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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1886-09-02 · N° 36. (2.9.1886) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
17 (1886)
Issue
N° 36. (2.9.1886)
Date
1886-09-02
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Buchhmidlnngcn 3 lularikL vierteljährlich.! Mit directer Zusendung: jährlich 14 Mark, . nach dem Aus ande: 16 Mk. (8 fl., 20 Fres.,! 8 Rbl., 4 Dollars), i Einzelnummern der „Wochenschrift-- k 25 Ps., i 1 des „Litteratur-Blatts" k 15 Ps. des „Famllien-Blatts k 10 Pf. äf---« Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber: Rabbiner Vr. W. Kaymer in Vkagdeburg. für Wahrheit, Kecht und Lrirdru! st 3« fe r at* tut die ..I - rnelirischc W o ch c n s ch r i f t", wie für das „Jüdische Litteratur-Blatt", die klcingeshaltene Pelitzetlc oder deren Raum 25 Pf. sind entweder durch die Annonccn- Mpeditionen von G. ÜL-XDau.'be Sc Co-, Hudolf ÜVCosse, Haasenstein Sc "Vogler u. 91. oder direct einzuscnden an : Die Erpedilion der >,L»ra«lit. Wochenschrift" in Magdeburg. i Inhalt: Leitende Artikel: Oberrabbiner Dr. W. Landau, geb. in Dresden, I. Mcirz 1811, gcst. in Dresden, 24. August 1886. — Zur Reform der Methode des Religionsunterrichts. — Unsere Cultusbeamten. Berichte und Corresvondenzen: Deutschland: Magdeburg. Berlin. Dresden. Crefeld. Jnowrazlaw. Gleiwitz. Oesterreich-Ungarn: Preßbnrg. Neutra. P a l ä st i n a: Jerusalem. Jerusalem. Vermischte und neueste Nachrichten: Magdeburg. Fordon. Chemnitz. Elsaß. Wien. Eger. Pest. Prag. Rom. Rom. Petersburg. Lllszk. Inserate. Briefkasten. Wochen- Septemb. 1886. Ellul. | 5646. Kalender. i Donnerstag . 2 2 Freitag. . . Z 3 Sonnabend 4 4 O'tQLw P. 1. (*,!») Sonntag . . 5 5 Montag. . . 6 6 Dienstag - - 7 7 Mittwoch . . 8 8 Donnerstag . 9 9 I O-erraHbiner Dr. W. Landau geboren in Dresden, den I.März 1811, gestorben in Dresden, den 24. Aligust 1886. Ein Senior der jüdischen Theologie in Deulschland ist plötzlich und unversehens ans den Kreisen der Lebenden entführt worden; die Leser dieser Blätter, die noch vor Kurzem aus denselben entliommcn haben, daß vr. Landau bei der Jubelfeier eines seiner Vorsteher eine herrliche Festrede gehalten habe, werden schmerzlich überrascht gewesen sein, als sie kurz darauf die Botschaft von dem Ableben dieses ehrwürdigen Mannes lasen, eine Botschaft, die ja wohl durch alle deutschen Zeitungen gegangen ist. Die Kollegen, die noch vor wenig Wochelt mit ihm über dringliche Angelegenheiten des deutschen Judenthums berathen und von seiner Gelehrsamkeit und Erfahrung so viel Anregung lmpsavgen haben, waren sicherlich tief erschüttert von der Kunde, daß dieser Greis, der srohgemuthet die Nacht darausctzte. um mitzurathen und mitzuthaten, so rasch dem Schicksal seinen Zoll hat entrichten müssen. Der Nabbinerverein Deutschlands hat eine seiner Stützen und seiner Zierdenverloren. — Landau war nicht nur der Nachfolger Frankens in Dresden, sondern auch der Erbe der Traditionen dieses ehrwürdigen Meisters, er hat das Rabbinat ganz im Geiste Fraukel's verwaltet und auch in den vortrefflichen wissenschaftlichen Arbeiten, mit denen er die Frcnkcl'sche Monatsschrift bereichert hat, trat er ganz in die Spuren dieses großen Lehrers. Er war, wenn ich in dem Jargon der Orthodoxen reden soll, ein „Breslauer" vor Gründung des Breslauer Seminars. Selbstverständlich hat er sich Frankel nicht sklavisch untergeordnet, hat er auf sein selbstständiges Urtheil nicht verzichtet; ein solches Opfer des Intellekts konnte Frankel nicht fordern, und Landau nicht leisten. Seine Geburt und die Erinnerungen seines Geschlechtes verknüpften ihn mit der Dresdener Gemeinde, sie war ihm an die Seele gewachsen; hat er ihr doch schon zu einer Zeit gedient, als bei weitem die meisten der gegenwärtigen deutschen Rabbiner noch in den Kinderschuhen gingen, oder noch gar nicht aus der Welt waren. Im Leben einer großen Gemeinde sind zumal für einen Rabbiner, der wie Landau von Haus aus streng konservativ war, Konflikte unausbleiblich; aber der Streit blieb in Dresden stets ein sachlicher. Emil Lehmann, innerhalb der Dresdener Gemeinde, der Vertreter eines etwas stürmischen Fortschrittes in religiösen Dingen, verleugnete nie die Ehrfurcht vor der Gelehrsamkeit und der Charakterstärke seines greisen Rabbi und war ihm tief ergeben, und vr. Landau wußte gar wohl cs zu würdigen, daß Lehmann den besten Willen, das idealste Streben habe, daß er nicht aus Bequemlichkeit unter die Reformer gerathen sei, sondern weil er, gleich lebhaft und warm für Deutschthum und Judcn- 1 h u m begeistert, seine Ideale gern vereinigen wolle. Es war ein Streit um Gottes willen, die Männer bekämpften sich und hörten nicht einen Moment auf, sich zu schätzen, freundschaftlichst einander ergeben zu sein. vr. Landau war nicht der Mann, irgend eine geringfügige gottesdienstliche Neuerung zu einer Prinzipiensrage aufzubauschen und um ihretwillen den Frieden der Gemeinde zu erschüttern, oder gar zu opfern. Solchen Eigensinn, der nur den Schein der Ueberzeugnngstreue hat, war ihm

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