Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 17 (1886)
- Issue
- N° 17-18. (22.4.1886)
- Date
- 1886-04-22
- Page
- Seite 141 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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— 141 — * zweiter Klasse des Friedrichsordens vom Könige verliehen worden. Stry. Bon dem entsetzlichen Brand-Unglück, das diese 4 Meilen von Lemberg gelegene Stadt heimgesucht, sind auch unsere Glaubensgenossen, deren mehr als 5000 darin wohnen, schwer betroffen worden. Unter den eingeäscherten 600 Häusern befindet sich leider auch die Synagoge. Das Elend der Brot- und Obdachlosen spottet jeder Beschreibung. Die jüd. Nachbargemeinden Ihnen ihr Möglichstes, um die augenblickliche Noth zu lindern. Aerrara Ein sehr bekannter Schriftsteller, Guiseppo Vicini, ist hier zum Judenthum zurückgekehrt. 1862 ließ seine Mutter sich und ihre beiden Knaben taufen. Der Beconvertit hat den Namen seiner väterlichen Familie Del Retchi angenommen. AetersVurg Prof. Baxt (Jsr.) hat dieser Tage sein Werk über „Physiologie der höheren Sinne" in russischer Sprache nach den von ihm gehaltenen Vorlesungen heraus^ gegeben. Die bisherigen Werke über Physiologie in russischer Sprache sind nur Uebersetzungeu aus fremden Sprachen. Der erste, der ein selbstständiges Werk über Physiologie geschrieben, war Pros. Zion, auch ein Jude, und der zweite ist der genannte Prof. Baxt. Aus Anßkand. Eine tragikomische Geschichte hat sich hier in Mowictko ereignet. Ein 13jähriger Talmudjünger war gestorben, und da es schon spät am Tage war, beschlossen die Pedelle der Chewra-Kadischa, den Leichnam bis zum andern Morgen liegen zu lassen. Die Leicheukleider wurden bereit gelegt und einer der Pedelle sollte Wache halten. — Des andern Morgens, als die Beerdigung vorgenommen werden sollte, war der Leichnam nebst Zubehör verschwunden. Man weckte den zur Wache Bestellten — doch er hatte geschlafen. Bei der nun folgenden Untersuchung ergab sich Folgendes: Ein Paar angeheiterte Metzgergesellen hatten des Nachts sich hineingeschlichen, den Leichnam in die daneben liegenden Leichenkleider gesteckt und auf dem isr. Friedhofe begraben, während sie die Kleider, die der Verstorbene an sich gehabt hatte, in der nächsten Schänke losschlugen und sich dafür gütlich thaten. Mittheilungen aus dem U. O. B. B. Breslau» den 18. April. Sie gestatten mir wohl, geehrter Herr Redacteur, einige allgemeine Bemerkungen, zu denen das Passafest mich anregte, hier in dieser den Brüdern stets willkommenen*) Ecke *) Wir können bei dieser Gelegenheit constatiren, daß diese „Mittheiluugen" ganz besonders auch von unfern BBr. in Amerika stets mit freudiger Theilnahme begrüßt werden. Das in New-^ork erscheinende Blatt „The Jewish Reformer1, druckt sie als „höchst interessante Notizen" ab; wir freuen uns, auf diese Weise das Band um die B.