Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 17 (1886)
- Issue
- N° 7. (11.2.1886)
- Date
- 1886-02-11
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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M 7. Magdeburg, II. Februar 1886. >. XV». für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums. Wöchentlich erscheint je eine Nummer der .Machen schriet", des „FamtNenvlatt*" u. des..Litteratnrb Preis siir ave »rri Glatter bei allen Pogäuitern u. Buchhandlungen 3 I^r«rlL Vierteljährlich. Mit directer Zusendung: jährlich 1» Mark, nach dem AuSlande: 16 Mk. (8 fi., SO ArcS., 8 Rbl.^L Dollars). Llnzelnumniern der „Wochenschrift" k 26 Pf-, des „Litteratur-BlattS" k 16 Pf. des „Fauulien-BlattS k 10 Pf. SS Beranlwortlicher Redacteur und Herausgeber: Rabbiner Dr. M. Iaymer in Magdeburg. für Wxhrtzeit, Kecht xtt« Frirdra! S : Inferate für die „Israelitische Wochenschrift", wie kür das „Jüdische Litteratur-Blatt", bte kleingespalUne Petitzcilc oder deren Raum j 9ö P5. sind entweder durch die Annoncen-! Expeditionen von Q. 1a- Dsrnbrs Sc Co-, I Rudolf Moase, HaaBenBtein & i "Vogler u. A. oder direct einzujenden an :! Die Gepebttian der „-»raeltt. Machen-! schrist" in Magdeburg. --- Inhalt: Leitende Artikel r Soll cs eine jüdische 6 geben? — Der Verein zur Verbreitung Israeliten Rußlands. (Schluß.) Berichte und Correfpondenzen: Der Magdeburg. Filehne Wiesbaden. Hombr Oesterreich-Ungarn: Lemberg. — Frür Vermisste und neueste Nachrichten: Berlin. Dessau. Bernburg. Hildcsheim. B ... _.. Wien. Wien. Paris. Nancy. Stockholm. .Belgrad. Schonghai. Philadelphia. Jerusalem. Mittheilungen aus dem U. ü. B. B. Berlin. Magdeburg. Inserate. — Briefkasten. Beilage: Zur Lage der Cnltusbcamten in Deutschland. — Inserat. de in Preußen ng unter den j! >: Magdeburg. I jöfje. Adelebsen. I t "Paris.! .;rburg. Berlin, u. Straßburg i. E. Wochen- Februt 1886. Freitag. . . 12 i Korrnavend 13! Sonntag . . 14 9 Montag. . . 15 10 Dienstag . . 16 11 Mittwoch . . 17 12 Donnerstag . 18 13 Kalender. mam <»,»«). Soll es eine jüdische Centralbehörde in Preatzen gebrn? Es sind bereits einige Jahre her, seitdem ich über obiges Thema einige Artikel in diesen Blättern veröffentlichte. Damals gab ich mich der Hoffnung hin, daß von maßgebenden Persönlichkeiten die Sache in die Hand genommen und reiflich erwogen werden würde. Es war jedoch ein pium desiderium, wahrscheinlich scheute man sich, ernstlich der Frage näherzutreten. Die Gemeindevorstände wollen selbstverständlich von einer Oberbehörde nichts wissen, sie sind ja souverän, sie können innerhalb der Gemeinde nach Gutdünken schalten und walten, sie können Beamte ein- und absetzen, sie können den Gottesdienst nach Belieben einrichten, sie können über die höchsten und schwierigsten Cultusfragen endgültig entscheiden, u. s. w. u. s. w. Die Correspondenz aus Berlin in diesem Blatte (Nr. 5) zeigt jedoch, daß. selbst in einer Stadt wie Berlin die Gemeindebehörden über Dinge im Unklaren sind, die in der -kleinsten süddeutschen Gemeinde schon längst geregelt und geklärt sind. Ob ein anderer als der Landesrabbiner auf dem Friedhöfe im Ornate Leichenreden halten darf, ist hier, in Baden, eine hinlänglich gelöste Frage. Der großherzogliche Oberrath gestattet jedem Religionsdiener, mit Zustimmung des Rabbiners und auf Wunsch des Synagogenraths, auf dem Friedhofe zu sprechen. Ohne Geneh migung desOrts- resp. Bezirksrabbiners hat Niemand das Recht, auf dem Friedhose als Redner aufzutreten. Die Herren Repräsentanten in Berlin ließen aber das Rabbinat ganz außer Acht und dachten nur an ihre Selbstherrlichkeit. Schon der Anstand erfordert, daß der College mit em^ollegen wegen Abh.il^.ng einer Leichenrede unterhPcheM' Ich erwähne gerade dieses Beispiel aus der' jüngsten Vergangenheit, obwohl tausende von Mißgriffen von den Vorstehern und Repräsentanten in Preußen Jahr aus Jahr ein begangen werden. Darum greife ich heute wieder zur Feder und erhebe meine Stimme zu Gunsten der Einsetzung einer obersten jüdischen Behörde in Preußen. Ich wohnte einst einer Reichstagssitzung in Berlin an, wobei etz sich um Gewährung von Diäten an die ReichstagsabgeMmeten handelte. ,Windthorst sagte dabei ungefähr Folgendest „Der Tropfen höhlt den Stein aus. Wir wissen zwar, daß wir heute mit unserem Anträge nichts durchsetzen, aber wir bringen ihn doch immer wieder ein, denn mit der Zeit wird die Regierung mürbe gemacht werden." Ebenso steht es mit dem Anträge auf Einsetzung einer jüdischen Centralbehörde in Preußen. Vor der Hand wird es wohl aussichtslos sein, von der preußischen Regierung etwas für die Juden zu erlangen, aber über kurz oder lang wird sie sich dieser gerechten Forderung der jüd. Bevölkerung nicht verschließen können. Das ganze Wohl und Wehe der jüd. Jugend z. B. in die Hände eines Vorstandes zu legen, ist sehr gewagt. Größtentheils sind die Vorstände Kaufleute, die den. Geist und das Wesen des Judenthums nicht kennen und nicht wiffcn, was der jüd. Jugend in religiöser Beziehung noth thut. Zumeist herrscht der alte Schlendrian, die hergebrachten Sitten und Einrichtungen werden weiter in der" Gemeinde gepflegt, der Chasan, der Schochet und der Rabbiner sind bezahlte Beamte, die von Religions wegen da sind und damit: Basta Wenn nur die Gemeindesteuern richtig bezahlt werden, wenn .<■