Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 17 (1886)
- Issue
- N° 4. (21.1.1886)
- Date
- 1886-01-21
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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^4. Magdeburg, 21. Januar 1886. Jaltrg. XVII für die religiösen und socialen Interessen des Judenthnms. fc---- -ZA Wöchentlich erscheint je eine Nummer der! „Wochen schrtft", des „Familien- I i u.des „Litteratneblatt»". Preis für alle drei Klattee bei allen Postämtern : U. Buchhandlungen S jMlarli: vierteljährlich. Mit directcr Zusendung: jährlich 14 Mark, , nach dem Auslände: 16 Mk. (8 fl., SO Frcs., ■ 6 Rbl., 4 Dollars). 1 Einzelnummern der „Wochenschrift" k 25 Pf., des „Litteratur-Blatts" k 15 Pf. des „Familien-Blatts k 10 Pf. «k-^ — - ---Ä Verantwortlicher Redacteur und Herausgeber: Rabbiner vr. M. Wahmer in Magdeburg. Für Wahrheit, Recht »ad Frieden! Inserat» j für die „Israelitische Wochenschrift", wie kür das „Jüdische Litteratur-Blatt", die kleingespalnne Petitzeile oder deren Raum 95 pf. sind entweder durch die Annoncen- Mpcditionen von Gr- L.Daube Sc Oo„ Ävidolf ÜVCosse, Haasenatein oE "Vogler u. A. oder direct einzusenden an : Die Cepevition der „Israelit. Wochenschrift" in Magdeburg. -S --W Inhalt: Leitende Artikel: Das Gutachten Frankels s. A. über Errichtung von Denkmälern — und die Fälschungen der Orthodoxie. — Eine Enthüllung über die freie Vereinigung für die Interessen des Judcnthums. — Aus der orthodoxen Praxis. Berichte und Korrespondenzen: Deutschland: Magdeburg. Hamburg. Hannover. Bodenfeldc. Hamburg. Tauberbischofsheim. Oesterreich-Ungarn: Wien. Prag. Galizien. Rumänien: Bukarest. Vermischte und neueste Nachrichten r Berlin. Dessau. Hannover. Plcß. Halle a. I. Coburg. Frankfurt a. M. Alzey. Meiningen. Wiesbaden. Hamburg. Wien. . Jassy. Mittheilungen aus dem U. O. B. B. Berlin. Inserate. Das Gutachten Frankels s. A. über Errichtung von Denkmälern — und die Fälschungen der Orthodoxie. Wir haben in vor. Nr. — Beilage S. 12 — gezeigt, wie die Orthodoxie nicht zurückscheut, selbst durch falsche Uebersetzung Moses Mendelssohn zu einem strenggläubigen Orthodoxen zu stempeln, diesen Mann, der die Worte geschrieben: „Ich werde cs nicht leugnen, daß ich bei meiner Religion menschliche Zusätze und Mißbräuche wahrgenommen, die leider! ihren Glanz nur zu sehr verdunkeln. Welcher Freund der Wahrheit kann sich rühmen, seine Religion von schädlichen Menschensatzungen frei gefunden zu haben? Wir erkennen ihn. die wir die Wahrheit suchen, alle diesen vergiftenden Hauch der Heuchelei und des Aberglaubens so viel unserer sind, und wünschen, ihn ohne Nachtheil des Wahren und Guten abwischen zu können. Allein von dem Wesentlichen meiner Religion bin ich so fest, so unwiderleglich versichert u. s. w." Wenn alle diese Einschränkungen, Cautelen und Reservationen Moses Mendelssohn nicht davor bewahrt haben, nach 100 Jahren als „strenggläubiger Orthodoxer" gefeiert zu werden, so hoffen, oder fürchten wir, dereinst auch noch von den Epigonen der Orthodoxie als orthodox verlästert zu werden, da wir die oben citirten Sätze Mendelssohns ganz zu den unsrigen machen. — Doch nicht von den Fälschungen der Orthodoxie bezüglich Mendelssohns wollten wir heute reden, sondern von denen, deren ihr Central- Organ, das — nach einem bekannten talmudischen Sprüch- Wochen- «Januar. 1886. Scliewat. 5646. Kalender. Freitag. . . 22 16 Sonnabend 23 17 VTP Sonntag . . 24 18 Montag. . . 25 19 Dienstag . - 26 20 Mittwoch . . 27 21 Donnerstag . 28 22 worte — immer „voranspringt", vielleicht von den Schwestern., zur Recognoszirung des Terrains vorangeschickt wird, gegen einen andern von uns nicht weniger hoch als Mendelssohn verehrten Mann, gegen Zacharias Fra nkel Van, sich schuldig macht. Veranlaßt durch die in Folge ehrender Einladung des Oberbürgermeisters von Dessau auch von uns und noch zwei College» (dem jetzigen und ehemaligen Dessauer Rabbiner — HH. Dr. Weiße und Dr. Salfeld, z. Z. Rabbiner der Gemeinde in Mainz) Unterzeichnete und in unserem Blatte abgedruckte öffentliche Aufforderung um Subskriptionen und Beiträge zu einem Mendelssohn-Denkmal wird mit Recht an ein Gutachten erinnert,das vor 26 Jahren der sel. Direktor vr. Frankel, auf Anfrage des „Touro-Monument-Vereins" in Neworleans (Amerika) abgegeben. Soweit wäre ja Alles in Ordnung, aber das orthodoxe Hetzblättchen verschweigt gerade die wesentlich unterscheidenden Momente, sowohl in der betr. Anfrage, als in Frankels gutachtlicher Antwort. Wie verhielt sich damals die Sache? Wir lassen die von dem Amerikareisenden Benjamin II. in seinem: „3 Jahre in Amerika" (Bd. I. S. 370 u. ff.) mitgetheilte Anfrage des Präsidenten des Touro-Monument-Vereins, I. K. Gutheim, hier wörtlich folgen, sie lautet: „In einer Versammlung von Israeliten dieser Stadt wurde beschlossen, auf einem öffentlichen Platze ein Monument zu Ehren des verstorbenen Juda Touro zu errichten. Das Andenken des Verblichenen steht in größter Verehrung wegen der Hochherzigkeit und Wohlthätigkeit, die sein Leben charakterisirten. Sein Name ist namentlich seit der Veröffentlichung seiner Verfügungen und seines Testaments in der ganzen civilisirten Welt bekannt geworden. Aber besonders in dieser Stadt, wo der dahingeschiedene Menschen-