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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1886-07-08 · N° 28. (8.7.1886) · p. Seite 225

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
17 (1886)
Issue
N° 28. (8.7.1886)
Date
1886-07-08
Page
Seite 225 (sequence 7)
Language
German
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— 225 Meyerheim, Maler Scholz, Mcsior Duncker. Superintendent Dryander u. A. bei. Herr Rabbiner Dr, May bäum hielt die Gedächtnißrede. Krfurl. (Or.-Corr.) Der Vorstand hat nunmehr die von den Repräsentanten (mit 5 St.) vollzogene Wahl des Or. Salzberger seinerseits (mit 2 gegen 1 St.) bestätigt. Es ist zweifellos, daß Or. Goldschmidt wieder gewählt worden wäre, wenn er vom Vorstande, wie das erste Mal, zur Wahl gestellt worden wäre, wurde ja von einem der drei Repräsentanten, die weiße Zettel abgegeben hatten, erklärt, daß dies nur deshalb geschehen sei, Mil Or. G. vom Vorstande gar nicht mehr als Candidat präsentirt worden. „Das hat mit seinem Briefe der Posener Raw gethau l" Er mag das vor seinem Gewissen verantworten. IXufer gesch. Correspondent ersucht uns, diese Notiz zugleich als „Berichtigung" der Mittheilung in Nr. 26 über das Stimmverhältniß anzusehen. Wir geben dieselbe, obgleich wir sie für ganz unwesentlich halten, wieoer. Auf das von allen Unparteiischen, ja selbst von seinen „Getreuen" moralisch vernrtheilte Verfahren des Herrn Or. Fcilchenfeld wollen wir jetzt nicht zurückkommcn. Die ganze Orthodoxie hat durch diesen ihren Hauptvertreter einen Schlag erlitten, von dem sie sich sobald nicht erholen wird.) Areslau. Von der Bismarck-Spende, zu der doch die Israeliten so reichlich beigesteuert haben, hat hier ein Apostel Stöcker's, der Candidat Miller, eine Subvention erhalten. Aasen Ich verfehle nicht, Ihre Berichte über Orgelsynagogen dahin zu ergänzen, daß wir hier in der großen Synagoge der Brüdergemeinde seit 1872 eine herrliche Orgel besitzen, die an allen Sabbathen und Festtagen gespielt wird und daß die orthodoxesten Gemeindemitglicder es nicht scheuen, unsere Synagoge recht zahlreich und oft zu besuchen. Dessau, 25. Juni. (Or.-Corr.) Am 23. d. Mts. feierte hier der Vorsteher der Gesellschaft der Barmherzigen Brüder, Hofzahnarzt und Friedensrichter Hirschfeld und dessen Ehegattin, das Fest der silbernen Hochzeit unter großer Betheiligung seitens der Gemeinde. Nachdem vom frühen Morgen an Schaaren von Gratulanten zum Hause des Jubelpaares geströmt waren, erschienen Vormittag die Assistenten der Chewra in corpore, deren Sekretär, Herr Hoflieferant Moritz Probst, in schönen, tiefempfundenen Worten die Verdienste des Vorstehers feierte und Namens der Chewra ein kostbares Geschenk, die Doro'sche Prachtbibel, mit künstlerisch ausgeführter Widmung überreichte. Die israelitische Cultusgemeinde war durch ihre Vorsteher, die HH. Commerzienrath Sonnenthal und Stadtverordneten Julius Elkan, vertreten. Auch der jüdische Frauenverein hatte eine Deputation abgesandt. Bei dem Souper sprach Herr Rabbiner Or. Weiße den Toast auf das Jubelpaar und führte aus, wie sich der Silberbräutigam aus schwerem Anfang mit Gottes Hilfe emporgearbeitet, ein eifriges Mitglied der Gemeinde, ein pflichtgetreuer, sich aufopfernder Vorstand der Chewra, ein Freund der Bedrängten und Helfer der Armen gewesen und wie ihm auf allen seinen Wegen seine Gattin treu und rechtschaffen beigestanden habe; er schloß mit dem Wunsche, daß das Paar auch das Fest der goldenen Hochzeit in gleicher Frische und Rüstigkeit begehen möge. Iungvunzla«. Herr Or. M. Grünwald, z. Z. Rabbiner m Pisek (Böhmen), ist zum Rabbiner der hiesigen Gemeinde gewählt worden. Or. G. ist, wie sein Amtsvorgänger Or. Kisch, jetzt Rabbiner in Prag, ein Schüler des Breslauer Seminars und hat die jüdische Litteratur durch viele litterar-historische, von fleißigem Studium zeigende Arbeiten und Aufsätze (auch in uns. Litteraturbl.) bereichert. Budapest. Den Philipp Schey v. Koromyla'schen Preis (100 fl.) für 1885/8ll an der hiesigen Landes rabbinerschule hat mit einer Monographie über „Leben und Werke des David Jbn Abi Simra" (vulgo Radbas