Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 17 (1886)
- Issue
- N° 45. (4.11.1886)
- Date
- 1886-11-04
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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M 45. Magdeburg, 4. Ilovember 1^86. Jahr?. XVI für die religiösen und socialen Interessen des Judentums. Wöchentlich erscheint je eine Nummer der „Mache« schrlft". des „Famtlie«- vtatt» " u. des „L1ttee«t«ebl alt«". Preis für alle drei Kliitter bei allen Postämtern U. B uchhandlungen 3 IX/Iarlr vierteljährlich. Mit d i recte r Zusendung: jährlich 14 Mark, rach dem Auslande: 18 *tt. <6 fl., HO Jrcs., 8 Rbl., 4 Dollars). Einzelnummern der „Wochenschrift" k 26 Pf., des „Litteratur-vlattS" k 16 Pf. des „Familien-Vlatts k 10 Pf. & Verantwortlicher Redacteur und Herausgeber: Rabbiner Dr. HK. Hlahwer m Magdeburg. für Wahrheit, Krcht n»b Frirdea! Inserat« | für die „Israelitische Wochenschrift",! wie für das „Jüdische Litteratur-Blatt", die kleingcspaltene Petitzeilc oder deren Raum SÄ5 |Jf. sind entweder durch die Annoncen- Expeditionen von O-, L.Daube Sz Co., Rudolf MosBe, £Caasensteln <Sc "Vogler u. A. oder d i r e c t einzusenden an : Die Gepedition der „Israelit. Wochenschrift" in Magdeburg. Inhalt: Leitende Artikel: Die jüdischen Separatgerncinden. Zur Beleuchtung Wocheni November Cheschwan. Kalender. der Zwecke der freiorthodoxen. Vereinigung. — Der Unterricht im l 1886. 5647. Hebräisch-Lesen Ein Beitrag zur „Methodik der jüdisch. Religious- Donnerstag . schule". Von Jsr. Herzberg. (Fortsetzung). 4 6 Berichte und Korrespondenzen: Deutschland: Magdeburg. Freitag. . . 5 7 Dresden. Breslau. Von der Ruhr. Thorn. Oesterreich-Ungarn: Wien. Brünn. Sonnabend 6 8 (5.2). Amerika: Neu-Mexieo. Sonntag . . 7 9 Vermischte und neueste Nachrichten: Magdeburg. Berlin. Berlin. Montag. . . 8 10 Berlin. Berlin. Bielefeld. Frankfurt a. M. Dresden. Trier. Paris. Rom. Pesaro. Dienstag . . 9 11 Mittheilnngen ans dem v. 0. B. B. Gleiwitz. Mittwoch . . 10 12 Znferate. Donnerstag . 11 13 Die jüdischen Separatgemeinden. Zur Meseuchlung der Zwecke der frei-orlyodsre« Bereinigung Difficile est, satyram non scribere. „Eine Gefahr für das jüdische Gemeindeleben Deutschlands!" So lautet die Ueberschrift einer Serie von Aussätzen in den jüngsten Nummern Ihres geschätzten Blattes, die wahrlich nicht eindringlich genug der Beachtung empfohlen werden können. Klar, anschaulich, überzeugend zeichnet der Verfasser die Gefahren, die die frei (!)- orthodoxe Vereinigung für die Einheit der Gemeinden Deutschlands in ihrem Schoße birgt. Klar wie das Sonnenlicht ist hier dargestcllt, was die orthodoxe Vereinigung will und anstrebt. Es ergeht durch dieselbe an die 8ancta simplicitas, die auch aus den Reihen der Freisinnigdenkenden sich recrutirt, ein Aufgebot, das erforderliche Holz heibeizutrogrn zur Errichtung jenes Scheiterhaufens, auf dem der Frieden und die Einheit der Gemeinden vernichtet werden soll. Neue Scparatgemeinden foUeu in Deutschland begründet werden. Das ist die Parole, und wahrlich, wären die Herren ehrlich genug, sie würden ihre Verbindung einfach einen „Verein zur Begründung und Erhaltung jüdischer Separatgemeinden" nennen. Wichtiger aber noch, als die Gründung neuer Gemeinden steht den Stimmführern doch die Erhaltung und Sicherung der bereits bestehenden Separatgemeinden. Diese fristen, vielleicht mit einer einzigeli Ausnahme, ein überaus kümmerliches Dasein: wahrhafte Carricaturen von Gemeinden treten in ihnen uns entgegen. Wie könnte dies wohl auch anders fein! Eigensinn, Rechthaberei, verletzter Ehrgeiz haben sie zumeist ins Dasein gerufen und wahrlich, man darf es sagen, kein religiöser Gedanke hat in der Regel bei ihrer Schöpfung mitgewirkt. Wie könnte hieraus nachhaltige fromme Begeisterung, dauernde Opferfähigkeit erwachsen i Die Mitglieder werden häufig schwierig und es fehlt an Mitteln. Mit Schrecken aber gedenkt man insbesondere der Zukunft, wo das gegenwärtige Geschlecht, das meist nur lehachis (D^Sn1?) sich zur Separirung hat bestimmen lassen, dahingegangen und Niemand thöricht genug sein wird, an dessen Stelle zu treten. Freilich läßt man kein Mittel unversucht, um neue Mitglieder anzuwerben. Da verlautet, ein Herr N. N. beabsichtige, seinen Wohnsitz nach der Stadt zu verlegen, die das zweifelhafte Glück hat, eine Scparatgemeinde in ihren Mauern zu bergen. Flugs begiebt sich der Herr Rabbiner derselben auf den Weg: er macht ihm seine Aufwartung, um ihn zu überreden, sein Seelenheil im Schoße der alleinseligmachenden Kirche — wollte sagen Synagoge — zu suchen. Aber der hartgesottene Sünder, der für die echtjüdische Gesinnung des Herrn Rabbiners gar kein Verständniß besitzt, meint: „Ich gehöre ja gar nicht Ihrer Richtung an, bin gar nicht würdig, ein Schäfchen Ihrer Heerde zu werden." — „Thut nichts, meint der würdige Seelenhirt, uns kommt's ja nur aus die numerische Verstärkung an; Ihre Gesinnung ist uns Nebensache. Wir legen Ihnen überdies nur geringe Abgaben auf, während die Lasten der Hauptgemeinde nahezu unerschwinglich sind. Erklären Sie nur vor Ihrem Abzüge von Ihrer Heimathgemeinde Ihren Austritt aus derselben, und zwar aus religiösen Bedenken und Sie können sofort in unsere Gemeinde eintreten, deren Synagoge Ihnen obendrein das nicht zu verachtende Vergnügen bietet, am 8imcha8 Thora die liebe Irgend um Nüsse und Confect sich bargen zu sehen, ganz so wie eS war, als der Großvater, nein, was sage ich, als