-B. diesseits und jenseits des Oceans geschlungen zu sehen. „Noch so mächtige Gewässer vermögen die Liebe nicht zu trennen" — heißt es (mit einer Variation) im „Hohenlicde", das wir am Passafest in den Gotteshäusern lesen. (Red.) niederzulegerl. Es brauchen ja nicht immer „Mittheilungen" aus den f Logen zu sein, die hier veröffentlicht werden — deren Auswahl für Sie, g. H. R., besonders schwierig sein mag, da ja das Meiste sich doch der Veröffentlichung entzieht — sondern es mögen auch Betrachtungen, Lehren über und für den Orden sein, die, unter dieser Rubrik veröffentlicht, zur innern Entwickelung des Ordens sicherlich beitragen werden: Der Orden der B'nai B'rith ist zur Ausübung von Werken der reinen Menschenliebe gegründet. Das reine Menschenthum in der idealsten Bedeutung des Wortes zu fördern, ist sein Bestreben, das sich am besten durch das Wort „Humanität" ausdrücken läßt. Darnm läßt auch der Ben B'rith die Schranken des gewöhnlichen Lebens fallen, nennt die. die mit ihm nach gleichem Ziele streben, seine Brüder und übt die Brüderlichkeit in hehrer Bedeutung des Wortes, aber nicht allein g e g ell s e i n e mit ihm so verbundenen Brüder, sondern, soweit es ihm die Kräfte gestatten, gegen jeden Menschen. Unser Bund soll ein Bund der Herzen von wahrhaften Brüdern sein, jeder soll das, was er Edles in sich empfindet auch in Andern zu finden suchen und in allen Menschen zu erzeugen bemüht sein; es liegt nahe, daß dann diese Bruderliebe in den Herzen Aller zum Mitgefühl und zur möglichst reichen Mithilfe angetrieben wird. Nur wer einen für das Erfassen großartiger Ideen empfänglichen Sinn, ein für die wohlthätigen Werke der Liebe hochschlagendes Herz im Busen trägt, nur der wird sich zum würdigen Kämpfer unter dem Banner der Humanität heranbilden, ein tüchtiger verdienstvoller Arbeiter an unserem Tcmpelbau werden. Der Orden der B'nai B'rith, der bei der Auswahl seiner Mitglieder mit voller Berechtigung auf den Besitz dieser seltenen Eigenschaften sieht und sehen muß, kann nur in solchen Kräften die Mittel zum Dienste der Humanität gewinnen um sein erhabenes Ziel: die Erlösung des Menschengeschlechtes aus den Banden des Vorurtheils, Dünkels, Materialismus, der Lieblosigkeit und der persönlichen Empfindlichkeit herbeizusühren. Wir verfolgen keine besondere religiöse Richtung, im Gegcntheil, unser Bestreben geht dahin, alle guten Israeliten auf unserem neutralen Boden einander näher zu führen. In unfern Tempeln fallen die Schranken der religiösen Glaubensrichtungen durch die milden Ordenslehren; bei uns soll nur E intracht wohnen, unter dem Banner veredelnder Humanität sollen wir das uus Allen gemeinsame Reinmenschliche Pflegen und dadurch nicht nur uns, sondern der ganzen Menschheit ein Segen werden! Bielefeld, 10. April. Die Installation der „Westfalia - Lvge" XVI Nr. 362 fand hier gestern (Sonntag) Nachmittag 4 Uhr statt. Seitens der Großloge war Expr. S. Simmel aus Berlin tMontefiore- Loge) mit der Installation betraut, der sich der hohen Aufgabe in vorgeschriebener ritueller Weise würdig entledigte. Die Theilnahme der Schwesterlogen documentirte sich durch Deputirte. Die Deutsche Reichsloge entsandte ihren Secr. Herrn Dr. Mäher, die Berthold Auerbach- Loge Secr. Herrn Dr. Wolfs, die Montefiore-Loge ihren Bicepr. Herrn May, die Zion-Loge ihren Pr. Dr. Bergmann, Bicepr. Dr. Kroner, uno Br. Heineman, denen sich noch freiwillig angeschlossen die HH. Schapirauud Bergmann II. Die Sitzungen finden wöchentlich Montag Abends 81/, Uhr statt: zum Präsidenten wurde Herr