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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1886-10-28 · N° 43-44 (28.10.1886) · p. Seite 360

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
17 (1886)
Issue
N° 43-44 (28.10.1886)
Date
1886-10-28
Page
Seite 360 (sequence 12)
Language
German
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— 860 — I« religiösenFesttage: Neujahr, Versöhnungstag und Laubhüttenfest im Kreise ihrer Familie feiern könnten. Mestiskaw. Voriger Woche kommt hier ein nach hiesiger Rabbinerart gekleideter Mann durch, giebt sich für einen Rabbiner aus, Krankheit habe ihn gezwungen, das Amt niederzulegen --und es wird für ihn mit Eifer gesammelt. Man bittet ihn, Samstag zu predigen — — er darf nicht, die Aerzte haben es strengstens untersagt. Mitleid in allen Herzen. Samstag wird er zur Thora gerufen, und — — er kann die Brocho nicht machen: Tableau! die Untersuchung ergab, daß wir es mit einem ganz gemeinen Schwindler zu thun hatten. Derselbe besaß aber Empfehlungsschreiben von orthodoxen Koryphäen. Man sieht, daß auf solche auch nichts zu geben ist. — Jiriatm. Ein Wunderknabe von 14 Jahren ist hier aufgetaucht: Ahron Rabbinowitz. Dieser Knabe hat den ganzen Talmud im Kopfe. Ohne Anstoß kann er an jede beliebige Stelle den Talmud aus dem Gedächtnisse in beliebiger Länge vortragen. — Schade, daß dies hochbegabte Kind ohne Führer dasteht. Er hat keine Eltern, die ihn seitien Anlagen gemäß erziehen lassen könnten. Aatta. Die ganze Gemeinde geht zu „Selichoth" in die Synagoge um 3 Uhr Morgens. Sie wartet und wartet, endlich um 4 kommt der Cantor, stellt sich oben an das Pult zum Vorbeten. Der Synagogen-Diener ruft ihm im Namen des Vorstehers zu: „Warum geht Ihr nicht an das „Omed"? —. Der Cantor: „Ihr erwartet von mir liebliche Gesänge; wie soll ich aber singen, wenn ich und meine Familie seit 24 Stunden nichts mehr gegessen haben? Ich habe mein Gehalt noch nicht bekommen!" — Nun entsteht Streit, die Sonne geht auf, ohne daß die Selichoth gesagt sind, und ob der Cantor inzwischen sein Gehalt bekommen, ist auch noch nicht festgestellt. — Moörowisll (Minsk). Herr Dr. Hildesheimer hat unter andern russ. Gemeinden auch uns mit seinem Besuche beehrt. Die Collecte für sein Rabbiner-Seminar ist ziemlich reichlich ausgefallen. Ob in .unserem Lande nicht größere Noth zu stillen wäre mit diesen nach Deutschland exportirten Summen? Wer kann aber „Nein" sagen, wenn Herr Or. Hildesheimer zu diesem Zwecke hier im Lande Predigten hält und dann die Hand öffnet? Ist das nicht buchstäblich die min zu DVTlp rQ "IßnS gemacht? (Für Thorabeflissene ist zu allen Zeiten Held gesammelt worden. Man denke an die talmud. Hochschulen in Sura und Pumpadita. Red.) Karalschorv. Ein tragi-komischer Zufall hätte hier bald entsetzliche Folgen haben können. Ein christliches Mädchen spielte mit den Kindern des Schächters im Hause des letzteren. Gegen Abend sucht die christliche Mutter ihr Kind im Hause des Schächters und findet es nicht. Dw hört sie dessen Geschrei aus einem entlegeneren Zimmer. Sie geht der Stimme nach und findet das Kind entkleidet auf der Erde liegen. Was lag näher, als die Absicht eines rituellen Mordes anzunehmen? Zusammenrottungen rc. stellten sich natürlich bald ein; die Polizei wurde zur strengen Untersuchung ausgeboten. Was ergab diese? Der Schächter ist zugleich — Bademeister des Tauchbades (Mikweh) und was — die Kinder so oft vor sich gesehen hatten, in die Mikwe gehen, das hatten sie — gespielt. Wer Kinder kennt, findet das ganz natürlich. Die Aufregung der Christen legte sich auch bald; doch der Schächter mußte die Stadt verlassen. Hdeffa. Der „Chacham" der „Karaiten" reist herum, um für Gründung eines karaitischeu Seminars in Eupatoria zu kollectiren. In Kischimff, wo nur 10 karaitische Familien wohnen, hat er 1500 Rubel zusammengebracht. Mittheilmrgen aus dem II. O. B. B. Magdeburg Das Oktober-Heft der „Menorah" bringt in seinem dcntschen Theile mehrere höchst anregende Beiträge, nicht nur vom Herausgeber und Br. Dr. Fricdlcin in New - Aork über die symbolische Bedeutung der „Menorah" als Verbreiterin des geistigen Lichts, der Cultur und Humanität, sondern auch von hervorragenden BBr. unseres deutschen Distrikts. In erster Reihe ein recht warmherzig geschriebenes Expose von uns. würd. Gr.