Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 17 (1886)
- Issue
- N° 51. (16.12.1886)
- Date
- 1886-12-16
- Page
- Seite 415 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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— 415 hochherzigen Sinne überlassen, von dem Nachlasse Legate zu stiften. — Auch Adolf Wilbrandt. k. k. Intendant, hat an die Wittwe ein Condolenz-Schreiben gerichtet. — Wien Nicht mit der Componist des neuesten in der Hofoper aufgefübrten Stückes „Merlin": Karl Goldmark, sondern auch der Librettist Siegfried Lippiner, sind- Israeliten. Die Oper ist mit gutem Erfolg gegeben. — Wien, 14. December. Schönerer kündigte im Reichsrath einen Antrag gegen die Einwanderung der Juden an. Wrody. Herr Jules Kallir in Wien, Sohn des vor kurzem hier verblichenen Moses Kallir, hat 3000 fl. dem hiesigen israel. Siechenhaus gespendet. Von den Zinsen soll ein Altersschwacher erhalten werden. Die Stiftung trägt den Namen der Mutter des Spenders. —■ Aest. Der Vater des zum Mitgliede des obersten Gerichtshofes ernannte Sigmund Deczei (Detzschei-Deutsch) ist der als tüchtiger Talmudist bekannte Kaufmann Baruch Deutsch. — ^aris. Fünfzehn jüdische Frauen und Mädchen aus Rußland studiren Medizin und Chirurgie in den hiesigen Hospitalen. Paris. Nach einem Journal von Marseille soll der Brigade-General Abraham Levy, Genie-Commandant des 19. Corps, zu einem Commando nach Tonkin berufen sein. London. Der Redakteur der hebt. Zeitschrift „Libanon", I. Brill, ist gestorben. Er hat in verschiedenen Städten mit diesem Blatte sein Glück versucht: in Jerusalem, Paris, Mainz, London; aber er hat es nirgends gefunden. Der Geist des Fanatismus hat ihm nicht die Früchte getragen, wie manchem seiner — — deutschen Collegen. Möge er nun in Frieden ruhen, im Lande des Friedens! — London Nachdem die Vertreter in Jerusalem ihren Widerstand aufgegeben und die Namen der Empfänger einsandten, wurden ihnen die Zinsen der Montefiore'fchen Legate ausgehündigt. Jerusalem bekam 530 Pf. St.. Hebron, Szaphcd, Tiberias je 215 Pf. In Jerusalem erfolgte die Theilung an die Aschkenasim und Sephardim zu gleichen Theilen, in den andern Städten bekamen die Sephardim einen etwas größern Antheil als die Aschkenasim. Hoffentlich nur aus dem Grunde einer größern Seelenzahl der letztern, denn sonst wäre es ganz gegen die Grundsätze des Testators, der einen Unterschied zwischen Juden und Juden nie gekannt hat. Zketersöurg. Sicherem Vernehmen nach soll im Ministerium des Innern beschlossen worden sein, den von Brand- Hochfein« (Servelatwurst, k Pfd. M. 0.80, do. Räucherwurst, ä Pfd. M. 1.10, und Würstchen, ä Pf. M. 0.80, sämmtliche Sachen täglich frisch und vom feinsten Geschmack, empfiehlt und versendet unter Nachnahme Aliraham Krisch, Wurstfabrikant, 710] in Znowrazlaw (Posen). '“ltPS Schlackw. 1,20. Salami 1.3«, Kochw z. Hülsenfrüchten, sehr zu empfehlen «.8«, ff. Gänfeschlackw. f.eo, Gänseleberw. 60, Gänseschmalz Pfd. 1.60, in grvßcrnAbnahmen billiger, Gänsebrust Spickgans,) Würstchen, Rauchst, re. curpfiehlt in vorzüglicher Qualität llorit* Weinberg 705] in Magdeburg. um l. Januar 1887 suche ein tüchtiges, jüdisches Mädchen, welches der Küche vorstehen kann und Hausarbeit mit übernimmt. Frau Rabbiner IIr. JSaalfeld, 744] Mainz. Unglück heimgesuchten Städten die Steuern für das kommende Jahr zu erlassen. Aerusakem Die Polizei hat — wie dein Jwrr geschrieben wird — vor kurzem alle Einwanderer, die nun schon 30 Tage hier weilen, zur Verantwortung gezogen und ilmen den Ausweisungs-Befehl zugestellt. Nur mit größer Mühe gelang es dem Gemeinde--Monktar einen kleinen Aufschub zu erwirken. Am Sabbath wurde in den L>y'iagogen ausgerufen, daß jeder, der die letzten 2 Jahre hier eingewandeit ist. wieder in seine Heimath zurückkehren möge, da sonst schlimme Folgen bevorstehen. Mittheilungen aus dem TI. O, B. B. Magdeburg, 14. Dccember. Gestern hielt auf Veranlassung der „Mendelssohn-Loge" der besuchsweise in Deutschland weilende Direktor des israel. Waisenhauses in Jerusalem, Herr Dr. W. Herzberg, hier einen fünsviertelstündigen freien Vortrag, in dem er sehr interessante „Bilder aus dem Client" entrollte, deren Kolorit dadurch an Frische gewann, daß cs Reiseerlebnisse des Redners selbst ivaren. Aus Dank und Verehrung für den Redner votirte die Mendelssohn-Loge in heutiger Sitzung 100 Mark für das genannte Waisenhaus in Jerusalem, die an den Kassirer des „Vereins zur Erziehung