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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1886-10-28 · N° 43-44 (28.10.1886) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
17 (1886)
Issue
N° 43-44 (28.10.1886)
Date
1886-10-28
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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M 43 44. Magdeburg, 28. Oktober 1886. Jalirg. XVII. für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums. ♦ 44 ss----SS Wöchentlich erscheint je eine Nummer der «MoOon schrift", des „Famtlienolatt» “ u. des „Kitteraturbt att«". Preis für alle Srri Kliitter bei allen Postämtern U. Buchhandlungen 3 ikdarli: vierteljährlich. Mit d irecte r Zusendung: jährlich 14Wark, nachdem Aus aude: 1« Mk. (8 fl., 20 Frcs-, 8 Rbl., 4 Dollars). Einzelnummern der „Wochenschrift" h 26 Ps., des „Litteratur-Blatts" k 15 Pf. des „Familtcn-vlatts k 10 Pf. BT--- SS Verantwortlicher Redacteur und Herausgeber: Rabbiner Dr. W. Ilahmer in Magdeburg. Zur Wihrheit, ßecht und Frieden! 55-& Inserat» für die „I s r a c l i t i s ch e W o ch e n s ch r i f t", wie kür das „Jüdische Litteratur-Blatt", die kleingespalNne Petitzeilc oder deren Raum 25 pt« sind entweder durch die Annoncen- Mpcditionen von Q-. L.Daube Sc Oo-, ZEtudolf IVtosse, HaasenBtein Sc "Vogler u. A. oder direct einzusenden an : Die Grpedition der ,.Israelit. Wochenschrift" in Magdebnrg. SS--» Inhalt: Thora-Freude. Von Richard Landau. Wochen- October. Tischri. Kalender. Leitende Artikel: Unser Gottesdienst. Von Dr. I. Caro, Rabbiner in Pilsen. — Eine Geiahr für das jüdische Gemeindeleben Deutsch- 1886. 5647. Donnerstag . 28 29 lands. III. (Schluß.) Berichte und Korrespondenzen: Deutschland: Magdeburg. Freitag. . . 29 30 l Rösch Chodesch. Magdeburg. Berlin. Breslau. Breslau. Frankfurt a. M. Frankfurt a. M. Wiesbaden. Sonnabend 30 1 J Marcheschwan p|3 (5.12). Oe st erreich-Ungarn: Preßburg. Prag. Pest. Rumänien: Bukarest. Beilage; Der Unterricht im Hebräisch-Lesen. Von Js. Herzberg. Sonntag . . 31 2 Berichte und Correspondenzen: Schweiz: Bern. Montag. . . Nov. 1 3 Rußland: Turek. Odessa. Vermischte und neueste Nachrichten: Berlin. Berlin. Berlin. Dienstag . . 2 4 Berlin. Weilburg. Dresden. Breslau. Könitz, W. Pr. Stuttgart. Mittwoch . . 3 5 Lemberg. Pest. Rom. Madrid. Amsterdam. Mestislaw. Pirvatin. Balta. Karatschow. Bobrowisk. Odessa. — Inserate. Donnerstag . 4 6 Hhora-Areude. Hs schaut der hohen Aeste Kreis In würd'ger Ireude Israel; Der Fhora saug es Lob' und Wreis Als feinem köstlichsten Juwel. Sie ist die Wurzel feiner Kraft, Aewährt in manchem heißen Streit Mit Worurtheil und Leidenschaft, In langer, langer Schmerzenzeit. Sie ist der reine» Sitte Hrrefl, Die unsre Ireude lanter wacht, Die, »ie ein Sternlei«, schimmernd hell, Ans führt dnrch der Verzweiflung Wacht. Die Thora ist der Aölker Keil; Den» ihr Hefetz ist Menschlichkeit! Ks nimmt an ihrem Segen theil Hi« jedes Wolk «nd jede Zeit. — Drnm halte fest die Jestesvrant, And laß' ihr töne« Israel — Des Invels frohe Lieder laut! Sie VleiVt Dein köstlichstes Inwek! Z« „8!mchas Thora«. Richard Landau. Unser Gottesdienst. Von vr. I. Caro, Rabbiner in Pilsen. Die drei Tage, an denen unsere Gotteshäuser von Andächtigen überfüllt waren, an denen die Weltbörsen von London, Paris, Berlin und Wien „der jüdischen Feiertage wegen" geschäftlos mitfeierten, sind vorüber. Das neue Jahr beginnt und mit ihm die alte Gleichgiltigkeit, die alteTheilnahmlosigkeit, die alte Unwürde in Bezug auf die Interessen des öffentlichen Gottesdienstes. Gestehen wir es nur ganz offen — es hilft Nichts die Augen vor einer traurigen Wahrheit zu verschließen — bei keiner anderen Confession findet man durchschnittlich so wenig Theilnahme und Andacht, ja so wenig Anstand beim Gottesdienste, als wie bei uns. Man schiebe nur ja nicht Mangel an Verständniß der Gebetsprache als Entschuldigungsgrund vor; der größte Theil der jetzigen und der Heranwachsenden Generation in Deutschland und Oesterreich hat in den Religionsschulen die Gebete übersetzen gelernt, und in den katholischen Kirchen herrscht gerade bei jenen Theilen des Gottesdienstes die feierlichste Stille, die andächtigste Stimmung, bei denen die unverstandene lateinische Sprache gebraucht wird. Nun ist es ja bekannt, daß die gerügte traurige Erscheinung ihre historische Begründung hat, daß der familiäre, legere, andachtslose Ton aus jenen Ghettosynagogen stammt, die ihren Besuchern Alles in Allem waren: Bethaus, Schule, Rathsstube, Theater, Concerthaus u. dgl. Ich brauche das nicht näher auseinanderzusetzen, aber ich meine, wir sind nun schon lange genug aus dem Ghetto heraus, um seine Nachwirkungen ausmerzen zu können, wir haben es ja in vielen anderen Dingen furchtbar eilig gehabt, mit den alten Traditionen zu brechen, warum ilebt in der Synagoge allein noch zumeist das alte Ghetto fort? Ich weiß eine Antwort, wegen deren mich die Idealisten vielleicht verspotten, die idealsten Idealisten aber, die Herren Cantoren, geradezu verketzern werden, aber die bleiche Furcht war nie im Stande, mich meine innerste Ueberzeugung verschweigen zu lassen. Meine innerste Ueberzeugung geht dahin: Es fehlt dem jüdischen öffentlichen Gottesdienste an äußerlichen packenden Momenten. Es wird meistens nur gesagt, und fast

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