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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1886-05-06 · N° 19. (6.5.1886) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
17 (1886)
Issue
N° 19. (6.5.1886)
Date
1886-05-06
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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>cht? r. Die ift? — ” W Wnnnt 9 Öliges aus unter "Fcirt si„d. ' Feilchenfeld autet: "AS' *&* ich dennoch und sende *ß Ihnen dasir'i* des Herrn >.Mnen Tische richtig frommen >cn Kreisen eine anden sei. 3* die Stelle reverletzen. Ich g gebrnucht: l°r nicht als ers1V?ist." lind rc. begrüßt stnfeld." •Ort Dr. geil* tir verliehe,l, 3r. Feilcheu- 1 Erfurter mn .nnn gefertigt - kategorisch, ) kein „anc dem Porig ner und konnte der , zumal, >vie tiner Weigekbenist" — Rabbiner in lbgedruckteu, 1 von ihm ind sie nun >venn er der — MS iß - Und wie -Perband inidt, Leilburg. sind bereit, (Ätb.) >) . „ M19. Magdeburg, 6. Mai 1886. Jahr?. XVII. für die religiösen nnd socialen Interessen des Judenthums. Wöchentlich erscheint je eine Nummer der „M»cheu schrist", des „Fam1»r -nu.des ^Litteraturblatt«". Preis für alle drei Malter bei allen Postämtern u. Buchhandlungen 3 IVIarli vierteljährlich. Mit dirccter Zusendung: jährlich 44 Mark, nach dem Auslande: 16 Mk. (8 fl.. SO FrcS., 8 Rbl., 1 Dollars). Linzelnummern der „Wochenschrift" b 28 Pf., des „Litteratur-BlattS" k 16 Pf. des „Famiiien-Blatts k 10 Pf. & Veramwortlicher Rcdncteur und Herausgeber: Rabbiner vr. W. Waywer in Magdeburg. Für Wahrheit, Leiht and Frieden! « ---— # -ns-rat- 1 fitt b:c ..Israelitische Wochenschrift". wie für das „Jüdische Litteratur-Blatt", , die tleingespalt^ue Pelilzcilc oder deren Raum! SS pf. sind entweder durch die Anuonceni Expeditionen von G. I.- Daube 3s Oo., l RudoU IS/Cosse, IHTaasenstein 3s | "Vogler u. 41. oder oirect ein;uscnden an:! Die Expedition der ..Israelit. Machenschrift" in Magdeburg. Inhalt: Leitende Artikel: Ueber das Gebet. Von Moritz Scherbe!, Prediger in Gumbinnen. (Schluß.) — Verein „Esra". Berichte und Korrespondenzen: Deutschland: Aus Oberschlesien. Hannover. Von der Nordseeküste. Stettin. Aus West- . Preußen. Bon der Erft. Oesterreichs Aus Böhmen. Vermisste und neueste Nachrichten: Magdeburg. Berlin. Berlin. Breslau. Hannover. Glogau. Frankfurt. Frankfurt a. M. Posen. Wien. Wien. Lemberg. Krakau. Paris. Paris. Zürich. Italien. Turin. Ferrara. Mrttheilnngen aus dem U.». B. B. Magdeburg. Berlin. Stettin. Inserate. Beilage: Noch ein Stück „Moraur". Wochen- Mai. 1886. .Tjar. 5646. Katender. Donnerstag . 6 1 Jjar. Omer 16. Frettag. . . 7 2 „ 17. Sonnabend 8 3 TIÖK P 2- («,«») „ 18. Sonnlag . . 9 4 * 19- Montag. . . 10 5 „ 20. Dienstag . . 11 6 » 21. Mittwoch . . 12 7 * 22. Donnerstag . 13 8 >, 23. Ueber das Gebet. Bon Moritz Scherbe!, Prediger in Gumbinnen. (Schluß.) Wie kömmt es, daß ein Geist, der nichts als Glauben haßt, Und nichts als Gründe liebt, den Schatten oft erfaßt. Wenn er die Wahrheit denkt in sicherem Arm zu schließen, Daß ihm zum Anßoß »vird, was alle Kinder wissen? — (Lessing, Fragmente.) Wie wahr und richtig wären diese Worte nicht schon, wenn sie von jeden. Andern ausgesprochen worden wären und wie überzeugend müssen sie daher auf uns wirken, wenn sie einen Lessing zu ihrem Verkündiger haben! Wie mögen sie wohl die Freidenker zu helfen verstehen, und was weiß Frau von Luttner mit ihrer sophistischen