etwa 58 °/o über dem Vorkriegsniveau. Einwanderung: für den Hafen von Mombasa (1933 war noch nicht erhältlich) Europäer: Araber: Goanesen: Inder: Andere: Einwanderung : 1931: 6640 1186 842 9629 1207 1932: 5358 1072 1128 7799 655 Auswanderung: 1931: 6724 1268 1704 13 153 1092 1932: 5329 1173 1255 10 654 695 Wirtschaftslage Aus dem diesjährigen Bericht des „Economic Development Committee" das vor einem Jahr von der Regierung in Kenya eingesetzt wurde, ist folgendes entnommen, und zwar aus dem Majoritätsbericht: In dem Geschäft von Kenya ist ein merklicher Rückgang eingetreten, in der Fähigkeit der Kolonie, Güter von anderen Ländern zu kaufen und in dem Fortschritt der Entwickelung durch Kredite vom Ausland. Die Entwickelung in der Gold-Minenindustrie und anderen Unternehmungen bringt Investierung von neuem Kapital mit sich. Es muß alles getan werden, um den Wert der Exporte der Kolonie zu vermehren und den Einfluß neuen Kapitals zu ermutigen. Eine Vermehrung in der Produktion für Export ist wichtig. In dem Fallen der Exportpreise liegt, wie erklärt wird, der Hauptgrund der ökonomischen Schwierigkeiten. Die Kolonie kann nichts tun, diese zu verbessern, da die Transportkosten durch Eisenbahn und über Wasser von Faktoren abhängen, die zu ändern nicht in der Macht der Regierung liegt. Sodann wird auch der Eingeborenenfrage große Aufmerksamkeit zugewandt, sowohl was die Produktion wie den Konsum anbetrifft und deren Organisierung. Es wird bemerkt, daß der Kredit der drei oslafrikanischen Territorien mit der Aufrechterhaltung der Währungsparität mit dem Sterling verknüpft ist. Eine Erhöhung in den Sterlingpreisen wird als effektiver, wichtiger Beitrag zur Hebung von Kenyas ökonomischen Schwierigkeiten angesehen. Es sollen auch Schritte zum Ausbau des Handels unternommen werden. Es wird auch darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, daß die englische Regierung das Problem der überseeischen Anleihen prüft und Hilfsmaßnahmen durch Konsolidierung und Konvertierung vorgenommen werden. Brief aus Nairobi Mai 1935 Das Klima von Kenya ist ausgezeichnet. Kenya ist treffend das Sonnenscheinland genannt worden. Ich möchte erwähnen, daß jedes Jahr mehr und mehr Leute aus Europa, hauptsächlich den britischen Inseln, Norwegen, Schweden usw. ihr Heim in dem Hochland von Kenya aufschlagen, wo das Klima angenehm, der Boden fruchtbar ist, die Lebensbedingungen verhältnismäßig wohlfeil sind, verglichen mit den schwierigen Verhältnissen, die heutzutage in allen Teilen von Europa herrschen. Die Besteuerung ist mäßig, und ich kann vertraulich hinzufügen, daß die Möglichkeiten außerordentlich für Leute mit Kapital sind, die gewillt sind, zu arbeiten und neue Unternehmungen zu begründen. Selbstverständlich müssen diejenigen, die nach einem neuen Lande kommen, wo die Sprache, die Lebensart usw. ganz verschieden von dem sind, woran sie gewöhnt waren, nicht zu viel erwarten und müssen bereit sein, wenn sie nicht verhältnismäßig wohlhabend sind, mit .vielen Schwierigkeiten zu kämpfen. Viele Leute, die in Europa leben, haben eine sehr irrige Idee, daß Kenya inmitten der Wildnisse von Afrika liegt, wo man den Angriffen durch wilde Tiere zu jeder Tages- oder Nachtzeit ausgesetzt ist. Den Leuten in Kenya erscheint diese Ansicht närrisch. In Kenya sind wilde Tiere mehr oder weniger reichlich vorhanden in den von der Regierung zum Schutz des Wildes reservierten Plätzen, und es ist gerade so sicher in Kenya zu leben wie irgendwo in Europa. Nyasaland. Nyasaland ist das kleinste Protektorat des britischen Reiches. Es ist begrenzt durch das Tanganyika-Territorium, die frühere deutsche Kolonie im Norden und Nordwesten, durch Nordrhodesien im Westen und Poiiugiesisch-Ostafrika im Südwesten, Süden und Südosten. Zu Nyasaland gehören die ganzen westlichen und südlichen Küsten des Nyasa-Sees und die westliche Küste des Sees Shirwa. Das gesamte Gebiet, Land und Wasser, umfaßt 47.949 Quadrat-Meilen. Die Bevölkerung besteht aus: M ä n n e r F r a u e n Europäer..... 1 168 807 Asiaten ..... 1 371 220 Eingeborene .... 752.217 847.671. Von der europäischen Bevölkerung sind nach dem Census von 1931 1743 britischer Nationalität. Von der asiatischen Bevölkerung sind 1412 in Britisch-Indien geboren. 987 waren Mohammedaner, 439 Hindus. Von den Eingeborenen waren 175.827 Christen, 133.833 Mohammedaner. Im Jahre 1933 sind 3507 Europäer und 1295 Asiaten eingewandert, 3515 Europäer und 1397 Asiaten sind ausgewandert. Nach 3V2jähriger Bauzeit ist die Zambesi-Brücke, die längste Brücke der Welt, über 2V2 englische Meilen lang, erbaut worden, die den Zambesi zwischen Sena und Dona-Anna überbrückt und das letzte Glied in der Kette ist, die Nyasaland und Portugiesisch-Ostafrika mit einer ununterbrochenen Eisenbahnroute vom See Nyasa bis zum Hafen von Beira versieht. Eine Entfernung von 520 englischen Meilen. 76

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