-Präs. Julius Fenchel über das Wesen der Loge, was sie dem Ben B'rith sein soll. Sodann einen Auszug, aus dem Berichte unseres deutschen Mitgliedes des Executiv - Comite's, des Großsecr. D. Wolfs in Berlin, der sich nicht darauf beschränkte, einen trockenen, statistischen und finanziellen Bericht zu geben, sondern der es verstand, das Material geistig zu verarbeiten und mit klaren Worten die Stellung des Ordens und seiner hohen Aufgabe inmitten: der religiösen Parteien in Deutschland zu zeichnen, daß er „die Platt-- form sei und für alle Zeiten bleiben müsse, auf der sich alle Schattirungen des Judcnthums vereinen". Er preist den Orden als Bereinigungspunkt aller guten Israeliten und hebt die bereits in dieser Hinsicht erzielten günstigen Erfolge gebührend hervor. Wir behalten uns vor, auf Einzelnes in diesem Aufsätze noch zurückzukommcn, desgleichen beabsichtigen, wir aus dev mit vieler Begeisterung und Liebe für die hohe Mission des Ordens und seine innere Entwickelung geschriebenen „Reflexionen" unseres Br. Dr. Rah mer-Bcuthcn an dieser Stelle Auszüglichcs und Ergänzendes mitzüthcilcn. V. Bielefeld, 26. Oktober. Die „Westfalia - Loge" feierte am 21. Oktober das Simchas-Thora-Fest durch eine, die erste, gesellige Vereinigung. — Unter den Klängen eines Festmarschcs ging die zahlreiche Gesellschaft zu Tisch und stimmte begeistert in das von dem jüngst neugewählten Prf. Junkermann aus S. M. den Kaiser ausgebrachte Hoch ein, worauf die National - Hymne gesungen wurde. Ernste und launige Toaste würzten die Tafelfrendcn, denen musikalische und gesangliche Vorträge, welche oft stürmischen Applaus hcrvorriefcn, folgten. Der hiernach beginnende Fest - Ball hielt die Theilnehmer bis zum frühen Morgen in fröhlichster Stimmung beisammen. Am 24. Oktober hielt Herr Dr. Kroner aus Hannover hier einen Vortrag, welcher der Zuhörerschaft, unter der sich viele Fremde befanden, einen geistigen Genuß bereitete. IsrMW jellnull Mege-AOM für Nervenu. Gemiithskranke zu Sayn (Bahnstation) bei Coblenz am Rhein. Seit 1869 bestehend. Auf's confortabclste eingerichtet. Aufnahme zu jeder Zeit bei mäßiger Pension. Für geistig zurückgebliebene Kinder besondere Abtheilung. Prospekte und nähere Auskunft durch die Unterzeichneten. (644 M. Jacoby. Dr. Behrendt. Dr. Bosenthal. Die Stelle des Dorbeters, Schächters u. Religionslehrers in hiesiger Gemeinde ist zum 1. April 188? zu besetzen. Gehalt 80v M; Einkommen aus Legaten 50 M. und Einnahme aus der Schechita circa 550 M. ahne sonstige Nebenaccidenzicn. Geeignete Bewerber wollen sich unter Beifügung ihrer Qualifications- und Führungs-Atteste melden beim Vorstand der Synagogen-Hemeinde Hscherskeven. <678) Gustav Dessauer. 10. Storck, Nidda i * (Hessen). I A Specialität in filbernen Z ISynagog.-Einrichtungen: L Kronen, Glocken, Bleche, Hände, Räucherthürme, A Armu. Chanukaleuchter & rc. Ebenso Silber u. versilberter .3? Waaren zu [606 « $ Hochzeitsgefchenken. * Zeichnungen und Preise gratis. 8 Die deutsche Hausfrauen - Zeitung 1,50 Mk. und der Allgemeine Frauen- Kalender pro 1HH7 von I Ina Morgenstern, (vgl. d. Prospectus in vor. NTo. dies. Bl.) bestens empfohlen. Verlag der deutschen Hausfrauen-Zeitng: Berlin W., Derflingerstr. 2 I. Weine Hlauvensgenossen ersuche ich den Ankauf meines Buches: Moralische Betrachtungen über den Pentateuch, Midraschim rc. nebst der Brochüre über SaööatH, Speise- und AiddageseHe, zusammen 13£ Bogen elcg. broch. Ladenpreis 3 M. 30 Pf. jetz für nur 1 Mk. bestmöglichst zu befördern, wobei ich urich bereit erkläre, nachweislich Unbemittelten Buch und Brochüre als Heschenk gratis zuzusenden. [664 JLolbethal Mreslau, Berlmerstraße 69. Wir suchen für unser Ledergeschäft einen mit guten Schulkenntnissen versehenen Lehrling. Halberstadt. -A. Heyneinann <& Co. Verlag von Karl Fr. Pfan in Leipzig. Freund, Dr. L., Einiges über Eduard Laster. Geschrieben bei Gelegenheit von kritischen Randglossen zu einer überflüssigen Note. 1885. Preis 1.60 M. — Zur Formenlehre der Herrschaftsprincipien. Ein geschichts-philosophischcr Essay. 1886. Preis 60 Pf. — Treue und Untreue in deutschen Sprüchen und Sprichivörtcrn 1886. Preis 75 Pf. — Studien nnd Strcifzüge auf social-wisscnschaftl., juristischen und kulturhistorischen Gebieten. II. Erstes Heft 1885. M. 2. — Dasselbe. Zweites Heft, l886.. j Preis M, 2.50. [621 I Leipzig. Karl Fr. Pfan.. Verantwortlicher Redakteur Dr. Rahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wolfs, Magdeburg. Verlag von.Robert Friese, Leipzig.

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