L. Hirschfeld erwählt. Nach der Jnstallirung fand in den Räumen des Hotel Teutoburg ein solennes Souper statt, wobei es an trefflichen Toasten nicht fehlte. (Präs. Hirschfeld auf den Kaiser, Herr Junkersdorf auf das Executiv-Comite in New-Uork, Herr Simmel auf die Westfalia- Loge, I. Hirschfeld auf die Großloge u.). w ) Das Tischgebet wurde nach amerik. Art versteigert — Möge die „Westfalia" stets ein würdiges Glied des schönen Ordens und eine treue Mitarbeiterin an dem großen Werke der die Menschheit erlösenden Humanität sein! BÄ" Zur gefl. Notiz! "ÄH Die nächste Nr. erscheint des Osterfestes wegen erst am 5. Mai. Die Expedition, Verein für Familienu. Volks- Erziehung zu Leipzig. ») Bildungs-Anstalt für K'm-ngärtnkrinnkll errichtet 1872. Am 3. Mai Beginn des Lehrcursus: Der Lehrcursus dauert, je nach der gewonnenen Vorbildung, 1 bis 2 Jahre. Wissenschaftlicher Unterricht von anerkannt tüchtigen Lehrern. d) Kindergärtnerinnen aus der obeng. Anstalt, die auch Elementarunterricht ertheilcn, u. sichlm Hause nützlich machen, werden "Familien bestens empfohlen. Anmeldungen und Gesuche sind an die Vorsitzende, des obengenanntcn Vereins Frau vr. Goldfchmidt zu richten. (381 MD31B Dauernde 11222 Rabbinen» Lehrer oder Gemeindemitglieder, welche Fürsorge für fleißige und brave Leute in Deutschland tragen, werden höfl. um gefl. Franco-Angaben sub Nr. 2240 erbeten. Junge Leute, welche in hiesigen Geschäften conditioniren oder eine höhere Schule besuchen wollen, finden in meiner Familie Kost und Logis gegen mäßige Vergütung. JD. Servos. 371]_ Aachen. Ein anst. j. Mädch. (Israelitin) sucht in einem religiösen Haush. hier od. auswärts z. 1. od. 15. Mai Stelle als Stütze od. f. Kücheu. Haus näheres bei E. Ascher, Magdeburg, Anhaltstraße 7, n. Fortsetzung der zur Errichtung eines Moses Mendelssohn-Denkmals eingegangenen Beiträge: Roever. Kaufmann, 3 M. L. S, 1 M. F. L. F. S. 1 M. L. Würdig Rentier, 2 M. Roscnbanm, Kaufmann, 2 M. K. Frühsorge. Kaufmann, 3 M. G. E. 1 M. .Dr. Richter, Medicinalrath u. Kreisphysikus, 3 M. Otto Sturm, Kaufmann, 3 M. A. Weinrich, Kaufm., 3 M. W. Herrmann, Buchbinder, 1 M. Oswald Hoffmann, Kaufm., 3 M. Franz Voigt, Hof-Conditor, 3 M- Ossent, Commercienrath, Dircctor d. Anh.- Dess. Landesbank, 10 M. Dr. Mann, Reg - u. Geh. Medicinalrath, 3 M. Eduard Diener, Kaufmann, 2 M. Blumenthal, Kaufmann, 2 M. I. Schwabe, Wittwe, 3 M. Ackermann, Präsident, 5 M. Frau Posner 3 M. Grape, Pfarrer, 3 M. Liepmann, Rentier, 3 M. Heymann Cohn, Kaufmann u. Lotterie-Collecteur 3 M. Dr. Schubring, Ober- Consistorialrath, l0 M. Dr. Wickenhagen, Direktor, 3 M- Fr. Wiehle. Zimmermeister, 5 M. Eger, Kaufmann, 2 M- Heße, Archidiac. und Garnisonpredigcr, 5 M. GeorgPöppel, Hotelbesitzer, 3 M. Dr. Böttger, Geh. Sanitätsrath, 3 M. Elkan, Kaufmann, 2 M. Fr. Werner, Diaconus, 2 M, G. Diener 1 M. Th. Sch. 1 M. Fitzau, Präsident. 5 M. Klecmaun, Musikdirektor, 5 M. Pietscher, Präsident, 5 M. Sophie Popper. Kiew, 20 M. Prof. Gneist. Berlin, 50 M. Eduard Arnhold, Berlin, 200 M. Mendelssohnverein, Dresden, 200 M. Bon der Carit a s-L o ge X 355 inKreuzburg: 3«M. 330} (Fortsetzung folgt ) Weitere Beträge nimmt entgegen der Schatzmeister des Comitss: August Sonnenthal.