genannt) Rabbinatskandidat Or.M. Herzog erhalten. (Da unseres Wissens bisher eine Biographie des Radbas nicht geschrieben ist, wäre es zu wünschen, daß die Arbeit im Druck erschiene. Red.) Aaris. Am 25. Mai war der 100 jährige Geburtstag des Componisten der „Jüdin" Jaques Fromenthal Hallevy. Zu Ehren des Tages wurde sein berühmtes Werk in der großen Oper gegeben und zwar in der 600. Aufführung. Hallevy hat auch Synagogal-Gesänge componirt. Der „Min hamezarw in Naumburg's „Semiroth Jsrael“ ist von ihm. London. Vorige Woche fand hierein Concert zum Besten der hies. Talmud-Torah-Klassen statt, das recht originell war. Die dabei mitwirkenden Kräfte waren nämlich die vorzüglichsten „Vorsänger" der verschiedenen hiesigen Synagogen, und ohne Zweifel haben die Musik- und Gesangstücke hauptsächlich Melodien enthalten, die beim jüd. Gottesdienst in Anwc'.dung kommen. Komisch war aber die betreffende Annonce, worin mitgetheilt ward, daß „mehrere Mitglieder der jüdischen „Geistlichkeit" im Concerte Mitwirken werden". London Herr Or. Neu bau er in Oxford hat jüngst einen Katalog veröffentlicht, worin alle im hies. Beth-Hamidrasch vorhandenen Manuscripte verzeichnet sind. Ein zweiter Katalog vom selben Verfasser wird nächstens die Presse verlassen, der die verschiedenen in Oxford sich befindenden hebr. N88. namhaft machen wird. Obschon wir diesem fleißigen Gelehrten Dank dafür wissen, daß er so manchen werthvollen Fund auf dem Gebiete der jüd. Litteratur an's Tageslicht gefördert hat, so können wir dennoch nicht-umhin, die Art und Weise zu tadeln, mit der er über die meisten litterarischen zeugnisse jüdischer Autoren der Gegenwart sich äußert. Er gleicht der Biene, die wohl Honig sammelt, aber zugleich auch immer den Stachel bei sich führt. Hlom. Zum Vicepräsidenren der neugewählten Kammer wurde unser Glaubensgenosse Herr Jsaac Feraru Maurogonato gewählt. Derselbe war 1848 Finanz-Minister in Venetien, während der einjährigen Volksherrschaft unter Daniel Manin, welcher ebenfalls isr. Abstammung ist. Außcr Maurogouato nehmen noch viele Israeliten hohe Regierungsämter in Italien ein: Kanzleidirector des auswärtigen Amtes Herr Malvano, der größte italienische Philologe Herr Askoli, Senator und Geheimer Rath im Cultusministerium. Ebenso wirken viele in den höchsten Stellen im Kriegsministerium sowohl, wie an Gymnasien und Universitäten als Lehrer. Die Zeiten ändern sich, Gott sei Dank! Aelersöurg. Der Bildhauer Antokolsky (Isr.) hatte die Ehre von S. M. dem Czaren am 4. Juni empfangen zu werden. Hkuchow. Fräulein Mirjam, Tochter des Herrn S. D. Samuelowitsch, hat nach bestandenem Abiturienten-Examen am Gymnasium zu Romen eine goldene Medaille als Anerkennung ihres Fleißes erhalten. Die so Ausgezeichnete ist erst 17 Jahre alt und hat während der ganzen Studienzeit den Sabbath und die Festtage gehalten. Wga. Die heilige Sprache soll zur Auferstehung gelangen. Herr Rabbiner Pumpiansky häsi hier Vorträge in der heiligen Sprache. Wenn ihn die Leute verstehen, ist es gewiß schön. Aber was wird der falsche Patriotismus dazu sagen? — Aerufakem. Herr Dr. Harkavy weilt hier bei seinem Vater Jacob Harkavy als Gast auf einige Zeit. Mew-Aork. Herr Or. Isidor Kalisch ist am 11. Mai gestorben. Geboren in Krotoschin, Posen, mußte er wegen feiner liberalen politischen Ansichten nach Amerika flüchten. Er war Verfasser vieler bedeutender Werke und hat auch an der praklischeu Reform des Judenthums thätigen Antheil genommen. __ Mittheilungen aus dem U. O. B. B. Berlin, 5. Juli. Während im vergangenen Jahr die vereinigten hies. B. B.-Logen 25 Kinder in die Sommerfrische schickten, war es denselben möglich, dieses Jahr 33 Kindern diese Vergünstigung zn Theil werden zu lassen. Am heutigen Tage verließen die Kleinen Berlin und zwar 9 Mädchen nach Oranienburg, 6 Mädchen nach Eberswalde, 2 Mädchen und 2 Knaben nach Locknitz, 3 Knaben nach Cammin, 6 Knaben nach Lübben und 5 Knaben nach Neu-Ruppin, und ist dabei zu erwähnen, daß ein Mitglied der Allemauia - Loge diesem Werke echtester Humsnitstt hilfreich zur Seite stand.

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