Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 17 (1886)
- Issue
- N° 2. (8.1.1886)
- Date
- 1886-01-08
- Page
- Seite 15 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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— 15 gönnet)," beendigt ist, weiß ich nicht".*) — Einer unserer H tüchtigsten und gedankenreichsten schriftstellerischen Rabbiner von makellosem Charakter ist mit ihm dahingegangen. SmttTS Sa: Smi nt?! (Nekrolog folgt in nächster Nr.) Verkitt, 4. Januar. Mendelssohns lOOster Todestag wurde, obwohl die Gedächtnißtafel an dem Hause Spandauerstraße 68, i wo bekanntlich der große Philosoph dereinst gewohnt, nicht geschmückt war, im Innen: dieses Hauses in schlichter, aber würdiger Weise gefeiert. Im zweiten Stockwerk, im ehemaligen H Arbeitszkinmer des Verewigten, versammelten sich die Mitglieder einer kleinen, dort ihre gottesdienstlichen Uebungen abhaltendcn Gemeinde, um nach beendetem Morgengottesdienste eine Seelenfeier abzuhalten, welche in dem Vortrage einiger Psalmen und nach altjüdischem Ritus in der Verrichtung des Seelengebetes bestand. — Sein Grab aus dem alten jüd. ' . Friedhof in der .Gr. Hamburgerstraße war .von der Ver- * waltung mit Blumenschmuck geziert; besucht war es heute wenig. . Werkitt. Heute Morgen hat hier ein Säbel-Duell stattgefunden zwischen einem Offizier und einem jüd. * Chemiker; Veranlassung war eine Beleidigung, die der Offizier dem Chemiker am Sylvesterabend in Bezug auf seine jüdische Konfession zugefügt hatte. Das Duell endete mit einer ziemlich schweren Verletzung des Offiziers. Verkitt. Der „Germania" schreibt man: „Wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, hat am 2. Weihnachtsfeierlag in der hiesigen Simeonskirche die Taufe des bekannten RedacteurS am „Relchsboten", des Juden May, stattgefunden." — Der Versuch, die Leitung der konservativen Bewegung in Deutschland in Herrn Stöcker's Hand zu vereinigen, ist an dem Widerstand der Majorität der Berliner Bürgervereine gescheitert. . Wreska«, 4. Januar. (Or.-Corr.) Im jüdisch-theolo- . gischen Seminar wurde am vergangenen Sonnabend mit dem V gewöhnlichen Sabbathgottesdienste eine besondere Festlichkeit? ■ zu Ehren des fünfundzwanzigjährigen Regierungsjubiläums Sr. Majestät des Kaisers Wilhelm verbunden. Der Chor * der Seminaristen sang mehrere der Feier des Tages angemessene Psalmen und Cand. Ellguther gedachte in seiner Festpredlgt der unvergeßlichen Verdienste unseres Kaisers und schloß mit einem begeisterten Gebet für Kaiser und Reich. — An den heutigen Morgengottesdienst schloß sich eine Feier anläßlich des hundertjährigen Gedächtnißtages Moses Mendelssohn's. Der trefflich geschulte Chor leitete die Feier ein durch Absingung des 16. Psalms. Die Festrede hielt vr. Seligm a n n. Dessau, 4. Januar. Der Vorstand der hiesigen Chewra kadischa — der Hofzahnarzt Hirsch feld — hatte dafür Sorge getragen, daß auch das Grab des Vaters Mendelssohn's auf dem hiesigen Friedhof am heutigen Tage bekränzt war. Der zur Säcularfeier hier anwesende Bankier Ernst Mendelssohn-Bartholdy aus Berlin hat der gen. Chewra 2000 M. übergeben, für deren Zinsen alljährlich die Jahrzeit Moses Mendelssohns von der nöthigen Zehnzahl (Minjan) abgehalten und Kaddisch gesagt werden soll. Karlsruhe, 4. Januar. Das Gedächtniß Moses Mendelssohn's wurde bei uns vorgesterit am Samstag mit Festgottesdienst und Predigt, gestern mit Verteilung einer Jugendschrift an fleißige Schüler und Schülerinnen unserer Religionsschule im Rahmen einer kleinen Schulfeier begangen. Wodenfekde Heute am 4. Januar wurden von unserem Vorsteher, Herrn M.-Freudenthal, in der hiesigen jüd. Elementarschule mehrere Exemplare der Biographie Mendelssohns unter Ansprache an die Schüler vertheilt, worauf seitens des Lehrers in größeren Umrissen den Schülern die Bedeutung Mendelssohns als Philosoph und Reformatro vorgeführt wurde. Wernburg, 3. Januar. In der hiesigen Synagoge fand nach Beendigung des Sabbath-Abendgottesdienstes unter *) In seinem letzten Schreiben an uns, thcilt er uns allerdings mit, daß die Arbeit vollendet sei; ein Theil des Manuskriptes befindet sich in unseren Händen. (Red.) zahlreicher Betheiligung eine Mendelssohn - Gedächtnißfeier statt. Eingeleitet wurde dieselbe durch eine vom Böhm'schen Gesangverein unter Orgelbegleitung wirkungsvoll vorgetragene Piece. Die G.