jüdischer Waisen in Palästina" Herr Hcwp Seligmann (i. F. Seeligmann, Stetteuheim) in Frankfurt a. M. gesandt werden. Auch sind mehrere Logenbrüder dem Vereine als Mitglieder für das Jahr 1887 beigetreten. Die Sorge für Waisen — die in Palästina doppelt verlassen dastcheu, weil allenthalben die Missionäre ihnen auflauern, um sie in den Schoost der Kirche zu führen — ist heilige Ordenspflicht, mögen auch die Schwestcrlogen diesjes Waisencrziehungsvereins gedenken! Berlin, 14. December. In Berth. Auerbach-Loge fand gestern die feierliche Aufnahme dreier Herren aus Hamburg statt, die zum Vorstande der daselbst bestehenden Vereinigung zur Gründung einer Loge der 17. 0. B. B. gehören. Trotz der von f reim au re rischer Seite in Hamburg in's Werk gesetzten Gegenströmung entfaltet sich unser Banner unaufhaltsam und wird vor Schlust dieses Jahres in der altehrwürdigen Hansastadt eine recht zahlreiche Gesellschaft hochachtbarer Männer mit unserem geliebten Bunde vereinen. Die gestrige Sitzung der Berth. Auerbach-Loge war eine überaus erhebende, weit über hundert Brüder füllten unsere Halle, die rituelle Einweihung der Candidaten wurde in feierlichster Weise vollzogen, hieran schloß sich noch eine Exemplification unserer Arbeiten. Die Feier wurde durch die Anwesenheit des Ex.-Grost-Präsidenten Br. Sulchergcr ans New-Uork und die Präsidenten unserer hiesigen Schwester-Logeu besonders erhöht. In der vorigen Nr. dieses Blattes heißt es, daß Br. Simmel als Delegat des Gcneral-Comite's nach Cairo reisen werde. Dem Br. Simmel ist diese ehrenvolle Mission nicht vom General-Comite, sondern von der h ö ch st e n O r d e n s b e h ö r d e übertragen worden. Der Delegat hat seine Reise bereits angctreten und hofft nächste Woche in Alexandrien einzutreffeu. Dresden. Sonntag, den 26. d. Mts. veranstaltet unsere Fratenitas-Loge ein Chanukka-Kinde rfest; zur Aufführung gelangt die vom Cantor Wolfsohn einstudirte Kinderspmphouie von Romberg. Die billigste Berliner politische Tageszeitung ist die Freisinnige Zeitung begründet von Buxen Richter. Die „Freisinnige Zeitung" erscheint täglich, außer Montags, und ist durch ihr besonderes Postbüreau in Verbindung mit einem besonderen parlamentarischen Büreau in den Stand gesetzt, ihren auswärtigen Abonnenten morgens alle neuesten Nachrichten einschließlich eines vollständigen Tagesberichts über die Reichstags- und Landtags-Verhandlungen eben so früh wie den Berliner Abonnenten zu bringen. Die „Freisinnige Zeitung" ist das reichhaltigste Journal über alle Vorgänge der inneren Politik. Die knappe, gemeinverständliche Sprache, die Übersicht liche Anordnung des Stoffs ermöglichen es auch allen in der Zeit beschränkten Geschäftsleuten sich aus der „Freisinnigen Zeitung" über alle politischen und nicht politischen Tagesereignisse in kürzester und bequemster Weise eingehend zu unterrichten. Die „Freisinnige Zeitung" welche bisher schon in ihrem unpolitischen Theil durch spannende Erzählungen, den „Berliner Plauderer", durch Vermischtes u. s. w. dem Unterhaltuugsbedürfniß insbejo idere der Familienangehörigen Rechnung getragen hat, wird auch im neuen Quartal Wieder Erweiterungen in dieser Verziehung, uameittlich auch in Betreff des Handelstheils erfahren. Abonnementspreis pro Quartal 3 Mark 60 Pfennig. (Postliste für 1887 I. Nachtrag Nr. 2043,) Neuhinzutretende Abonnenten erhalten gegen Zusendung der Postquittllng die noch im December erscheinenden Nummern sowie den Anfang des Romans von Neinhold Ortmanu „Die von Dossenan" unentgeltlich. Inserate die fünfspaltige Petitzeile 40 Pfennig Probcnummern versendet Die Expedition Berlin W., Fra'uzösischestraße 51. An die jüdisch. Lehrer Vom Beginne des nächsten Jahres an soll erscheinen: Paeclagogtum für Interessen der isr. Religionsschule. Ein Mentor für den jüd. Religionslehrer unter Redaction des Bezirksrabb Dr. Goldschinidt i.Weilburg. Monatlich ein Heft — Preis pro Quartal 1 Mark. Das „Pädagogium“ wird folgende Rubriken* enthalten: Pädagogische Abhandlungen. — Methodik für die Disciplinen der jüdisch. Religionsschule. — Unterrichtsproben. — Mitteilungen aus der Religionsschule. — ltecensionen. — Pädagogische Werke und Schulbücher. Heft - erscheint im Januar a. f. Der Umfang wird von dem Interesse abbängen, das die jüdische Lehrerwelt diesem ihr gewidmeten Unternehmen entgegenbringt, darum ersuchen wir die Herren Lehrer, uns ihre Bestellungen baldigst an uns gelangen zu lassen.