Bekämpfung des Gebets anzufangen, wenn ihre Augen den warnenden Worten des Meisters begegnen, der sie auf ihren Irrweg aufmersam macht? Daß unser Doctor „das Glauben haßt", geht aus jedem seiner Worte hervor, daß er nach Gründen für die Entwerthung des Gebetes in allen Richtungen sucht, ist bis zur Sättigung zu ersehen! — wäre es nun nicht möglich, daß auch er in dem gewonnenen Resultate nur einen — „Schalten erfaßt" habe! — Lessing sagt.weiter mit Bezug auf den eifrigen Forscher: „wenn er die Wahrheit denkt in sicherem Arm zu schließen, daß ihm zum Anstoß wird, was Alle Kinder wissen". — Schiller hat ein Aehnliches gesagt. — Hier liegt die pflichtmäßige Resignation klar und deutlich ausgesprochen, welcher wier schwache und kurzsichtige Menschen uns bei dem Nachdenken über das göttliche Wirken und Walten zu befleißigen haben. Nicht blos unser Doctor sondern schon viele Tausend Andere seines Gleichen, die die Wahrheit in „sicherem Arme zu schließen" wähnten, sahen sich später von der Naivität eines Bessern belehrt. Jedenfalls sollte mau mit der Veröffentlichung solcher selbstentdeckten Wahrheiten doch etwas vorsichtiger fein. Wie es schon so Vielen ergangen ist, die da recht viel beweisen wollten und zuletzt gar nichts bewiesen hatten, so könnte man unserm Doctor das Nichtssagende einzelner seiner Argumente vor Augen führen. — Da sagt er z. B. „dieser Wille (Gotteswille) hat es eingesetzt, daß ein gewisses Krankheitsagens den betroffenen Organismus auflöse, und der um Heilung Betende verlangt, daß diese Wirkung nicht eintrete. Er verlangt ein Wunder, nämlich, die Aufhebung einiger Gesetze". — Allein, mein Doctor, wenn dem so ist, so könnten wir auch sagen, daß es thöricht oder vermessen sei, bei eintretender Erkrankung den Arzt zu Hülfe zu rufen. Gott hat das Krankheitsagens in den Körper gelegt, daß es ihn auflöse, — was will, was soll, was kann der Arzt dagegen thun? — „Das ist etwas Anderes" — antwortet vielleicht Frau v. Luttner. Aber wieso denn? — Der Arzt will durch seine Kunst dem Körper die Stärke, die Festigkeit geben, die ihn in Stand setzt, die Wirkung jenes Agens' zu überdauern, zu überwinden, und der Betende fleht zu Gott, daß er den Körper des Erkrankten in der Widerstandsfähigkeit erhalte, um also nicht der Wirkung jenes Agens' zu unterliegen. In beiden Fällen kann Gott Hülfe senden, ohne daß das Agens entfernt zu werden braucht. Kurz, es ist unmöglich, Frau v. Luttner mit ihren Doctor auf allen ihren sophistischen Ausflügen zu begleiten, um Alles das zu widerlegen, was gegen das harmlose Gebet in's Gefecht geführt wird. Und dabei welche Parteilichkeit! Während man mit weitschweifiger Ausführlichkeit sich mit dem beschäftigt, was mit der eigentlichen Bedeutung des Gebetes gar nicht in Verbindung zu bringen, wird da, wo man sich vor dem wirklichen Wesen des Gebets befindet am kürzesten Station gemacht. Und in flüchtiger Weise gestattet der sonst so ausführliche Doctor dem Umstand Erwähnung. — daß die ideale Erhebung des Gemüths, die volle Fügung in Gottes heiligen Willen — wie spärlich in seiner Würde — auch einen Bestandtheil des Gebets ausmachen können. Nun wir sagen, den größten Bestandtheil desselben, und wir sagen ferner, nicht ausmachen kö «ne, sondern ausmachen müsse. Was wir hier nicht für eine Unpartheilichkeit zu schauen bekommen! Dieses letzte so tief liegende

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