-dächtnißrebe hielt hieraus Herr Cantor Böhm. Pf. 23 schloß die Feier. Kukm, 5. Januar. Die Mendelssohnfeier wurde gestern in d.r hies. Synagoge mit Gesang und Predigt begangen. Letztere knüpfte passend an die Worte der Sidra!"lt?E rsm p*T1KÖ SliO an. An dem Gesänge hatten sich Damen und Herren aller Consessionen betheiligt. Nordhauser» Nachdem beim Sabbathgottesdienste das Regierungsiubtläum im hies. Tempel durch Predigt des Herrn Rabb. Dr. Gelb haus gefeiert worden, fand heute Abend daselbst die Mendelssohnfeier statt. Redner verglich M. mit Hillel; bei Beiden: Armuth in der Kindheit. Sanftmuth, einflußreiche Stellung, Anbahnung von Verbesserungelr. Kechittgen, 4. Januar. (Or.-Corr.) Am vorgestrigen Sabbath wurde in der hiesigen Synagoge eine erhebende Feier zu Ehren des 100. Todestages Moses Mendelssohns abgehalten. Der Synagogenchor begann mit dem Lewandowsky'schen Requiem ‘PÖ“' TitrD t?i:K worauf die Festpredigt folgte. Am Schluffe derselben wurde auch des 25jährigen Regierungs-Jubiläums des deutschen Kaisers als König von Preußen gedacht. Heute fand eine besondere Schulfeier statt. Waiaz. Die Mendelssohn-Gedächtnißfeier fand in der hies. Hauptfynagoge am Samstag den 2. Januar statt. Herr Rabb. vr. S alfeld entwickelte in begeisterter Rede ein tiefdurchdachtes Bild von Mendelssohns Leben und Wirken an der Hand des Satzes aus den Werken Mendelssohns: „Der Mensch ist berufen, nach Wahrheit zu forschen, Schönheit zu lieben, Gutes zu wollen und das Beste zu thun". Slargard in Pommern. 4. Januar 1886. (Or.-Corr.) Wie wohl in allen Gemeinden unseres deutschen Vaterlandes, wurde auch in der hiesigen Synagogen-Gemeinde der hundertjährige Todestag Moses Mendelssohn's und zwar am Sabbath, den 2. Januar, in der Synagoge durch eine Gedächtnißfeier in dankbarer Pietät gegen den großen Tobten würdig begangen. Am 3. Januar, dem Regierungs-Jubiläum des Kaisers, wurde ein erhebender Festgottesdienst abgehalten. H.Ienikau, (Böhmen) 4. Januar. Heute wurde hier der hundertste Todestag Moses Mendelssohns in weihevoller Weise gefeiert. Im großen Prüfungssaale der öffentlichen isr. deutschen vierklassigen Volksschule hielt der D irector derselben, Herr Rabb.Or. Fried länder, einen, der Bedeutung des Tages entsprechenden Vortrag über Mendelssohn. Nach Beendigung desselben wurde unter die Schüler ein von dem fel. Or. M. Rappopoch verfaßtes, Mendelssohns' Wirken charakterisirendes, Gedicht vertheilt. Mittheilungen aus dem V. O. B. B. Dessau, 4. Januar. Der zu Mendelssohn's Säcularfeier heute hier von der „Mcndelssohnloge" (Magdeburg) abgehaltenc Festactus fand Vormittag in Mendelsson's Geburtshanse statt. Es nahmen etwa 30 Mitglieder (aus Magdeburg, Halle, Dessau und Berlin) an demselben Theil. Die hiesigen Brüder hatten in dem betreffenden Zimmer die nothwendigen Arrangements vorher getroffen und Alles in würdiger Weise hergeriäUct. Der zeitige Präsident der Mendelssohnlvge (H. Isidor Lindenthal) cröffnete kurz vor 9*/, Uhr die Sitzung mit einer passend«! Ansprache und ertheilte dem Herrn Rabbiner Dr. R a h m e r das Wort zum Vortrage. Derselbe konnte der knapp zugemessencn Zeit wegen nur in gedrängter Kürze den Nachweis führen, wie in Mendelssohn's Lehren und Leben die Principicn des Ordens zur vollsten Verwirklichung gekommen, wie er ein Segen dem Judenthum und der gesammten Menschheit geworden und darum ein hehres Vorbild für jeden B. B. sei. Herr Rabbiner Br. Fröhlich (Halle) sprach sodann ein recht inniges Seclengebet. Eine Sammlung für den Waisenhansfonds der B. B. schloß die erhebende Feier, welche eine würdige Einleitung zu der hierauf folgenden gottesdienstlichen Feier in der Synagoge war. Berlin» 4. Januar. Die hiesigen 3 Logen vereinigten sich gestern zu einer gemeinsamen Mendelssohn-Gedächtnißfeier, bei welcher Herr Rabbiner vr. Landsberger von der Berthvld Auerbach-Loge die Gedüchtnißrede hielt. Breslau. Die Lessing-Loge sandte an das Mendclßsohn-Comitö in Dessau auf telegraphischem Wege die innigsten Grüße und Wünsche.